Moo Moo Moonlight

Die 89. OSCAR-Kaninchen- und Taubenzuchtverleihungen, in diesem Jahr präsentiert von Eichelschmeichler der Firma Amorelie, wurden wie immer von Pro Sieben vor der Aufzeichnung ausgestrahlt und das bis zu fünf mal in über vierzig Städten Dänemarks. Eine technische Meisterleistung! Mixed Emotions vom Fahrbandrand, der rote Teppich als Gaumenzäpfchenverlängerung von Steven Gätjen. Wir sahen Viggo Mortensen und seinen unehelichen Sohn, den er mit Uwe Ochsenknecht hat, Nicole Kidman flog vorbei, Gätjen broll, doch die Kamera machte einen Schwenk und wir sahen Mel Gibson, der gerade zum achten Mal Vater geworden ist und sein neustes Töchterlein bereits zur Verleihung mitgebracht hat.

 

 

 

 

Nur sieben Stunden später ging es auch schon los. Jimmy Kimmel moderierte moderat, Carepakete wurden von unsichtbaren, rosafarbenen Jagdbombern abgeworfen, dann eine Totale über die illustre Gästeschar, nur Natalie Portman fehlte, sie ist zur OSCAR-Zeit traditionell schwanger. Allerdings nicht von mir, wohlgemerkt! Dann wurden die ersten Preise verliehen, an Mahershala Ali für LA LA LAND und das beste Makeup und Hairstyling für SUICIDE SQUAD, der in diesem Jahr für stolze 14 OSCARS nominiert war.

 

Bestes Kürzel ging an FBAWTFT, ARRIVAL wurde für den besten Topfschnitt ausgezeichnet. Viola Davis bekam für FENCES den OSCAR, den sie schon für THE HELP hätte kriegen sollen, TONI ERDMANN unterlag dem iranischen THE SALESMAN und durch Deutschland ging ein Ruck. ZOOTOPIA erhielt zu Recht die Trophäe für den besten Animationsfilm.

 

 

Der OSCAR für die besten Visual Effects ging an Felicity Jones Mund, LA LA LAND räumte in den Kategorien Szenenbild, Kamera, Score und Song ab, das war vorher mit mir abgesprochen. Das beste Originaldrehbuch ging in diesem Jahr an den irre witzigen und niedlichen MANCHESTER BY THE SEA, das beste adaptierte Drehbuch wurde LA LA LAND. Auch Damien Chazelle gewann einen OSCAR für die beste Regie, allerdings für MOONLIGHT.

 

Dann wurde es spannend, schnell noch zwei Carepakete abwerfen, ein paar Touristen durch die Stuhlreihen prügeln und noch ein mal Matt Damon beleidigen, bis Casey Affleck den OSCAR für die beste männliche Hauptrolle in Empfang nehmen durfte. Meryl Streep unterlag Emma Stone im Armdrücken, dafür bekam Emma Stone sogar noch einen Extra-OSCAR mit. Doch der Reihe nach.

 

 

 

 

LA LA LAND errang den OSCAR für den besten Film, was sofort weltweite Proteste auslöste und er ihn Ad hoc wieder aberkannt bekam. Warren Beatty hatte es verbockt, seine Affäre mit Emma Stone kam ans Tageslicht und beide mussten dafür zur Strafe alle übrig gebliebenen Carepakete aufessen. Um Prügeleien zwischen den Produzenten auf der Bühne zu vermeiden, wurde ein Kompromiss geschlossen: Der OSCAR für den besten Film geht an MOO MOO MOONLIGHT und die 89. OSCARS werden wiederholt.

 

Ab sechs Uhr fünf gingen alle wieder auf Anfang und Steven Gätjen fing nochmal von vorne an. Fake-OSCARS! Am Ende blieb alles beim Alten, auch beim zweiten Versuch gewann LA LA LIGHT, die Spagetti in meinem Topf vertrockneten munter vor sich hin und ich beschloss, diesen Schweinskram da auf keinen Fall mit einer Kolumne zu balsadern. Dann lieber nochmal MANCHESTER BY THE SEA anschauen. Doch nächstes Jahr wird alles anders, hat mir Roy Scheider posthum in einem Telegramm mitgeteilt. Nur noch 364 mal schlafen. Werd ich auch machen. Schüss.

 

 

 

 

 

Bester Film: MOONLIGHT
Bestes Originaldrehbuch: MANCHESTER BY THE SEA
Bestes adaptiertes Drehbuch: MOONLIGHT
Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone für LA LA LAND
Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck für MANCHESTER BY THE SEA
Beste Nebendarstellerin: Viola Davis für FENCES
Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali für MOONLIGHT
Beste Regie: Damien Chazelle für LA LA LAND
Bester fremdsprachiger Film: THE SALESMAN (Iran)
Bester Animationsfilm: ZOOMANIA
Beste Kamera: LA LA LAND
Bestes Szenenbild: LA LA LAND
Bester Ton: HACKSAW RIDGE
Bester Tonschnitt: ARRIVAL
Bester Schnitt: HACKSAW RIDGE
Bestes Kostümdesign: FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM
Bestes Make-up und Frisuren: SUICIDE SQUAD
Beste visuelle Effekte: THE JUNGLE BOOK
Beste Filmmusik: LA LA LAND
Bester Filmsong: “City of Stars” von Justin Hurwitz für LA LA LAND
Bester animierter Kurzfilm: PIPER
Bester Kurzfilm: SING
Bester Dokumentarkurzfilm: THE WHITE HELMETS
Bester Dokumentarfilm: O.J.SIMPSON: MADE IN AMERICA

 

 

 

One Comment

  1. Antworten

    […] ausgezeichnet wurde. Als Besten Film hatte ich THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI vermutet, aber als Faye Dunaway und Waren Beatty auf die Bühne kamen wusste ich, so einen schwierigen Filmtitel auszusprechen wird man ihnen nicht antun, das wär […]

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de