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Fantasy Filmfest 2019 Quick`n`Dirty

Gestern endete in Berlin das 33. Fantasy Filmfest nach elf Tagen Genrestreufeuer aus allen Kanonen und Kanönchen. 50 Genrefilme wollten gesehen werden, für mich hat es gerademal für ein Fünftel gereicht, aber so gut wie alle meine Highlights waren dabei und wir wollen wie immer fröhlich einen kleinen Reviewreigen der schauderlichen Art veranstalten und schauen, welche schröcklichen Festivalhighlights frischen Wind in den aktuellen Genrefilm bringen und welche eher enttäuscht haben. Der diesjährige Jahrgang hatte es nicht leicht, denn das 32. Fantasy Filmfest im Jahr 2018 hatte die blutige Messlatte recht hoch gehängt. Doch schauen wir mal auf die Leckerli von 2019, deshalb Vorhang auf für ein frisches Fantasy Filmfest Quick`n`Dirty.

Strange, Stranger, Stranger Things

Wir befinden uns derweil über dem Zenit der Jahresmitte, die Sonne plustert sich gerade wieder auf, um dem Sommer Zunder zu geben. Rekordsommer. Früher, da gab es mal den Kinosommer, aber diese Zeiten scheinen vorbei. Nichts desto Trotz kann man sie noch im Lichtspielhaus finden, die alten Helden des 90er Jahre Sommerkinos wie Spider-Man, die X-MEN oder die MIB. Auch DER KÖNIG DER LÖWEN kommt nochmal vorbeigeschnurrt. Aber als Filmfan von heute weiß man, dass den Neuauflagen nicht zu trauen ist. Denn früher war alles besser, so sagt es nicht nur der Filmvolksmund. Dieses Gefühl, welches man in den 80ern und 90ern hatte, als die großen Kultfilme anliefen, es lässt sich nur schwer reproduzieren. Bittere Enttäuschung an allen Fronten, echt Horrorshow.

The Changeling

Da ist er wieder, der von Horrorfans am innigsten geliebte Monat des Jahres – der Shocktober. Er liegt zwischen dem septischen Tember und dem nosferatischen November, auch Schlachtmond oder Nebelung genannt. Schon in des Menschen Frühzeit hat sich der selbige mit allerlei Gruseleien verdingt, es war die Zeit der langen Pappnasen und Steuerrückbescheide, purer Horror von der Maas bis an die Memel. Auch vergiftetes Essen wurde gereicht. Bis heut hat sich die Homo Saper den Feinsinn für das Schröckliche bewahrt, im Schocktober werden Horrorfilme zelebriert und vor allem referiert, dass es nur so splattattert. Soll uns Recht sein, da machen wir mit. Doch wagen wir uns tief ins Horrorarchiv vor, wo kaum eine Leich je zuvor war und graben mit stumpfen Nägeln die vergessenen Highlights der Horrorfilmgeschichte frei, die da ungesehen vor sich hinmodern.

Solo: A Star Wars Story

Es war vor noch gar nicht all zu langer Zeit in diesem unserem Universum, als der letzte STAR WARS Film THE LAST JEDI über die Kinoleinwände flimmerte. Nur fünf Monate später startet nun der zweite Anthologiefilm nach ROGUE ONE namens SOLO um die Erlebnisse eines jungen Han Solo, bevor er und sein Copilot Chewbacca einen jungen Farmerburschen namens Luke kennenlernen. Es ist wieder Prequeltime im STAR WARS Universum, doch bereits im Vorfeld galt der Ableger der Saga als kleines Problemkind.

Annihilation / Auslöschung

Eine Gezeitenwende steht an im internationalen Schaugeschäft. Die altehrwürdige Verwertungskette Kino-Video-TV hat ausgedient. Im Kampf der Pay-TV Anstalten um Abonnenten und exklusive Inhalte hat NETFLIX eine neue Runde eingeläutet. Was eigentlich gar nicht stimmt, denn exklusive Spielfilme unter dem Banner NETFLIX Originals gibt’s seit 2015, auch vielversprechende Science-Fiction Kost von jungen Filmemachern landete bereits ohne großes Tamtam auf dem Bezahlsender. Doch weder THE CLOVERFIELD PARADOX noch Duncan Jones MUTE waren sonderlich berauschend und auf der Kinoleinwand hat sie kaum jemand vermisst. Anders sieht das beim neuen Film von Alex Garland aus, der außerhalb der USA ausschließlich auf NETFLIX ausgewertet wird.

Star Wars: The Last Jedi

Endlich wieder STAR WARS! Das Jahr geht zu Ende und mit ihm drückt Lucasfilm seinen Stempel auf das fast vollbrachte Filmjahr, nun schon zum dritten Male nach THE FORCE AWAKENS (2015) und ROGUE ONE (2016). Obwohl mit EPISODE 8 erst der Mittelteil der neuen Trilogie erreicht ist, fühlt es sich beinahe so an wie mit der jährlichen Vorweihnachtsdosis LORD OF THE RINGS vor fast 15 Jahren. STAR WARS gehört zu Weihnachten dazu und nun, zum dritten Mal, so scheint es, kann der Kreis sich schließen.

SCHNEEFLÖCKCHEN

Jungs, wir müssen mal wieder…oh fuck, Verzeihung, ich meinte natürlich Jungs und Mädels, wir müssen mal wieder über deutsches Genrekino reden. 27 Jahre nach Helmut Kohls Vision von blühenden Genrelandschaften wird dieser Traum mehr und mehr Wirklichkeit. 2017 ist bislang ein fantastischer Jahrgang für den deutschen Genrefilm, nach der fünften GENRENALE, dem Kinostart von IMMIGRATION GAME und BERLIN FALLING nun auch noch zwei deutsche Genreproduktionen auf dem 31. FANTASY FILMFEST. Da kann man fast schon wieder die alten Weltherrschaftspläne herauskramen. Wer das alles nicht glauben will, kann sich ja auf dem FANTASY FILMFEST eines Besseren belehren lassen, denn mit SCHNEEFLÖCKCHEN von Regisseur Adolfo Kolmerer und Drehbuchautor Arend Remmers läuft dort einer der abgedrehtesten Mindfuckfilme der letzten Dekaden.

STARFLIGHT ONE

Nun haben wir uns eine ganze Weile mit dem aktuellen Genrefilm beschäftigt, von der GENRENALE über Found Footage bis zur wirtschaftlichen und kulturellen Lage der europäischen Genreunion, da wird es langsam mal wieder Zeit für einen Blick zurück. Retrospektive nennen es die Kunstschaffenden, andere meinen damit eine Sehnsucht nach einer Zeit, in der angeblich alles besser war. Für manche existiert im Blick zurück nur der TERMINATOR und das ALIEN, ich für meinen Teil grabe in der Rubrik Retro Review auch gerne Filmperlen meiner Kindheit aus, nur liegen die meist noch eine Sedimentschicht tiefer im VHS-Grab verbuddelt. Manche hat man beinahe vergessen, wie auch den Filmklassiker aus dem Jahr 1983 STARFLIGHT ONE – IRRFLUG INS WELTALL.

ROGUE ONE

Nun ist es also wieder soweit. Wie in jedem Jahr zu Weihnachten gibt es einen neuen STAR WARS Film aus den Häusern Disney und Lucasfilm. Nee Moment, mit ROGUE ONE startet ja erst die zweite Produktion nach der Disneyübernahme des Lucas-Evangeliums. Nachdem der Mäusemelkkonzern in den letzten vier Wochen ein wahren Marketingfeuerwerk an Trailern und TV-Spots verschossen hat, ist STAR WARS wieder präsent wie nie zuvor. Und doch fühlt es sich anders an als im letzten Jahr bei der lang erwarteten EPISODE VII – THE FORCE AWAKENS. Das mit ROGUE ONE – A STAR WARS STORY nicht die Abenteuer der neuen Helden Rex, Finn und Poe Dameron weitergesponnen werden, dürften auch Unkundige der Saga mitbekommen haben. Gareth Edwards Regieeinstand im STAR WARS Filmuniversum koppelt sich aus der Familiengeschichte der Skywalkers aus und präsentiert sich als erstes Spin-Off der Reihe, wenn man mal von den Ewok TV-Filmen in den achtziger Jahren absieht.

WAXWORK I & II

Nachdem wir uns letzte Woche mit trockenen, kalkulatorischen Aspekten des Horrorfilms beschäftigt haben, wollen wir es mal wieder richtig splattatern lassen. Reisen wir zurück in der Zeit, in eine Epoche des Horrorfilms, die noch wahrlich quietschig war. In unserer Retro Review huldigen wir heute gleich zwei Klassikern. Obgleich sie nicht gänzlich unbekannt sind, fristen sie ein Schattendasein, tauchen selten in den Listen um die besten Horrorfilme aller Zeiten auf und warten weltweit noch immer auf eine adäquate Veröffentlichung auf Blu-ray. Doch damit ist jetzt Schluss! Begeben wir uns auf einen wilden Ritt durch die Geschichte des Horrorfilms – Vorhang auf für WAXWORK von Anthony Hickox.

Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de