Fantasy Filmfest 2014 Quick’n’Dirty

An einem sonnigen, frühherbstlichen Septembersonntag endete das 28. Fantasy Filmfest in Berlin. Was soll ich sagen, mir hat es Spaß gemacht, zumindest, was meine eigene kleine Zusammenstellung betrifft. Ich habe ein gutes Dutzend Filme gesehen, so dass man nicht wirklich von Festivalüberblick sprechen kann. Ist aber auch egal, ich mag Formulierungen wie “Bester Film des Festivals” sowieso nicht. Wie im letzten Jahr picken wir uns kurz & dreckig ein paar Rosinen aus dem Filmfestkuchen und prüfen diese radikal und völlig subjektiv auf ihre Genretauglichkeit. Erwartungen gab es ja durchaus. Viel Spaß mit 8 Köstlichkeiten vom FFF 2014.

 

 

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Im letzten Jahr startete das Filmfest mit THE CONGRESS. Die Opening Night 2014 versprach ein wenig mehr Substanz, ein dreckiger Endzeitthriller von Regisseur David Michods (ANIMAL KINGDOM) mit Guy Pearce und Robert Pattinson.

 

Ein namenloser Held (Guy Pearce) rastet in einer staubtrockenen Einöde im australischem Outback, als ihm sein Auto von einer Bande Ganoven vor seinen Augen gestohlen wird. In dieser Zeit ein echtes Problem, denn ringsherum ist alles verkommen und verfallen nach dem großen, wirtschaftlichen Zusammenbruch. Der Held nimmt die Verfolgung durch die Ödnis auf und stolpert alsbald über den verwundeten Rey (Robert Pattinson), der Bruder eines der Autodiebe, die den scheinbar minderbemittelten jungen Mann zurückgelassen haben. Held und Rey folgen nun gemeinsam den Spuren, hinterlassen Blut und Leichen, bis es zur finalen Konfrontation und der Beantwortung der Frage kommt, warum der namenlose Held unbedingt sein Auto wiederhaben will.

 

THE ROVER ist zweifelsohne ein wesentlich kernigerer Startfilm für das Festival, ein Genremeisterwerk ist er aber deswegen noch nicht. Der Film ist eher zäher Trip, der vor allem von den beiden Hauptdarstellern und der Kulisse lebt. Pearce ist wie immer großartig, Pattinson schlicht genial. Die postapokalyptische Westernatmosphäre ist toll, erzählerisch ist das Ganze eher karg. Das Ende wird die Gemüter spalten, ich finde es ok, wirklich packend wird der australische Endzeitfilm eher nicht.

 

 

FAZIT:

Starke Darsteller, famose Optik und staubtrockene Erzählweise. Etwas karger Endzeitwestern mit atmosphärischen Höhen, aber wenig Thrill.

 

THE ROVER erscheint am 31. Oktober auf Blu-ray und DVD (Universum Film)

 

 

 

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Ich gebe es zu, manche Filme interessieren mich nur aus niederen Gelüsten heraus. HONEYMOON war mir anfänglich nur wegen Rose Leslie bekannt, die famose Ygritte aus GAME OF THRONES. Endlich mal ein frisches, hübsches Gesicht in einem Gruselfilm.

 

Paul (Harry Treadaway) und Bea (Rose Leslie) sind ein frisch verheiratetes Paar, die ihre Flitterwochen in einer einsamen Hüte an einem See im Wald verbringen wollen. Und das tun sie dann auch, alles ist schön ruhig, rustikal und unerträglich harmonisch. Bis Bea dann zu schlafwandeln beginnt und von ihrem Ehemann im Wald erwischt wird. Danach ist Bea irgendwie nicht mehr die Alte, kann plötzlich nicht mehr kochen und mit der Harmonie ist es dann schnell vorbei. Paul wittert, seine Ehefrau vergnüge sich bereits in den Flitterwochen mit einem anderen Kerl. Alle sind so richtig schön am Durchdrehen, dass blendende Lichter und seltsame Schleimigkeiten gar nicht richtig wahrgenommen werden. Doch erst dann wird es richtig ekelig…

 

Wie man wohl bereits herauslesen kann, HONEYMOON haut einem nicht sonderlich vom Hocker. Die Vorfreude auf die schnuckelige Rose Leslie weicht alsbald purer Entnervung, die Harmonie des jungen Glücks ist nur schwer zu ertragen. Man wünscht sich förmlich, dass bald schmerzliches geschehe, doch das tut es leider auch nicht. Eigentlich passiert gar nichts in dem Film, aufgeklärt wird auch nix und bis auf eine ekelhafte Szene gibt es eigentlich nichts, was lang im Gedächtnis bleibt. Bis auf Rose Leslie hübsches Gesicht, von dem am Ende aber auch nicht wirklich viel übrig bleibt.

 

 

FAZIT:

Schwache Mysterieschmonzette, in der nicht wirklich etwas aufregendes passiert und die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Aber Rose ist süß!

 

HONEYMOON ist hierzulande noch nicht fürs Heimkino angekündigt.

 

 

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Große Erwartungen Nummer 1: THE BABADOOK aus Australien, dessen Gesamtkonzept mich wirklich neugierig gemacht hat. Ich mag ja generell Kindergruselgeschichten und hier sah alles nach einem schönen, klassischen Horrorfilm á la DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder TRICK `R TREAT aus.

 

visual_babaAmelia ist eine alleinerziehende Mutter, deren Mann bei einem Autounfall ums Leben kam und die sich nun mit Samuel, ihrem siebenjährigen Sohn herumärgern muss, der ständig Probleme macht. Samuel hat einen ausgiebigen Selbstverteidigungsdrang und nicht selten wird die arme, überforderte Amelia zum Rektor der Schule zitiert. Als Amelia eines Abends ihrem Sohn aus einem Bilderbuch namens “The Babadook” vorliest, ein Buch um ein Wesen, welches selbst der taffen Mutter Angst einjagt, geschehen im Haus eigenartige Dinge. Ein Mann mit Krallenhänden und Zylinder, der Babadook, terrorisiert nun die Problemfamilie und nun kommt es auf Amelias und Samuels Standhaftigkeit an, dem tiefschwarzen Bösen die Stirn zu bieten.

 

Bester Film des Festivals! …uups, das wollte ich ja vermeiden. Im Ernst, THE BABADOOK ist ein wirklich feiner Horrorfilm, der diesen Namen auch verdient. Die Figuren Amelia und Samuel sind wirklich toll geschrieben und auch toll besetzt, die Geschichte ist pointiert erzählt, alle andere als schnarchnasig, hier geht es wirklich rasant los und was das Wichtigste ist – THE BABADOOK ist wirklich gruselig. Bei der ersten Begegnung mit dem Bilderbuch lief es mir durchaus kalt den Rücken runter. THE BABADOOK sieht phantastisch aus, das Sounddesign ist wuchtig und lässt einen des Öfteren zusammenzucken, einfach eine runde Sache.

 

 

FAZIT:

“If it’s in a word, or if it’s in a look, You Can’t get rid of the Babadook” Exzellenter klassischer Horror vom Schwarzen Mann, der gruselt, schockt und Laune macht!

 

Schätzungsweise erscheint THE BABADOOK bis Ende des Jahres.

 

 

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Ich suche mir gerne kleine Filme aus Ländern aus, die nicht unbedingt als Genrehochburgen bekannt sind. So auch LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS aus Venezuela, der den internationalen Titel THE HOUSE AT THE END OF TIME trägt. Wieder Mysterie-Grusel in einem Haus, das kennt man ja…

 

visual_casaEin Haus, ein Mord, ein Verschwinden. Dulce soll ihren Mann erstochen haben, sie wandert ins Gefängnis, welches sie auch erst als alte Frau wieder verlässt. Zurück im unheilvollen Haus erinnert sie sich, was vor Jahren geschehen ist. Sie bezogen einst dieses alte Haus, welches sie vor Jahren erworben hatten. Es herrschte nicht unbedingt Friede und Freude innerhalb der vierköpfigen Familie, der Vater hatte keine Arbeit, den beiden Buben knurrte der Magen, Dulce war frustriert. Als wäre nicht alles schon schwierig genug, beginnt es auch noch im Haus zu spuken. Während die alte Dulce so durch das Gemäuer wandert und sich erinnert, ahnt sie, dass die gegenwärtigen Ereignisse und die in der Vergangenheit auf merkwürdige Weise in Verbindung stehen.

 

La casa del fin de los tiempos beginnt vielversprechend, schaltet aber nach dem Opener ein paar Gänge runter und bietet altbekannte Haunted-House-Kost. Doch durchhalten lohnt sich, denn THE HOUSE AT THE END OF TIME hält, was der Titel so nebulös verspricht. Im Endeffekt haben wir es hier in gewissem Maße mit einer Zeitschleifegeschichte zu tun, die aber geschickt mit Stilmitteln eines klassischen Gruselfilms inszeniert wurde. Wenn man angebissen hat, kann man sich von der faszinierenden Vertracktheit des Plots nur noch schwer lösen. Ergo:

 

 

FAZIT:

Ruhiges Mysterie-Treiben wandelt sich zu einem raffinierten Zeitreisetrip, in dem eine clevere Story und effektiver Grusel Hand in Hand gehen.

 

Da sich THE HOUSE AT THE END OF TIME definitiv auch ein zweites oder drittes Mal lohnt, kann man bereits zur spanischen Veröffentlichung mit englischen Untertiteln greifen. Das ist zugegeben nicht unbedingt jedermanns Sache. Eine deutschsprachige Veröffentlichung steht noch in den Sternen.

 

 

 

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Große Erwartungen Nummer 2: AMONG THE LIVING von Julien Maury und Alexandre Bustillo, deren Debüt INSIDE ja ein Fantasy Filmfest-Feger war und der besonders bei Gorehounds hoch im Kurs steht. Nach dem eher poetischen LIVID scheinen Maury und Bustillo wieder zu neuer französischer Härte zurück zu kehren. Der Trailer sah bereits fantastisch aus.

 

visual_amongAMONG THE LIVING beginnt mit einer Reminiszenz an INSIDE, in der eine hochschwangere Béatrice Dalle sehr schnell Assoziationen zum Debütwerk der Franzosen weckt. Dann springt die Handlung zu drei Jugendlichen, die sich vom Schulstress absondern und ein verlassenes Filmset besuchen. Dort entdecken sie im Kofferraum eines Wagens eine gefesselte Frau. Es dauert nicht lang, und die Kids werden von einem maskierten Killer gejagt. Dieser verfolgt sie bis in ihre Wohnungen, um sie und ihre Familien nacheinander niederzumetzeln. Nur die letzte Familie zeigt so etwas wie Gegenwehr und kommt zumindest dahinter, dass es sich bei dem Killer um ein genetisch höchst seltsames Subjekt handelt. Mehr aber auch nicht, denn die ganze Sache endet relativ offen.

 

Tja, so ist das, wenn man sich freut. Vielleicht hätte es man in der Eingangssequenz bereits erahnen können. Denn noch einmal funktioniert die INSIDE-Kurzfassung nicht und man ist froh, wenn man endlich bei den drei begabten Jungdarstellern angekommen ist. Das alte Filmset in der Westernstadt liefert dann auch ein ziemlich morbide Atmosphäre und durchaus den Ansatz von Spannung durch den maskierten Verfolger. Als aber die Kids diesen Ort verlassen und die Geschichte zur noch zu erzählen vermag, wie jener Killer die Familien der Kids aufsucht und tranchiert, fällt die Spannungskurve deutlich ins Minus. Ja gut, Béatrice ist dabei, auch Chloé Coulloud aus LIVID, aber das reicht nicht.

 

Spannung? Kein bisschen. Wenigstens deftig blutig? Überhaupt nicht, eher schwer ernüchternd. Das die ganze Sache am Ende auch nicht wirklich schlüssig wird, gibt dem dritten Film der Gebrüder Maury und Bustillo dann den Rest. Auch wenn ich ihn mir noch einmal ansehen muss, aber der Ersteindruck lautet schlichtweg: enttäuschend!

 

 

FAZIT:

Keine Ahnung, was AMONG THE LIVING wirklich erzählen will, aber wenn er es wenigstens spannend und blutig täte – nach INSIDE und LIVID eine einzige Enttäuschung.

 

Die französische Blu-ray erscheint Ende Oktober, laut TIBERIUS FILM erscheint AMONG THE LIVING bei uns im ersten Quartal 2015.

 

 

 

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HOUSEBOUND ist eine Horrorkomödie aus Neuseeland, das reicht schon, um Aufmerksamkeit zu erregen, wohl wegen BRAINDEAD, mit dem der Film von Gerard Johnstone aber nicht viel gemein hat. Aber gute Horrorkomödien gibt es ja nicht wie Sand am Meer.

 

Kylie ist eine wenig begabte Rebellin, die nach einem “Missgeschick” am Bankautomaten zu 8 Monaten Hausarrest bei ihren Eltern verbrummt wird – mit elektronischer Fußfessel selbstredend. Dass das Verhältnis zu ihren Eltern nicht das Beste ist, verschärft die Situation von Kylie. Nun hockt sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer, qualmt gefrustet eine Zigarette nach der anderen, bis es obligatorisch zu spuken anfängt. Zum Glück ist der Polizeibeamte, der ihren Hausarrest überwacht, nebenbei Hobbyparapsychologe und man will gemeinsam dem vermeintlichen Geist auf die Schliche kommen. Denn hinter der ganze Sache steckt im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr. Nicht nur, dass Kylie ständig von Händen begrabscht wird, auch scheint hinter den Wänden jemand zu leben.

 

Wie gesagt, gute Horrorkomödien sind selten. Der meiste Quatsch driftet schnell ins Alberne ab, dass Figuren meist zur Karikatur werden. HOUSEBOUND aber schafft den Spagat zwischen Horror und Komödie, vor allem die Abgefucktheit von Kylie ist schwer sympathisch, ihre Mittel sind ideenreich und rabiat (Käsereibe!) und es wurde viel gelacht im Kinosaal. Das muss man dann beim zweiten Mal Sichten nochmal relativieren, denn manche Gags funktionieren eben in der Gruppe besser als allein vorm Flachbildschirm. Aber der Ersteindruck ist durchaus positiv, nicht ganz so witzig wie THE FRIGHTENERS, aber kurzweilige Kost ist HOUSEBOUND allemal.

 

 

FAZIT:

Rotzige, aber sympathische Hauptfigur keift sich durch eine heitere Horrorkomödie mit witzigem Tonfall und makabren Ideen. Lustig, aber harmlos.

 

Keine Infos über eine baldige Veröffentlichung, Sorry.

 

 

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Eine clevere Art, Subgenres zu kombinieren ist die Kreuzung von Mysterie und Coming-of-Age. LOVE ETERNAL lief im letzten Jahr und war so ein Fall. JAMIE MARKS IS DEAD, inszeniert von RUINEN-Regisseur Carter Smith verspricht ruhiges Pubertätsdrama mit Gruselelementen, was ich generell mag.

 

Jamie Marks ist tot – der jugendliche Außenseiter wird von Gracie (Morgan Saylor) an einem Flussufer entdeckt. Jamie hatte es nicht leicht, er wurde Opfer von Mobbingattacken, Freunde hatte er keine. Trotzdem nimmt sein Tod den jungen Adam (Cameron Monaghan) ungewöhnlich mit. Adam und Gracie lernen sich näher kennen, denn beide verbindet eine seltsame Gabe – sie können Jamie sehen, der als Geist noch immer in der kargen Gegend herumspaziert. Jamies Geist vertraut sich Adam an, nachdem er bei ihm öfter im Kleiderschrank auftaucht. Aber was will Jamie, und wie kann Adam oder Gracie ihm dabei helfen? Zudem gibt es noch andere Geister, die auf unerklärliche Weise festsitzen. Besonders Adam gerät dabei in höchst unangenehme Situationen.

 

Ich mag Coming-of-Age, ich mag Mysteriegrusel, also mag ich auch die Verquickung beider Subgenres. Die dürfen von mir aus schwer, zäh und deprimierend sein. JAMIE MARKS IS DEAD ist erzählerisch wirklich elegant, sanft und voller atmosphärischer Momente. Es gibt dabei nicht wenig, was an die Serie TWIN PEAKS erinnert, was generell schon mal ein dicker Pluspunkt ist. Auch finde ich die beiden Hauptdarsteller der Figuren Adam und Gracie fabelhaft besetzt, zwei tolle Mimen. Beim Titelhelden Jamie aber werden die Meinungen auseinandergehen. Es ist leider ein großes Klischee, dass Verstorbene urplötzlich über eine allumspannende Ahnung vom Jenseits und dem ganzen Quatsch haben und das dann auch äußerst nervig betonen müssen. Zudem kann ich Jamie nicht wirklich ernst nehmen, weil er exakt wie Harry Potter aussieht. Klingt gemein, ne. Nicht, dass der arme Junge was dafür könne, aber mussten ihm die Macher auch noch so eine Brille verpassen? Sorry, aber das einzig nicht so gelungene an JAMIE MARKS IS DEAD ist leider Jamie.

 

 

FAZIT:

Ruhige Coming-of-Age-Mysterie mit tollen Jungdarstellern, aber auch altbackenen Klischees und halbgaren Antworten auf eine eigentlich interessante Fragen.

 

Keine Infos über eine Heimkinoauswertung.

 

 

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Zu guter Letzt – der Abschlussfilm. LIFE AFTER BETH von Jeff Baena, ein Debütfilm, eine Zombiekomödie, nun ja. Auch hier würde ich vielleicht nicht ganz so interessiert sein, wenn die Hauptrolle nicht von Aubrey Plaza gespielt würde, die ich in SAFETY NOT GUARANTEED und SCOTT PILGRAM einfach umwerfend fand.

 

Beth Slocum is dead – so beginnt auch LIFE AFTER BETH, doch es dauert nicht lang, und die titelgebende Hauptfigur kehrt wie Jamie zurück, allerdings nicht als Geist, sondern als, nun ja, Zombie? Das wird sich noch zeigen, vorerst ist Zach (Dane DeHaan, CHRONICLE), Beths Freund, ziemlich von den Socken, als er seine tot geglaubte Liebe im ihrem elterlichen Haus erspäht. Beths Eltern (John C. Reilly und Molly Shannon) allerdings versuchen so gut wie möglich, dass von Beths Wiederauferstehung kein Mensch etwas mitbekommt. Dabei ist Beth noch wirklich gut in Schuss, sie kann reden, sie kann fluchen, sie kann irre ausrasten. Allerdings fängt sie auch an, streng zu riechen und bekommt Hunger auf Rohkost. Das ist bisher sehr selten gut gegangen.

 

Nachdem der letztjährige Abschlussfilm YOU´RE NEXT nicht so ganz meine Geschmack getroffen hatte, fällt mein Fazit zu LIFE AFTER BETH etwas wohlwollender aus. Das liegt aber zu Großteilen ausschließlich an Aubrey Plaza, die eine wahre Furie ist und den eigentlich harmlosen Film gänzlich an sich reißt. Auch John C. Reilly ist wie immer köstlich, aber Dane DeHaag ist eine Schnarchnase und so richtig in Fahrt kommt der Streifen nicht – wer etwas wie SHAUN OF THE DEAD erwartet, denkt in die falsche Richtung. Auch hier ist eine große Portion Coming-of-Age beigemischt, auch der ein oder andere gute Song, aber schlussendlich ist LIFE OF BETH eher nett als ein Knaller. Besser als WARM BODIES ist er aber in jedem Fall.

 

FAZIT:

Aubrey Plaza kreischt, wütet, spuckt Gift und Galle und es macht Spaß, dem beizuwohnen. Der Rest ist besseres Mittelmaß ohne Ecken und Kanten.

 

LIFE AFTER BETH kommt als US-Scheibe im Oktober und wird wohl auch in diesem Jahr noch in hiesigen Gefilden eintrudeln.

 

 

So, das war der kleine Streifzug durch mein Festivalprogramm. Gutes Jahr, finde ich. Lief ja auch noch UNDER THE SKIN, BLUE RUIN und 13 SINS, letzterer ist ein ziemlich überraschender Killer (erhältlich ab 25.09.). Ein paar Sachen, die ich verpasst habe, ob absichtlich oder nicht, erscheinen ja auch in den kommenden Wochen (BENEATH (10.10.) und WOLFCOP (18.11.). Dann gehts auch schon wieder straff auf die NIGHTS 2015 zu. Bis dahin einen schönen Spätsommer und allen, denen das Fantasy Filmfest noch bevorsteht, einige tolle Kinomomente.

 

 

 

One Comment

  1. Antworten

    […] FANTASY FILMFEST kommen SWEET HOME, EXTINCTION und die Anthologie TALES OF HALLOWEEN, vom Vorjahr sind DER BABADOOK und LIFE AFTER BETH am Start, kann man sich alles geben, vor allem THE BABADOOK […]

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de