STAR WARS EPISODE 1: THE DARK FORCE

Betreiben wir wieder einmal Fan-Fiction, von der es heißt, dass sie sich im nichtkommerziellen Untergrund von Fangemeinden abspielt, schaurig, schaurig. Ich sehe es praktisch vor mir, Horden von dunklen Gestalten in Bademänteln oder Trenchcoats, die in den U-Bahnhöfen herumirren und Fangeschichten in kleine Notizblöcke kritzeln und wenn dann jemand kommt und mal nachfragt, dann raunen sie: “Wir verkaufen nix, das is unkommerziell!” Vielleicht treffen die sich aber auch Sonntags in einer kleinen Kirche, vielleicht heißt das deshalb Fangemeinde, nicht selten wird ja beispielsweise das STAR WARS-Universum auch als Religion bezeichnet. Da sind wir auch schon beim Thema – STAR WARS.

 

Haben wir uns letztlich damit auseinandergesetzt, warum es zu wenig NINTENDO-Filme gibt, fragen wir uns heute, in aller Bescheidenheit, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich STAR WARS EPISODE 1 geschrieben hätte.

 

Keine andere Franchise hat in Sachen Fankultur größere Kreise gezogen als die STAR WARS Saga. Doch über STAR WARS, speziell über EPISODE 1 zu schreiben, bedeutet ja bekanntlich, Sandleute nach Tatooine zu tragen. Noch ein Artikel, wie beschämend die Prequel-Trilogie, also EPISODE Eins bis Drei sind? Mitnichten! Aber in diesen Tagen, in denen immer mal wieder neue Gerüchte über die Produktion von STAR WARS EPISODE 7 im Netz auftauchen, fühle ich mich in die späten neunziger Jahre zurückversetzt, als bekannt wurde, dass George Lucas seiner Saga nun doch neue Episoden hinzufügen wollte. Es war eine aufregende Zeit, die noch nicht so beeinflusst vom Internet war, man musste schon Printmagazine kaufen, um Infos zu bekommen. Sich auf einen neuen STAR WARS Film zu freuen, das war das gigantischste in jenen Tagen, ein Großereignis, bei dem wohl kein anderer Film oder keine andere Franchise mithalten konnte.

 

STAR WARS – THE BEGINNING

 

Kenneth Branagh als Obi Wan Kenobi , eine entzückende Vorstellung…

An das erste Gerücht in Zusammenhang mit EPISODE 1 kann ich mich noch gut erinnern. Es hieß, EPISODE 1 erzähle die Geschichte eines jungen Obi Wan Kenobi. Damals wurde Kenneth Branagh für diese Rolle hoch gehandelt und ich legte Zepter und Reichsapfel beiseite und verneigte mich vor dieser Idee. Zu jener Zeit war ich großer Fan von Branagh und seinen Shakespeare-Verfilmungen, eine tolle Verbindung zum altehrwürdigen Bühnenstar Alec Guinness.

 

Kenneth Branagh war ein ausgezeichneter Schauspieler und Regisseur, er war aber auch ein selbstverliebter Schnösel. Aber Branagh wurde dann doch nicht Kenobi, sondern der junge Ewan McGregor, der zuvor hauptsächlich durch die Filme von Danny Boyle (TRAINSPOTTING) aufgefallen war. Im Nachhinein halte ich McGregor für die richtige Wahl, er hat im Hauen und Stechen um EPISODE 1 noch die wenigsten Schrammen abbekommen. Und es lag auch nicht an McGregor, dass die Rolle Kenobi irgendwie falsch positioniert war.

 

 

Während STAR WARS von 1977 mehr als KRIEG DER STERNE denn EINE NEUE HOFFNUNG bekannt ist, waren es bei den Fortsetzungen die Untertitel, die in aller Munde waren. DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK und DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER, solche Titelkraft besaßen die Prequels eher nicht. Das war auch nicht so schlimm, denn die Bezeichnung EPISODE wurde für die Prequel-Trilogie von größerer Bedeutung. EPISODE EINS funktionierte auch ohne STAR WARS und Untertitel, soviele bekannte Episoden gab es im Kino nicht und die Nummerierung gab ganz klar den Weg vor, hier wird definitiv vom Urschleim her angefangen. Noch bis zum September 1998 hatte EPISODE 1 den Arbeitstitel THE BEGINNING. Dann, am 25. September wurde der offizielle Filmtitel verkündet: STAR WARS EPISODE 1 – THE PHANTOM MENACE oder zu Deutsch: DIE DUNKLE BEDROHUNG.

 

“Entscheiden du musst, wie du deinen Fans am besten hilfst. Alles zerstören du würdest, wofür du gekämpft hast…”

Mit der Titelvergabe gingen dann auch schon die Probleme los, mit denen die Prequel-Trilogie meines Erachtens am meisten zu kämpfen hatte. Statt einer naiven-archaischen Schlichtheit wurde es in den ersten drei Episoden unnötig kompliziert. Komplizierter Titel, kniffliger Plot, viel Kleinkariertheit, viel Tamtam, wenig echte Emotionen, Motivationen oder Brüche. Und das, obwohl bereits in logischen Überlegungen, was zuvor geschehen sein musste, unglaubliches dramatisches Potential inne lag.

 

Aus Anakin Skywalker wird Darth Vader, die Wurzel allen Übels. Aber die Wurzel allen Übels ist die Dunkle Seite der Macht, über die man in der Urtrilogie nicht wirklich viel erfahren hat. Ich war fest davon überzeugt, dass es in EPISODE 1 um die Macht gehen würde. Ein schlichter Titel á la THE DARK FORCE hat einfach einen größeren Impact. Aber es musste ja unbedingt kompliziert sein.

 

Um eins gleich klarzustellen, ich persönlich liebe auch die Prequel-Trilogie, mit all ihren Schwächen. Auch gefällt mir EPISODE 1 von den ersten drei Filmen noch am besten. Der Look, die cheesigen Effekte, viel hat natürlich auch damit zu tun, wie sehnsüchtig man einen neuen STAR WARS Film erwartet hat. Ich hatte da ziemlich wilde Phantasien. Aber wie das eben so ist, auch die wildesten Phantasien haben Grenzen und in diesem Zusammenhang gibt es ein Wort, was für diese Grenzen der Phantasie steht: der Kanon, bzw. eine kanonische Erzählweise. Das bedeutet, jede Geschichte muss der Grundvorlage in Sachen Kontinuität und logischer Konsequenz Rechenschaft schulden und darf der bestehenden Gesamtgeschichte nicht wiedersprechen. Denn so etwas gefährdet die Tragfähigkeit des Konstrukts, welches auf keinen Fall einstürzen darf.

 

So wird penibel unterteilt, was kanonisch, halbkanonisch und unkanonisch ist, damit das gesponnene Netz auch ja nicht auseinander fällt. In kaum einem anderen Beispiel sind die Fans so streng wie im Falle des STAR WARS Universums. Nicht selten gerieten sie mit dem Macher George Lucas selbst in Rangelei, der ein ums andere Mal den Gesetzen seiner eigenen Schöpfung widersprach. Denn im Falle STAR WARS waren es weniger die Werke des Erweiterten Universums, die die Gemüter erzürnten, als jene Variationen, die Schöpfer Lucas selbst unters Volk brachte.

 

Das dramaturgische Gleichtgewicht der Macht

 

Der arme Mann. In dieses Schlammassel hat er sich selber gebracht. Als George Lucas Mitte der Neunziger Jahre verkündete, an weiteren STAR WARS Filmen zu arbeiten, welche die Vorgeschichte um die Familie Skywalker erzählen sollten, hatte er sich schon sein halbes Grab selbst geschaufelt. Es liegt nun mal in der Sache der Natur, dass eine Vorgeschichte immer in Abstimmung mit den Folgeereignissen konfrontiert ist. Das geschieht nicht selten zu Lasten der Phantasie, denn es gibt Einschränkungen. Im Falle STAR WARS ist das sogar noch kritischer, denn die Fans kennen jede Szene, jeden Dialog, jedes noch so kleine Detail. Da ist Ärger vorprogrammiert.

 

Heute kann man vielerorts lesen, wie sich die Fans EPISODE 1 vorgestellt haben und wie sie es besser gemacht hätten. Anakin ist ein Rotzlöffel, er ist zu jung, Jar Jar ist zu albern, Darth Maul ist verschenkt, der ganze Blockadequatsch keine wirkliche Bedrohung. Manches teile ich, manches weniger. Ich halte Anakin nicht für zu jung, es macht den Fall des Jedi bedeutender, tragischer. Es lag viel mehr daran, dass Jake Lloyd keine große Leuchte der Schauspielkunst war und zudem die Ausstrahlung eines Bierdeckels besaß. Sorry, Jake! Aber auch die Chemie zwischen Anakin und Obi Wan oder auch Amidala stimmte partout nicht.

 

Das liegt im Falle Obi Wan daran, dass er dramaturgisch keine wirkliche Hauptfigur ist, es gibt eigentlich keine in EPISODE 1. Es scheint fast so, als wollte Lucas anfänglich den Kontakt zwischen Kenobi und Skywalker vermeiden, obwohl genau das der Punkt ist. Dann der Altersunterschied zwischen Jake Lloyd und Nathalie Portman, auch wenn die Liebe noch fern war in jenen Tagen, die Chemie war es auch und das war für die Figuren nicht besonders förderlich.

 

 

Das größte Problem aber ist, dass Vieles wirklich undramatisch ist, einfach so dahin plätschert, manches überkompliziert ist, obwohl es das nicht bedurft hätte. Warum der ganze Blockadequatsch, warum keine offene Bedrohung durch die Sith. Warum geben die sich erst nicht zu erkennen? Müsste angesichts einer Bedrohung durch die Sith ein Palpatine, auch wenn er all das fingiert hat, nicht schneller zu seinen Notstandsgesetzen kommen? Warum Qui-Gon Jin vorschicken, eine Rolle, die ich wirklich mag, für Handlungen, die viel besser bei Obi Wan aufgehoben wären.

 

Überhaupt, Obi Wan Kenobi einfach so aus der Story zu nehmen und ihn auf Tatooine beim Schiff warten und Däumchen drehen lassen, ist dramaturgisch schlichtweg hirnrissig. Auch wäre es viel einfacher und dramatischer, wenn Anakin nicht durch sein Seifenkistenrennvermögen oder seinen Midichlorianerhaushalt auffällig geworden wäre, sondern durch einen spontanen Ausbruch der Macht in ihm, der jedem gezeigt hätte, was da in ihm steckt?

 

All die großartigen Momente und Überlegungen innerhalb der Saga (auch in THE CLONE WARS), die nur angedeutet oder angeschnitten wurden, wie das Verhältnis der Jedi zum Krieg, wenn das stärker in die Dramaturgie des Stoffes gewebt worden und nicht in die Belanglosigkeit gedriftet wäre, wie sähe dann EPISODE 1 aus?

 

 

Dramatisches Potential hat sogar JarJar! Es gibt so großartige Szenen, die einfach verpuffen, weil sie regelrecht abgefrühstückt werden in EPISODE 1, wie die Unterwasserszenen im Bongo und den Riesenfischen. Ich meine, es ist EPISODE 1, der Anfang der größten Filmsaga der Geschichte und dann sehe ich in der ersten Szene, wie zwei Jedi Tee schlürfen. Wo war die große Dramatik, die selbsterklärende, stille Wucht, die großen Sequenzen, die großen Tragödien. Früher brauchte man weniger Halt und Erklärungen. Da erlitten viele Botaner den Tod, um eine Nachricht zu überbringen. Fertig! Die größte Spannungsbremse aber steckt aber in Jedi selbst, die angesichts der neuen Effektmöglichkeiten einfach mehr drauf haben mussten. Vieles ist unspannend, weil aus Jedi-Rittern Superhelden geworden sind, die alles können. Wenn man sich allerorten mit einer Handbewegung aus einer schwierigen Situation heraus fuchteln kann, wie soll da Spannung entstehen?

 

Trotzdem. Eigentlich ist in STAR WARS EPISODE 1 alles enthalten, was ein archaisches Abenteuer dieser Größe benötigt, wenn man nur ein paar Schrauben anders setzt und hier und da Ventile aufdreht. Wenn man die einzelnen Bestandteile des Filmes auseinanderpuzzelt und mit Bauschaum neu verkleistert, dann kann man EPISODE 1 beträchtlich straffen, ohne den Kern der Erzählung zu verbiegen. In einer Mischung aus Erwartungen, Enttäuschungen und Neuauslegungen basteln wir uns heute eine neue EPISODE 1, die nicht THE PHANTOM MENTEKEL heißt, sondern ganz brachial THE DARK FORCE, die einen Obi Wan als Hauptfigur hat, ihn auch dementsprechend einführt, die einen klareren Plot hat und die dennoch über alle Zutaten verfügt, die EPISODE 1 ausmachen.

 

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Invasion auf Naboo, aber dieses mal richtig! Nach Landung der Truppen, bestehend aus Kampfdroiden und üblem Gesocks, angeführt von Darth Maul, werden die Invasoren von keinem Geringeren als Count Dooku empfangen. Dooku führt den Trupp zu einer Sumpflandschaft, wo die Urbewohner Naboos leben – die Gungans. Ihrem Anführer schlägt Dooku nachdrücklich vor, sich mit seinen Truppen zu vereinen, um den König von Naboo zu stürzen. Obwohl der Chef der Gungans bemerkt, dass ihre Spezies und die der Naboo seit Jahrzehnten friedlich nebeneinander koexistieren, kann er sich letztlich Dookus teuflisch guten “Überredungskünsten” nicht wiedersetzen.

 

Obi Wans Jediprüfung: Besiege die Kreatur, ohne sie zu töten! Denn so etwas tun Jedi nicht!

Szenenwechsel: Ein gewisser Obi Wan Kenobi steht am Rande eines riesigen Erdloches, um ihn herum eine Heerschar fremder Lebensformen, die Obi Wan anfeuern. Es sieht wohl alles nach einer Hinrichtungszeremonie aus. Ob am Grund der Schlucht wohl ein gefräßiger Sarlac wartet? Obi Wan setzt sich ein Atemgerät auf, springt beherzt in die Tiefe, landet in blaugrünem Wasser und beginnt zu tauchen. Es dauert nicht lang, da wird Obi Wan von einem riesigen Knochenfisch attackiert.

 

 

Trotz seines schönen Laserschwertes weicht Obi Wan der feindlichen Kreatur immer wieder aus und taucht weiter in die Tiefen ab. Nahe des Grundes scheint sein Plan zu scheitern, der Knochenfisch setzt zum finalen Angriff an. Doch ein anderer, noch größerer Fisch, schnappt im letzten Moment zu und rettet Obi Wan das Leben. Dieser taucht wieder auf, unter Jubelstürmen der fremden Wesen und schleppt sich erschöpft an Land. Jemand reicht Obi Wan eine Hand und zieht ihn hoch – es ist Qui-Gon Jin, Obi Wans Meister. Yoda kommt hinzu und nickt zufrieden:

 

“Ihr Eure Prüfung bestanden habt, Obi Wan Kenobi. Ihr nun ein Jedi-Ritter seid!”

 

Der frisch gebackene Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi, sein alter Meister Qui-Gon Jin und Ausbilder Yoda verlassen den fremden Planeten und treten ihren Rückflug nach Coruscant an, dem Sitz des Senats und des Jedi-Tempels. Doch während des Fluges spürt Yoda eine Erschütterung der Macht. Auf Coruscant angekommen erfahren die Jedi von einem schrecklichen Vorfall auf Naboo. Im Senat wurde eine Notsitzung einberufen. Ein holografische Nachricht berichtet vom Tod des Königs, vom Verschwinden der Prinzessin Amidala und der Verwüstung der Hauptstadt. Die Überlebenden wenden sich an den obersten Kanzler, unterstützende Truppen zu schicken.

 

Count Dooku, ein abtrünniger Jedi, ist der Hauptbösewicht in EPISODE 1 – Basta!

Der oberste Kanzler Valorum aber steht für Abrüstung und Frieden. Mehrere Systeme kritisieren diese Politik, welche sie schutzlos gegenüber Angriffen macht. Besonders ein Senator der Naboo, ein gewisser Herr Palpatine, ist bestürzt über die Vorfälle in seiner Heimat, rät aber dennoch zu Besonnenheit und schlägt vor, die Jedi als Botschafter nach Naboo zu senden, um mehr Informationen zu erhalten. Das macht Meister Yoda misstrauisch, denn eigentlich mischen sich Jedi nicht in Senatsangelegenheiten. Nach der Sitzung wendet sich Palpatine im Vertrauen an Yoda, Qui-Gon Jin und Obi Wan und zeigt ihnen noch einmal den holografischen Hilferuf eines Naboo. Die Nachricht geht noch weiter, nicht einmal der oberste Kanzler ist darüber informiert und sie endet mit einem heiklen Vorwurf: Der Mörder des Königs war ein Jedi – Count Dooku, der ehemalige Schüler von Qui-Gon Jin.

 

Yoda ist sich der Brisanz des Vorwurfes bewusst und dankt Palpatine, dies solang geheim zu halten, bis Klarheit über die Sache herrscht. Yoda bittet Qui-Gon Jin und Obi Wan, nach Naboo zu reisen, die noch immer verschollene Prinzessin zu finden und sicher nach Coruscant zu geleiten. Gleichwohl sollen sie herausfinden, was hinter den Vorwürfen steckt, ein altehrwürdiger Jedimeister wäre der Mörder des Königspaares. Eine heikle Reise beginnt. Obi Wan ist nun nicht mehr der Schüler Qui-Gons, was dieser noch nicht so recht akzeptieren will. Konflikte sind vorprogrammiert. In einem republikanischen Schiff landen die Jedi auf Naboo und geraten dort alsbald an den gesuchten Grafen Dooku.

 

Qui-Gon Jin in emotionaler Krise zwischen seinem alten Lehrer Dooku und seinem ehemaligen Schüler Obi Wan Kenobi – ein guter Nährboden für Figurenmotivation und Dramaturgie.

Count Dooku verliert keine Zeit und kommt sofort zum Punkt. Die Republik folgt keiner inneren Ordnung mehr, alle korrupt, zwischen Coruscant und Dantooine mehrere Staus. Die Jedi würden sich vom Senat benutzen lassen, in einen Krieg verwickeln lassen und so weiter. Dooku will beide Jedi auf seine Seite ziehen, die ohnehin viel besser und stärker und mächtiger sei. Aber Qui-Gon Jin und Obi Wan lassen sich nicht drauf ein und flüchten. Auf ihrer Flucht erhalten sie unverhofft Hilfe von einem abtrünnigen Gungan, der sich dem Befehl ihres Anführers widersetzt hat, ein gewisser Jar Jar Binks. Jar Jar ist es gelungen, die Prinzessin Amidala zu verstecken, die er mit seinem Leben beschützt. Und siehe da, Prinzessin Amidala, ein aufgewecktes, zehnjähriges Früchtchen, geht es gut und gemeinsam treten sie nun ihre Flucht vom Planeten Naboo an. Doch Dooku schickt seinen Vasall Darth Maul hinterher, die Jedi zu töten, die Prinzessin aber leben zu lassen. Mehrere feindliche Schiffe sind den Jedi und der Prinzessin im Orbit von Naboo auf den Fersen. Der Flucht gelingt, und zwar durch einen heroischen kleinen Droiden mit der Kennzeichnung R2D2, aber das Schiff hat einen Defekt, der einen Hyperraumflug vereitelt. Die Jedi müssen Notlanden, und zwar auf einem abgelegenen Wüstenplaneten namens Tatooine.

 

Auf Tatooine gibt es ausschließlich Sand, Sand, Sand und eine Sklavensiedlung. Auf der Suche nach Ersatzteilen für das Schiff werden die Jedi, Jar Jar und Prinzessin Amidala  von Hutten festgenommen und versklavt. In ihrer Gefangenschaft machen sie Bekanntschaft mit einem Sklavenjungen namens Anakin und seiner Mutter. Der kleine Anakin ist ein Bastelgenie, er weiß auch, wie man an Ersatzteile kommen kann. Die Jedi und Anakins Mutter treffen eine Abmachung. Der Junge hilft den Jedi, dafür nehmen sie Anakin mit in die Freiheit. Die Jedi stimmen zu. Es gibt nur eine Möglichkeit, an Geld für die benötigten Sachen zu kommen – die Teilnahme am Podracer-Rennen.

 

Klein Anakin ist passionierter Seifenkistenfahrer und durch geschicktes Feilschen und Wetten mit schmierigem Gesocks gelingt es den Jedi, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Nun muss der kleine Knirps nur noch das Rennen gewinnen. Zum Erstaunen aller schafft er das auch, was für ein ausgezeichneter Pilot der Kleine bereits ist, bemerkt Obi Wan. Nach ihrer Befreiung und der Beschaffung der Teile kehrt der Trupp zum republikanischen Schiff zurück – und wird dort von Darth Maul gestellt und derbe angegriffen.

 

Es kommt zu einem heftigen Kampf, bei dem Qui-Gon Jin durch die Hand Mauls stirbt. Auch Obi Wan Kenobi steht kurz davor, vom Hörnermann mit seinem Doppellaserschwert tranchiert zu werden. Im wirklich letzten Moment aber greift Anakin ein. Richtig, der kleine Bub kann einen Machtgriff, den selbst Obi Wan noch nicht gesehen hat. Anakin kann Darth Maul besiegen und das Schiff setzt seine Flucht nach Coruscant fort. Der junge Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi steckt kurz nach seiner Meisterprüfung in einer schwierigen emotionalen Lage. Jedi treten zu dunklen Seite über, sein Meister stirbt in seinen Armen, er ist nun verantwortlich für zwei Kinder, Prinzessin Amidala und Sklavenjunge Anakin Skywalker. So kehrt Kenobi nach Coruscant zurück, doch die Krise ist noch nicht überstanden.

 

Palpatine inszeniert sich als besonnener Mann der Stunde. Das geht einfacher und bedarf keiner Handelsblockade.

Im Senat macht Prinzessin Amidala ihre Aussage. Sie berichtet vom Jedi Dooku, der ihre Eltern umgebracht hat und vom Brudervolk der Gungans, die die Naboo angegriffen haben. Auch Yoda ist besorgt, als er von Dooku und Maul erfährt und ahnt, dass die dunkle Seite der Macht wieder erstarken wird. Für den Senat sind diese Entwicklungen genug, der oberste Kanzler wird seines Amtes enthoben und Neuwahlen stehen an. Der Posten geht dann an jenen umsichtigen und klugen Senator von Naboo, durch dessen bedachtes Handeln die Prinzessin gerettet und weiteres Blutvergießen vermieden wurde – Senator Palpatine.

 

Der macht auch gleich Schluss mit der Friedens- und Abrüstungspolitik seines Vorgängers und beschließt, das Volk der Naboo auch militärisch zu unterstützen, gemeinsam mit den Jedi. Auch Jar Jar meldet sich zu Wort und beschwört den Senat, sein Volk nicht zu töten, da es sich nur im Bannkreis von Dookus dunklen Mächten befindet. Alle sind sich einig und der Gegenangriff wird vorbereitet.

 

Obi Wan vertraut sich Yoda noch wegen einer anderen Sache an. Das, was er auf Tatooine erlebt hat, diese unglaublich große Macht in einem kleinen Jungen, so etwas hat Obi Wan bislang noch nie gesehen. Yoda spricht mit Anakin, er erkennt seine Macht wie auch seine Furcht, Furcht davor, seine Mutter nie wieder zu sehen, Furcht vor Einsamkeit. Die Entscheidung über Anakins weiteren Werdegang aber muss warten, denn die Republik startet den Gegenangriff auf Naboo. Doch Obi Wan will den Jungen nicht mehr aus den Augen lassen.

 

Ich mag Gungans. Auch die Figur Jar Jar kann mit wenigen Handgriffen mehr Bedeutung erlangen.

Die Flotte erreicht den Planeten Naboo, Obi Wan befiehlt Anakin, im Hauptschiff zu warten und ja nichts anzustellen. Obi Wan sagt auch, dass es dramaturgisch überhaupt keinen Sinn ergibt, Anakin wieder mit zurück nach Naboo zu nehmen, aber so kurz vorm Ende wollen beide mal nicht so sein. Mit Hilfe von Jar Jar erreicht ein Trupp von Obi Wan die anderen Gungans, befreien den Anführer und gewinnen so die Kontrolle zurück. Doch Dooku verfügt noch über andere Mittel, Droiden, Kopfgeldjäger, das ganze Programm.

 

Sowohl auf Naboo als auch im Orbit entbrennt nun eine Zwei-Fronten-Schlacht. Der kleine Anakin denkt sich, so ein Kreuzer fliegt sich nicht groß anders als ein Podracer und mischt in der Schlacht über den Planeten kräftig mit, während die Gungans unter Jar Jar und Obi Wan die Truppen Dookus in die Flucht schlagen. Letzten Endes ziehen sich die Invasoren von Naboo zurück, die Republik hat gewonnen.

 

Doch der wirkliche Aggressor ist natürlich nicht der abtrünnige Jedimeister Dooku. Denn jener trifft sich nach der vermeintlichen Niederlage mit jemanden, der noch viel finsterer ausschaut, ein waschechter Sith-Lord, der meint, alles entwickle sich so, wie er vorausgesehen hatte.

 

“Uuuups!” Jetzt mal ehrlich, Klein Ani im Raumgleiter ist einfach zum Schießen!

Count Dookus Wechsel zur dunklen Seite und der Tod von Qui-Gon Jin hat vieles verändert. Misstrauen wird den Jedi entgegengebracht. Auch andere Systeme, die vormals den Frieden propagiert haben, ändern nun ihre Meinung und verlangen militärische Unterstützung seitens der Republik. Die Bedrohung geht ganz klar von den Sith und der dunklen Seite aus, von denen bislang angenommen wurde, sie wäre seit Jahrtausenden nicht mehr existent.

 

Der Senat unter der Führung des neuen Kanzlers Palpatine rüstet nun auf. Palpatine selbst allerdings spricht den Jedi sein Vertrauen aus und bittet sie, an der Seite der Republik zu kämpfen. Weil die Jedi sich mitschuldig fühlen, willigen sie ein, nur Yoda bekommt Bauchschmerzen und grummelt ein wenig. Prinzessin Amidala wird von einer Adelsfamilie vom Planeten Alderan adoptiert, den netten Organas. Obi Wan will Anakin beschützen, auch Yoda rät dazu, den Jungen trotz aller Bedenken zum Jedi auszubilden.

 

Denn ein Jedi mit solchen Kräften darf nicht den Sith in die Hände fallen. So wird Anakin Skywalker zu Obi Wan Kenobis Schüler und EPISODE 1 endet. Den Abspann würde ich so lassen.

 

 

 

 

I’d Do Anakin for Love (but I Won’t Do That)

 

So oder ganz anders. Ich glaube, ein wenig Entschlackung hätte EPISODE 1 ganz gut getan. Wie soll die ganze Chose nun aber weitergehen? In EPISODE 2, die zehn Jahre nach THE DARK FORCE spielt und die gerne ATTACK OF THE CLONES heißen darf, sind sowohl Anakin als auch Amidala zwanzig Jahre alt. Anakin ist Obi Wans Schüler und er ist ein schwieriger Fall. Aber beide werden echte Freunde. Amidala hat sich nach der Nabookrise der Politik zugewandt und ist nun auch Senatorin. Sie gerät nicht selten mit Kanzler Palpatine aneinander, denn sie teilt seine aggressive Politik nicht.

 

Die scheint aber notwendig, denn die “Gegenseite” unter Count Dooku überfällt andere Systeme und zwingt die Herrscher mittels einer selbstgebackenen Klonarmee zum Wechsel auf die dunkle Seite. Also rüstet auch die Republik auf, Sturmtruppenverbände spießen wie Unkraut aus dem Boden. Anakin und Amidala verlieben sich, Anakin gerät sehr häufig mit seinem Meister Obi Wan in Konflikte, Palpatine intrigiert im Hintergrund, dass sich die Balken biegen und die echten Klonkriege brechen aus. Es muss nicht viel mehr passieren, besser weniger. Weniger dämliche Liebesdialoge, weniger “Dein Lichtschwert ist dein Leben!”, weniger undurchsichtige Machenschaften, die ohnehin nie wirklich aufgeklärt werden.

 

Naja, am Ende ist das alles vertane Liebesmüh. EPISODE 1 ist nun mal so wie sie ist und das ist auch gut so. Worüber soll man sich sonst Darth Maul zerreißen. Vielleicht geht die ganze Sache ja mit EPISODE 7 weiter, so dass wir in fünfzehn Jahren hier wieder sitzen und Herrn Abrams die Rechnung vorlegen, wie er nur konnte und warum er UNS Fans nicht gefragt hat. Bis dahin eine schöne Spoilerzeit bis zur nächsten EPISODE – Weihnachten 2015.

 

 

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de