Die kleine Genrefibel Teil 93: Body Horror

Zu Beginn dieser Kleinen Genrefibel beantworte ich erstmal ein paar Leserbriefe. Feigwart Felb aus Fresenhagen schreibt: „Hallo. Die letzten beiden Genrefibeln haben mir nicht so gut gefallen. Tiere und experimentelle Filme, das ist nicht das, wovon die Kinder kommen. Wann gibt es endlich mal wieder was mit Blut und Splatter und so?“ Nun, lieber Feigwart Felb aus Fresenhagen, wir sind inzwischen bei Teil 93 der Kleinen Genrefibel angekommen und so manch Subgenre macht sich nun natürlich rar, denn derer Zahl ist begrenzt, vor allem im Bereich Horror, in dem ihr Wunsch nach Blut und Splatter und so ja inkludiert ist. Doch nicht verzagen, denn ein Subkomplex der Horrorfilmkunst ist noch übrig und wie es der Zufall so will, beschäftigen wir uns genau heute damit. Doch freuen Sie sich nicht zu früh, denn trotz teilweise heftig-deftiger Splattereinlagen gibt es auch in diesem Subgenre diverse Überschneidungen mit Tieren und dem Experimentalfilm. Das heutige Thema heißt Body Horror, aber der Begriff wirft Fragen auf.

 

 

 

 

Ist Body Horror ein Subgenre oder nur ein Element des Horrorfilms? Filmwissenschaftlich lässt sich vorzüglich darüber zanken, popkulturell funktioniert die Bezeichnung aber schon als Sammelbegriff für diverse Filme in bestimmten Dekaden. Darauf werden wir gleich genauer eingehen, was aber lässt sich erstmal grundsätzlich über Body Horror sagen? Im umgangssprachlichen Body Horror Film geht es im Kern um physische Veränderungen des menschlichen Körpers, um diverse Transformationen, Mutationen, Deformationen und Metamorphosen, die von psychologischen Ängsten begleitet werden. Für die Figuren bedeutet das vor allem die Angst des körperlichen Ver- wie Zerfalls bis zum Tod sowie der Verlust der äußeren wie inneren Menschlichkeit. Für den Zuschauer, der diese Veränderungsprozesse am eigenen Leib nachfühlen kann, führt die Materie vor allem zu einer zentralen Emotion – Ekel.

 

Wir alle werden faulen

 

Body Horror als filmisches Element zieht sich durch sämtliche Jahrzehnte und lässt nicht immer einen klaren Body Horror Film resultieren. Fast alle Figuren in Horrorfilmen eint der Wunsch nach körperlicher Unversehrtheit, in Slashern werden Körper zerschlitzt, Zombies verfaulen, im Torture Porn geht es um das Zufügen von Schmerzen durch körperliche Gewalt bis hin zur Verstümmelung. Doch das sind streng genommen alles keine Body Horror Elemente, auch wenn sie beim Zuschauer körperlich nachvollziehbar sind. Die wichtigsten Elemente von Body Horror sind Erzählperspektive und Transformation, sie gehören zusammen. Figuren in Body Horror Filmen transformieren körperlich, erzählt wird das größtenteils aus ihrer Perspektive.

 

 

Body Horror Elements

Body Horror als Element auch außerhalb des klassischen Horrorfilms – in BLACK SWAN, DIE HAUT IN DER ICH WOHNE und TAXIDERMIA.

 

Damit grenzt sich Body Horror vor allem von Horror Subgenres ab, in denen die Bedrohung eine äußerliche ist, Slasher, Zombies, Tierhorror, also Filme, in denen die Figuren einer äußerlicher Bedrohung entkommen müssen. Bei Body Horror aber kommt die Bedrohung von innen, sie geht vom eigenen Körper aus, der sich gegen einen wendet. Ursachen dafür gibt es etliche, Krankheiten, insbesondere Geschlechtskrankheiten, oder gescheiterte (Selbst)Experimente gehören zu den Hauptfaktoren, Natürlich ist eine Krankheit oder parasitärer Befall auch ein äußerer Einfluss, dramatisiert aber wird vor allem, was es mit Leib und Seele anrichtet.

 

 

Body Horror Elements

Body Horror Elemente, aber Genregrenzgänger – das “wissenschaftliche” Körperexperiment in THE HUMAN CENTIPEDE (FIRST SEQUENCE), Experimente mit Körperteilen in RE-ANIMATOR und wenige Zombiefilme wie MAGGIE, welche den körperlichen und geistigen Zerfallsprozess erzählen.

 

Doch es gibt Ausnahmen. In Filmen über Gestaltwandler wie Werwölfe ist Body Horror ein Element, trotz dass eine Figur eine körperliche Transformation durchlebt. Die Verwandlung von David in AMERICAN WEREWOLF ist ein Höhepunkt an Body Horror, natürlich kann man Werwolffilme auch als Body Horror Filme bezeichnen, aber wer tut das? Vielleicht liegt ein Erklärungsansatz darin, dass ein Werwolf vor allem eine mythologische Figur ist. In Body Horror Filmen aber geht es selten um mythologische oder übernatürliche Dinge, sondern um teilweise wissenschaftlich fundierte Sachverhalte, weswegen Body Horror auch häufig als biological horror bezeichnet wird. Somit sind body horror movies in vielen Fällen Crossover mit der Science-Fiction.

 

 

shapeshifter movies

Body Horror Elemente in Filmen über Gestaltwandler – die Transformation in einen Werwolf in AMERICAN WEREWOLF, tiefenpsychologischere Betrachtung in GINGER SNAPS, Mutanten in X-MEN.

 

Doch nicht alles im Bereich Sci-Fi-Horror ist dann auch gleich Body Horror, zwei Bereiche sind wieder trügerisch. Filme um Cyborgs, also Mischwesen aus biologischem Organismus und Maschine durchleben auch Transformationen, diverse Ängste jener Gestalten werden mit Sicherheit thematisiert, sind aber selten über die Horrorschiene dramatisiert. Auch in japanischen Anime Filmen wie AKIRA gibt es deutliche Body Horror Elemente, sind aber ebenso weniger Horrorfilme. Echten Science-Fiction-Horror gibt es in der Behandlung der Thematik Body Snatcher, gemeint sind außerirdische Lebensformen, welche menschliche Körper infiltrieren und Menschen dadurch manipulieren. Die Riege an Body Snachter Filmen wie DIE DÄMONISCHEN oder DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN werden aber wiederum über Figuren erzählt, die dieser äußeren Bedrohung zu entfliehen versuchen.

 

 

Body Horror Elements

Body Horror Elemente in klassischer Science-Fiction – Cyborgs (ROBOCOP), Anime (AKIRA) und Körperfresser (BODY SNATCHERS).

 

Jetzt haben wir so viel festgestellt, was möglicherweise nicht Body Horror ist, was aber ist denn nun ein echter Body Horror Film? Obgleich Body Horror Elemente im US-amerikanischen Horrorfilm bereits ab den 50er Jahren auftraten, wurde der Begriff erst 1983 geprägt und das stark in Zusammenhang mit den frühen Filmen von Regisseur David Cronenberg. Im Mittelpunkt stehen Figuren, deren Körper sich gegen sie wendet, durch Transformation, Mutation und Metamorphose, die eher eine natürliche denn eine übernatürliche Ursache haben, durch Infektion, Experimente eines Mad Scientist oder aus dem Selbstversuch heraus.

 

 

Body Horror Elements

Body Horror Elemente in “echten” Body Horror Filmen – Selbstexperiment, Mad Scientist und Hybris in DIE FLIEGE, körperlicher Zerfall, Mutation, Deformation und Transformation (STARRY EYES), psycho-sexuelle Metapher und Fetish (VIDEODROME).

 

Obwohl Körperhorror sehr physisch daherkommt und eine entscheidende Evolution in den 80er Jahren durch handgemachte Effekt- und Maskengestaltung durchmachte, standen immer auch psychologische und metaphorische Elemente in diesem Komplex im Vordergrund. Die Veränderung des Körpers hatte immer auch psychologische Folgen, die oft das Antagonistische förderten wie die Verwandlung in ein vermeintliches Monster auch im Inneren. Eine der zentralen Fragen bei Body Horror ist, wieviel Menschlichkeit trotz äußerlicher Veränderungen noch in den Figuren verbleibt und was uns generell menschlich macht.

 

 

THE VOID

Das Herz eines jeden Body Horror Films aber bleibt die handgemachte Effektgestaltung – THE VOID (2016) von Jeremy Gillespie und Steven Kostanski.

 

Body Horror bietet Metaphern für natürliche Veränderungsprozesse wie die sexuelle Reife und Pubertät, Krankheit und Tod sowie im menschlichen Eingriff in die Gesetze der Natur und des Lebens. Wenn auch Effektgestaltung oftmals sehr brachial und ekelerregend daherkam, hat Body Horror auch sinnliche Elemente, teilweise bis hin zum Fetisch. Im Großen und Ganzen werden diverse Body Horror Filme trotz deftiger Effektgestaltung nicht als reißerisch oder stumpf wahrgenommen, wenn auch der Ekel ein zentrales emotionales Element der Wirkung darstellt. Aber eben nicht ausschließlich, das Mitfühlen des Zuschauers mit den Figuren wird vor allem dadurch ermöglicht, weil wir körperliche Prozesse oder Krankheiten nur zu gut nachvollziehen können.

 

Body Horror Evolution

 

Die literarischen Ursprünge von Body Horror liegen in der sogenannten gothic novel, dem Schauerroman zwischen Mitte des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. „Mary Shelleys Frankenstein” gilt hier als einflussreichstes Werk für die Kreuzung von Horror und Science-Fiction, in dem ein Wissenschaftler ein Wesen aus menschlichen Körperteilen erschafft. Diverse Motive für künftigen Body Horror im Film lieferten Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aber auch die Werke von Edgar Allan Poe („The Facts of M. Valdemar’s Case“, „Tell-Tale Heart“), H. P. Lovecraft („Herbert West – Reanimator) sowie Franz Kafka („Die Verwandlung“).

 

 

Orlacs Hände

ORLAC’S HÄNDE (1924) von Robert Wiene

 

In den 20er und 30er Jahren bedienten sich vor allem zwei Filme diverser Body Horror Elemente. 1924 erschien der Film ORLAC’S HÄNDE, in dem einem Konzertpianisten nach einem Unfall zwei neue Hände transplantiert wurden, jedoch handelt es sich um die Hände eines Mörders, welche nach einiger Zeit ein Eigenleben entwickeln und wieder zu morden beginnen. In DER MANN, DER LACHT (THE MAN WHO LAUGHS) mit Conrad Veidt aus dem Jahr 1928 wird die Hauptfigur durch einen Chirurgen grauenhaft entstellt wird – ihm wird ein immerwährendes Lachen anopieriert. Beide Filme nährten die Angst vor medizinischem Fortschritt und bilden durch jenes Storytelling eine Schnittstelle zwischen körperlichem und psychischem Horror.

 

Der Mann, der lacht

DER MANN, DER LACHT (1928) von Paul Leni

Frankenstein 1931

FRANKENSTEIN (1931) von James Whale

 

Der wahre Horror des zweiten Weltkriegs nährte noch größere Ängste, vor allem im US-amerikanischen Horrorfilm, nachdem Soldaten mit Verstümmelungen und amputierten Gliedmaßen vom Krieg zurückkehrten, körperliche Traumata, die auch Filmemacher aufgriffen. In den 50er Jahren kam es zu einem Science-Fiction Boom in den USA, oft eine Metapher für den Kalten Krieg, aber außerirdische Invasoren bereiteten auch den Weg für Body Horror Elemente. Neben den Body Snatcher Filmen, in denen Außerirdische menschliche Körper übernahmen, war es vor allem der Film THE BLOB aus dem Jahr 1958, der zur Steilvorlage für späteren Body Horror wurde, wie für THE THING von John Carpenter oder als Reminiszenz für SLITHER von James Gunn.

 

 

Der Blob 1958

DER BLOB (1958) von Irvin S. Yeaworth junior

 

Ebenfalls aus dem Jahr 1958 erschien ein weiterer Meilenstein, welcher den Body Horror Film späterer Dekaden vorbereitete – DIE FLIEGE von Kurt Neumann mit Vincent Price. In DIE FLIEGE flossen bereits mehrere Elemente von Body Horror zusammen, der Science-Fiction Aspekt um einen Wissenschaftler (den Figurentypus Mad Scientist), der selbstverschuldete Auslöser sowie die Transformation. In DIE FLIEGE wird durch ein Teleportationsgerät die DNA der Hauptfigur mit der einer Stubenfliege vermischt und verwandelt diesen in einen Fliegenmenschen, sein eigener menschlicher Kopf befindet sich nun auf einem Fliegenkörper. DIE FLIEGE erhielt 1959 und 1965 zwei Fortsetzungen, doch erst das Remake von David Cronenberg wurde zum Body Horror Symbol.

 

 

Die Fliege 1958

Vincent Price in DIE FLIEGE (1958) von Kurt Neumann

 

Die Evolution von Body Horror wurde in den 60er Jahren vor allem durch neue Effekt- und Maskengestaltung vorangetrieben, aber auch durch neue Formen der Darstellung von Gewalt. Herschell Gordon Lewis begründete 1963 mit BLOOD FEAST die Begriffe Splatter und Gore, George A. Romero führte mit diesen Gestaltungsmitteln den Horrorfilm durch NIGHT OF THE LIVING DEAD zum Mainstream. Durch Schriftsteller wie Stephen King wurde der bislang retrospective gothic horror zum zeitgenössischen Horror (contemporary horror), genährt wurden Geschichten nun auch von Ängsten um Atomkraft, Genetik und neuen Viruserkrankungen.

 

 

Body Horror 70s

Zuspitzung der Body Horror Elemente mit ERASERHEAD (1977) von David Lynch, ALIEN (1979) von Ridley Scott und THE THING (1982) von John Carpenter.

 

Auch Dramaturgie, Inzensierung und Stilistik veränderten sich in den späten 60er und 70er Jahren, weg von der Romantisierung klassischer Horrorstoffe. ALIEN von Ridley Scott bediente sich vieler Elemente an Sci-Fi Body Horror, mit ERASERHEAD von David Lynch kam eine experimentelle, surrealistische Inszenierungsweise hinzu. All diese Elemente verdichteten sich Ende der 70er und bereiteten den Body Horror Film als mögliches Subgenre den Weg. Doch es war vor allem ein Filmemacher, der diese Elemente verknüpfte und somit den Begriff Body Horror Film als Nische des Horrorfilms etablierte – David Cronenberg.

 

Das Subgenre Cronenberg’scher Body Horror

 

Der kanadische Filmemacher David Cronenberg wird häufig als der Meister und Begründer des body horror movies bezeichnet, er selbst hat dieses Etikett stehts abgelehnt. Nicht ganz zu Unrecht, der Begriff Body Horror wurde als solcher auch erst 1983 geprägt, Jahre nachdem Cronenberg in seinen frühen Filmen mit diesen Elementen experimentiert hat. Und sieht man sich die Entwicklung des Body Horror Elements in den vorherigen Dekaden an, kann man auch schwerlich von einem Subgenre sprechen, nicht in dem Sinne, wie beispielsweise Romero das Zombiesubgenre mit NIGHT OF THE LIVING DEAD neu formte.

 

 

David Cronenberg Early Films

Die frühen Spielfilme von David Cronenberg STEREO (1969) und CRIMES OF THE FUTURE (1970)

 

Bei Cronenberg und Body Horror verhält es sich anders, Cronenberg ist das Subgenre, zumindest seine Werke aus den 70ern und 80er Jahren. Er vermischte Body Horror Elemente zwischen medizinischer Science-Fiction und Horror mit Gesellschafts- und Medienkritik, die Verbindungen zwischen physischem und psychologischem Horror sind fließend, ebenso die Linien Realität und Traum. Inszenatorisch sind Cronenbergs Filme analytisch, subtil, gleichzeitig brachial, experimentell, voyeuristisch, teilweise naiv und albern, gleichzeitig tragisch und liebevoll, eine Anomalie innerhalb des Horrorfilms.

 

Nach frühen experimentellen Kurzfilmen gab der Kanadier 1969 sein Spielfilmdebüt mit dem Film STEREO, in dem Probanden eine neue Form der Gehirnchirurgie an sich selbst testen und somit ihr Sprachvermögen gegen Telepathie eintauschen, ein Experiment mit schrecklichen Folgen. In seinem zweiten Spielfilm CRIMES OF THE FUTURE aus dem Jahr 1970 untersucht ein Journalist den Tod aller Frauen auf der Erde, dessen Auslöser möglicherweise ein obskures kosmetisches Gift ist.

 

Mit seinem dritten Spielfilm SHIVER – DIE PARASITENMÖRDER aus dem Jahr 1974 kam der erste kommerzielle Erfolg und mit ihm auch die Kontroverse um Cronenbergs Arbeit. In SHIVER pflanzt ein Wissenschaftler Krebspatienten Parasiten in den Leib, welche die Funktionen erkrankter Organe ersetzen sollen. Doch die Parasiten steigern den Sexualtrieb der Patienten, um schneller an neue Wirte zu gelangen. Sogar das kanadische Parlament beschäftigte sich mit der überaus drastischen Gewaltdarstellung im Film.

 

 

Shivers

SHIVERS – DIE PARASITENMÖRDER (1975) von David Cronenberg

 

1976 folgte mit RABID – DER BRÜLLENDE TOD ein ebenso groteskes Werk, in dem eine schöne Frau namens Rose nach einem Unfall schrecklich entstellt wird. Ein plastischer Chirurg ersetzt das fehlende Gewebe im Gesicht von Rose durch ein neues experimentelles Präparat, die Operation ist nach ästhetischen Gesichtspunkten erfolgreich, doch bald verspürt die Patientin einen unbändigen Hunger nach Blut und ihre Opfer werden zu tollwütigen Zombies, nachdem sie von einem penisartigen Wurmfortsatz gebissen werden, der Rose aus der Achselhöhle wächst. 1979 komplettierte DIE BRUT das Triple Bizarre in Cronenbergs Frühwerk.

 

Rabid

RABID – DER BRÜLLENDE TOD (1977) von David Cronenberg

Die Brut

DIE BRUT (1979) von David Cronenberg (hier gehts zur Retro Review)

 

In DIE BRUT will ein experimenteller Psychologe durch eine neue Methode psychischen Schmerz in eine physische Krankheit umwandeln, um diese besser behandeln zu können. Bei Patientin Nola manifestieren sich ihre Leiden, in dem sie missgestaltete Kinder gebärt, welche mit ihrer Mutter telepathisch verbunden sind und in ihrem Auftrag morden. In allen drei Frühwerken verknüpft Cronenberg Psyche und Physe in grotesken Alptraumvisionen, schockierte sein Publikum mit gar widerlichen Effekten, doch es ist nicht nur Ekel, Cronenberg zelebriert auch die innere Schönheit des menschlichen Organismus.

 

 

Videodrome

David Cronenberg und James Woods am Set von VIDEODROME (1983).

 

Menschliche Destruktivität visualisiert und dramatisiert Cronenberg in vielerlei bildhafter Körperlichkeit. Nach diesen drei Werken wurde er auch außerhalb der Grenzen Kanadas als subversiver und radikaler Filmemacher wahrgenommen, ihnen folgten der kommerzielle Erfolg SCANNERS um telepathische Auftragsmörder und der Kultklassiker VIDEODROME um einen Piratensender, welcher bei längerem Konsum einen Gehirntumor auslöste, der wiederum seine Zuschauer telepathisch umprogrammiert.

 

 

Scanners

Michael Ironside in SCANNERS – IHRE GEDANKEN KÖNNEN TÖTEN (1981) von David Cronenberg.

 

In SCANNERS und VIDEODROME finden sich abermals diverse Body Horror Elemente wieder, ohne dass diese plakativ die Handlung bestimmen. Denn Cronenbergs Wahnsinn ist trotz des Etiketts schwer zu verschubladen. SHIVERS, RABID und DIE BRUT wurden darüber hinaus auch als veneral horror (geschlechtlicher Horror) bezeichnet, das zweite Triple SCANNERS, VIDEODROME und die Stephen King Verfilmung DEAD ZONE wiederum als telepathic horror. DEAD ZONE war Cronenbergs erste US-amerikanische Produktion, doch erst sein nächster Film in den Staaten sollte zum Sinnbild an wahren Body Horror werden, das Remake des Science-Fiction-Horror Klassikers DIE FLIEGE von 1958.

 

„Help me be human.“

 

DIE FLIEGE wurde Cronenbergs Meisterstück innerhalb seiner ersten Schaffensphase, 1987 ausgezeichnet mit einem Oscar für das beste Make Up. Nur eine scheinbar kleine Veränderung zum Original aus dem Jahr 1958 machte ihn im Kern zur Blaupause an Body Horror Spektakel. Auch im Remake experimentiert Hauptfigur Seth Brundle mit einem Teleportationsgerät, auch hier gelangt eine gewöhnliche Stubenfliege in die Apparatur und vermischt auf tragische Weise de DNA von Mensch und Insekt.

 

 

Die Fliege 1986

Seth Brundle (Jeff Goldblum) in DIE FLIEGE (1986) von David Cronenberg.

 

Während aber im Original die Verwandlung des Wissenschaftlers in ein Fliegenwesen sofort geschieht, ist es in Cronenbergs Version ein langsamer Prozess. Seth Brundle mutiert über einen längeren Zeitraum zur Brundlefliege, die körperliche Verwandlung wird von einer psychischen Veränderung begleitet, bis hin zum Gotteswahn. Darüber hinaus erzählt DIE FLIEGE eine sehr emotionale Liebesgeschichte zwischen Brundle und seiner Freundin Veronica, bis zum ergreifenden, tieftraurigen Ende.

 

 

Die Fliege

Die Transformation von Seth Brundle in die Brundlefliege.

 

DIE FLIEGE markiert den Höhepunkt der ersten Schaffensphase cronenbergischen Body Horror, der aber eben mehr ist als das Etikett. Einen wahren Abschluss aber vollführt 1988 Cronenbergs inzwischen zwölfter Spielfilm DIE UNZERTRENNLICHEN mit Jeremy Irons in einer grandiosen Doppelrolle. Thematisch bleibt DIE UNZERTRENNLICHEN der medizinisch-psychologischen Ausrichtung Cronenbergs treu, die eineiigen Zwillinge Elliot und Beverly sind gefeierte Gynäkologen und Forscher, teilen sich alles bis hin zu Frauen, doch ihre Beziehung führt in ein zunehmend finsteres Miteinander. Inszenatorisch jedoch verlässt Cronenberg bereits hier die Pfade des Horrorfilms in Richtung Drama, nur eine Traumsequenz erinnert an vorherige Exzesse.

 

 

Die Unzertrennlichen

Body Horror Alptraumsequenz in DIE UNZERTRENNLICHEN (1988) von David Cronenberg.

 

Auch wenn David Cronenberg 1999 mit EXISTENZ jene Pfade wieder aufnimmt, obgleich EXISTENZ mehr bizarre Sci-Fi und Cyberpunk Anleihen beinhaltet, schließt erst diese Produktion mit Jude Law und Jennifer Jason Leigh die organic horror Phase bis heute. Doch auch wenn seine neueren Werke keine Sci-Fi-Horrorfilme mehr sind oder direkte Body Horror Elemente beinhalten, der dezidierte Blick auf Körperlichkeit und Psychologie ist auch in ihnen verankert.

 

 

Existenz

Jennifer Jason Leigh in EXISTENZ (1999) von David Cronenberg.

 

Zu der Hochzeit des Horrorfilms in den 80er Jahren mit DIE FLIEGE war auch der Body Horror auf seinem Gipfel. Wirklich angeknüpft an Cronenbergs Arbeit hat in dieser Phase kaum ein Filmemacher, zumindest nicht direkt, Einfluss hatte Cronenbergs Werk auf spätere Generation aber durchaus. Body Horror entwickelte in den 80er Jahren aber auch abseits von Cronenberg illustre Blüten, die bei weitem nicht so intellektuell daherkamen, aber zumindest die Effektgestaltung auf die blutige Spitze trieben.

 

Körper(teil)kult

 

Neben Slashern, Zombie- und Monsterfilmen, die in den 80ern Hochkonjunktur hatten, gesellten sich einige bemerkenswerte Werke von Filmemachern, die auf andere Weise mit Body Horror Elementen spielten. Einer jener Spezis war Frank Henenlotter, der mit BASKET CASE 1982 einen ähnlich bizarren Film wie DIE BRUT oder SCANNERS ablieferte. BASKET CASE erzählt die Geschichte eines siamesischen Zwillingspärchens, welche im Alter von zwölf Jahren getrennt wurden. Duanes scheint seither ein scheinbar normales Leben zu führen, doch zusammen mit sein Zwilling Belial, der nur aus Kopf und Armen besteht und in einem Korb lebt, starten sie einen Rachefeldzug gegen ihre damals behandelnden Ärzte.

 

 

Basket Case

BASKET CASE (1982) von Frank Henenlotter

 

Frank Henenlotters Debütfilm BASKET CASE folgten zwei Fortsetzungen, die sich zunehmend in trashigen Funsplatter wandelten. Dazwischen inszenierte Henenlotter mit ELMER und FRANKENHOOKER zwei ähnlich bizarre und schräge Body Horror Kuriositäten, die von der Subtilität Cronenbergs zwar weit entfernt waren, sich aber perfekt in die Body Horror Hochphase der 80er einfügten. Eigentlich beendete Frank Henenlotter seine Regiekarriere 1991 mit BASKET CASE 3 – DIE BRUT und ging in den Ruhestand, doch kehrte er 2008 mit BAD BIOLOGY zum obskuren Body Horror zurück.

 

 

Body Horror 80s

Body Horror Highlights der 80er Jahre: FROM BEYOND (1986) von Stuart Gordon, DER BLOB (1988) von Chuck Russel und SOCIETY (1989) von Brian Yuzna.

 

Wahre Meister handgemachter Splatterorgien der 80er Jahre waren Stuart Gordon und Brian Yuzna, die sich auch dem Werk H. P. Lovecrafts annahmen, welches ebenfalls Body Horror Elemente beinhaltet. Stuart Gordon debütierte mit RE-ANIMATOR, in dem munter mit allerlei Körperteilen experimentiert wurde. In FROM BEYOND testet ein Wissenschaftler einen absonderlichen Resonator, welcher die Zirbeldrüse des Gehirns in der Art beeinflusst, dass sich ein Tor zu einer anderen Dimension öffnet.

 

 

Kollege Brian Yuzna führte den lovecraftschen Körperhorror 1990 mit BRIDE OF THE RE-ANIMATOR fort, lieferte zwei Jahre zuvor aber mit SOCIETY einen durchaus mit Cronenbergs Werken verwandten Body Horrorfilm ab, in dem eine elitäre Parallelgesellschaft grauenhafte Körperrituale durchführen. Dan O’Bannon, Effektspezialist und Autor von Ridley Scotts ALIEN wiederum inszenierte 1991 die Lovecraftverfilmung THE RESURRECTED zwischen Detektivgeschichte und deftigem Body Horror.

 

 

The color out of space

THE COLOR OUT OF SPACE (2020) von Richard Stanley

 

Diverse Body Horror Motive nach H.P. Lovecraft wurden auch nach der Funsplatter Ära in den 80er Jahren in diversen Filmen aufgegriffen, vor allem in den letzten Jahren gab es diesbezüglich ein kleines Revival mit THE VOID, SPRING, THE BEACH HOUSE und vor allem in ANNIHILATION – AUSLÖSCHUNG von Alex Garland und DIE FARBE AUS DEM ALL von Richard Stanley. Doch es gab noch eine Filmreihe, die explizit Body Horror Elemente aufgriff und die blutigen Herzen der Horrorfans höherschlagen ließ.

 

„Der Doktor ist da! Hier empfehle ich Amputation!“

 

1987 inszenierte Autor und Regisseur Clive Barker mit HELLRAISER eine Adaption seiner eigene Novelle und damit eine wahre Furie von Horrorfilm, der neben exquisiter Splattereffektgestaltung im Kern ein überaus dunkles Body Horror Drama erzählte. Frank Cotton öffnet in HELLRAISER eine mysteriöse Würfelbox und damit ein Portal in die Dimension der Zenobiten, alptraumhafte deformatierte, aber auch überaus philosophische Wesen, angeführt von Pinhead, welcher zu einer Horrorfilmikone aufstieg.

 

 

Hellraiser

HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE (1987) von Clive Barker

 

Frank Cotton aber entkam der zenobitischen Welt des Schmerzes, sein Körper regenerierte aufgrund eines Bluttropfens, um die Transformation zurück zum Menschsein abzuschließen, braucht Frank aber mehr Blut, welches ihm seine Geliebte Clare durch bestialische Morde liefert. Vom blutigen Treiben im Dachboden erfährt auch Franks Nichte Kirsty, welche einen Pakt mit den Zenobiten eingeht, um das Tor zur Hölle wieder zu schließen.

 

HELLRAISER wurde zum gefeierten Kultfilm und zu einer Horrorfilmfranchise. Tony Randel gelang es 1988 mit der Fortsetzung HELLBOUND – HELLRAISER 2, den Vorgänger in den Augen der Fans sogar noch zu übertreffen. In HELLBOUND – HELLRAISER 2 steht der Arzt Dr. Philip Channard für den Typus Mediziner und Wissenschaftler mit bizarren Methoden jenseits vergleichbarer Figuren aus Cronenbergs Filmen, seine Experimente wurden sogar in der Hölle zu einer blutigen Legende.

 

Nicht ganz so visionär schließt HELLRAISER 3 – HELL ON EARTH von Anthony Hickox 1993 die erste innoffizielle Trilogie um Pinhead und die Zenobiten, ebenfalls mit effektvollen wie absonderlichen Body Horror Elementen. Nach dem kolossalen Flop HELLRAISER 4: BLOODLINE wanderte die HELLRAISER Franchise vom Kino direkt auf Disc und behielt nur noch vereinzelt interessante Konzepte und Metaphern, welche die Vorgänger auszeichneten.

 

 

Hellraiser Franchise

HELLBOUND – HELLRAISER 2 (1988) von Tony Randell, HELLRAISER 3 – HELL ON EARTH (1993) von Anthony Hickox und HELLRAISER 4 – BLOODLINE (1996) von Alan Smithee (niemand wills gewesen sein).

 

Die Welt des Schmerzes, der „Orden der klaffenden Wunde“ der Zenobiten und die alles zerfetzenden Ketten aus dem Inneren der Würfelbox wurden zu Kultobjekten für Generationen. Franks Transformation ist ein Paradebeispiel für effektvollen Body Horror, diverse Sequenzen aus den Fortsetzungen sind ebenso kunstvoll wie abstoßend inszeniert. Die Hellraiser Franchise ist zudem ein seltener Fall im Horrorgenre, die bislang kein echtes Remake spendiert bekam.

 

 

Hellbound Hellraiser 2

Dr. Philip Channard in HELLBOUND – HELLRAISER 2

 

Die 80er und frühen 90er Jahre waren die Hochphase für handgemachten Body Horror. Neben den Remakes von DIE FLIEGE und DER BLOB, den Splatterklassikern von Stuart Gordon und Brian Yuzna und Exoten wie die Filme von Frank Henenlotter aber blieb Body Horror eine Nische, die in den 90er Jahren so gut wie gar nicht mehr bedient wurde. Body Horror Elemente wurden aber durchaus auch in neue Subgenres integriert. Doch auch das Subgenre Cronenberg sollte noch eine Renaissance erleben.

 

Lang lebe das neue Fleisch!

 

In den 2000er Jahren hielt sich Body Horror in diversen Horrofilm Crossovern am Leben. Neue Subgenres wie Torture Porn machten regen Gebrauch von practical body deformation effects, verlagerten die Perspektive aber wieder in die klassische Bahnen der Bedrohung von außen. Wissenschaftler und Ärzte mit bizarren Vorstellungen aber blieben dem Horrorfilm erhalten. In THE HUMAN CENTIPEDE will ein gewisser Dr. Heiter mit diversen Probanden einen menschlichen Tausendfüßler erschaffen. Was in FIRST SEQUENZ noch durchaus eine Body Horror Geschichte ist, wird in den beiden Fortsetzungen zu eher klassischem Torture Porn.

 

 

Slither

SLITHER (2006) von James Gunn

 

In TUSK von Kevin Smith wird ein Podcaster Opfer eines wahnsinnigen Einsiedlers, welcher ihn in einen Walross umopierieren will. In TEETH geht es um den Mythos der vagina dentata, der bezahnten Mumu, der trotz des scheinbar völlig abstrusen Plots durchaus als Metapher für die Keuschheit konservativer US-Amerikaner funktioniert und mitunter als Satire durchgeht. Mit SLITHER von James Gunn entstand 2006 ein ungemein effektvoller Body Horror Klon von DER BLOB, BITE wiederum greift die Dramaturgie von DIE FLIEGE auf und lässt seine Hauptfigur ebenso in ein Insekt verwandeln, natürlich nicht annähernd so effektvoll wie im Vorbild.

 

 

Body Horror 2000

TUSK (2014) von Kevin Smith, CONTRACTED (2013) von Eric England und BITE (2015) von Chad Archibald

 

Kann also Body Horror nur noch als übersteigerter Splatterwahnsinn funktionieren? In den letzten Jahren gab es eine Art kleines Revival an echtem Body Horror nach cronenbergischem Vorbild, welche nicht nur Kanada als Produktionsland gemein hatte, sondern auch wirklich die DNA von Cronenberg beinhalteten. Denn David Cronenbergs Sohn Brandon Cronenberg stieg in diese Fußstapfen und versuchte sich ebenso mit mehr oder weniger subtilem Body Horror nach dem Vorbild seines Vaters.

 

 

In ANTIVIRAL können sich Fans Viren ihrer Lieblingsstars injizieren lassen, um ihnen noch näher zu sein. Auch werden aus den Genen jener Stars und Sternchen Fleisch zum Verzehr gezüchtet. Mit ANTIVIRAL gibt Brandon Cronenberg praktisch die Essenz der Filme seines Vaters zum Besten, Gesellschaftskritik, medizinische Metaphern, Arthouse Sci-Fi und abscheuliche Body Horror Effekte, doch gänzlich überzeugte ANTIVIRAL noch nicht. Mit seinem Zweitwerk aber gelingt ihm ein echter Cronenberg Nachfolger.

 

 

Antiviral

ANTIVIRAL (2012) von Brandon Cronenberg

 

Mittels einer Hirnimplantat-Technologie kann Agentin Tasya Vos in POSSESSOR in die Körper anderer Menschen eindringen und sie zu Morden zwingen, ohne dass sie sich dessen bewusst sind – ein typischer Cronenberg Plot zwischen SCANNERS und EXISTENZ, doch Brandon Cronenberg kopiert nicht nur, sondern variiert die Body Horror Formel auf recht originäre Weise – POSSESSOR ist der beste Cronenberg Film, der nicht von David Cronenberg stammt. Ob Brandon Cronenberg dies nun auch in seinen weiteren Filmen weiterführen will, bleibt abzuwarten. Doch da gibt es noch zwei weitere Erben Cronenbergs, welche Body Horror zelebrieren.

 

 

possessor

POSSESSOR (2020) von Brandon Cronenberg

 

Auch Jen und Sylvia Soska stammen aus Kanada, sind Zwillingsschwestern und haben neben ihrem Zweitwerk AMERICAN MARY sogar ein echtes Cronenberg Remake im Body Horror Gepäck. In AMERICAN MARY verdient sich eine Medizinstudentin nebenbei etwas Geld, in dem sie das Folteropfer von Kriminellen rettet und medizinisch versorgt. Das führt Mary in eine bizarre Subkultur von chirurgisch delikaten Angelegenheiten wie der Transformation eines Patienten in eine Schaufensterpuppe und anderer schauderlicher Body Modifikationen.

 

 

American Mary

AMERICAN MARY (2012) von Jen und Sylvia Soska

 

Nach einem wahnwitzigen Beitrag für die Horror Anthologie THE ABC’S OF DEATH 2 und dem konventionellen Slasher SEE NO EVIL 2 nahmen sich die Twisted Twins Jen und Sylvia Soska dann dem Remake von David Cronenbergs RABID – DER BRÜLLENDE TOD an und transferierten ihn überzeugend in die Gegenwart. Dem Erfolg der Cronenberg Erben schlossen sich auch Filme wie REPLACE oder RAW an, vor allem letzterer fügt sich gut in das Werk der Cronenberg Erben ein.

 

 

Rabid Remake

RABID (2019) von Jen und Sylvia Soska

 

Jene Faszination von subtilem und alptraumhaften Body Horror Elementen, surrealistischen Zügen und ekelerregenden practical effects strahlen auch die Filme UNDER THE SKIN und das Remake von Dario Argentos SUSPIRIA aus, auch TAXIDERIMIA, obgleich kein Horrorfilm, findet groteske und makabre Bilderwelten in Richtung Body Horror. Letzten Endes bliebt nur noch eine Rückkehr des Altmeisters David Cronenberg in sein eigenes Body Horror Universum übrig, Gerüchten zufolge soll dieser Alptraum sogar wahr werden, wie Schauspieler Viggo Mortensen kürzlich in einem Interview verriet.

 

 

Body Horror 2010

UNDER THE SKIN (2014) von Jonathan Glazer, SUSPIRIA (2018) von Luca Guadagnino und RAW (2016) von Julia Ducournau

 

Body Horror – ein echtes Subgenre oder nur ein Element des Horrorfilms? Letztendlich egal, schachteln kann man vielerlei und Fans von Cronenberg werden auch in diversen anderen Filmen das finden, wonach ihr triefendes transplantiertes Herz dürstet. Mit Brandon Cronenberg und den Soska Sisters haben eine neue Generation an Filmemachern das Erbe Cronenbergs und des Body Horrors aufgegriffen, der Altmeister wird die Fans seiner Frühwerke vielleicht auch wieder beglücken. Lang lebe das neue Fleisch!

 

 

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In der Reihe DIE KLEINE GENREFIBEL habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre, Subgenre, Mikro- und Nanogenre des Genrefilms vorzustellen. Eine Aufgabe, die mich bis weit nach mein Lebensende beschäftigen wird. Ich lege den Fokus auf Dramaturgie und Buch, werde mich aber auch mit der Inszenierung sowie den jeweils besten Vertretern befassen.

 

Lesen Sie in der nächsten Folge:

 

 

 

 

One Comment

  1. Antworten

    […] Die kleine Genrefibel Teil 93: Body Horror Ha! Das ist eine Ausgabe der Genrefibel von Traumfalter Filmwerkstatt, deren gelistete (Sub)Genrefilme ich mal zum überwiegenden Teil kenne. 😉 Sehr schöne Gegenüberstellung, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich Body Horror von Nicht-Body-Horror auf dieselbe Weise abgrenzen würde. Sehr lesenswert und die Cronenbergs haben zu Recht einige eigene Absätze. […]

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de