Die kleine Genrefibel Teil 71: Automobile

Die kleine Genrefibel ist zurück und wisst ihr, wer ebenfalls zurückkehren wird? Richtig, die GHOSTBUSTERS. Obgleich niemand mehr damit gerechnet hat, wird es 2020 eine echte Fortsetzung des Kultfilms geben und zwar von Jason Reitman, Sohnemann von GHOSTBUSTERS Regisseur Ivan Reitman. Doch Skepsen machen sich breit, schon die Fortsetzung fiel 1989 bei den Fans durch, die 2016er Neuauflage mit vier Geisterjägerinnen löste sogar einen frauenfeindlichen Shitstorm aus. Doch darum soll es jetzt gar nicht gehen. Bemerkenswerter finde ich, auf welche Weise die Rückkehr der GHOSTBUSTERS im ersten Teaser Trailer präsentiert wurde.

 

Die Kamera fährt auf einen nächtlichen Schuppen zu, draußen stürmt es, im Schuppen ist es dunkel, es kracht, es zischt, zu seh’n ist erstmal nischt. Doch da steht etwas, bedeckt mit einer Plastikplane. Der Sturm weht die Plane hoch und gibt zu erkennen, was sich darunter verbirgt – ein 1959er Cadillac Miller-Meteor in weiß, ein Geister-Verbotsaufkleber auf der Heckklappe und ein New Yorker Kennzeichen mit der Aufschrift ECTO-1. Genau, die ECTO-1, das kultige Einsatzfahrzeug der Ghostbusters, eigentlich ein schwarzer Leichenwagen, nur umlackiert, mit Blaulicht und Sirenen ausgestattet, ein echter Hingucker. Für den Teaser Trailer braucht es keine Namen, keinen Cast, nicht mal die Ghostbusters selbst, das kultige Auto allein reicht, um nerdige Vorfreude zu generieren.

 

Das Kind im Manne hat vier Räder

 

Warum der GHOSTBUSTERS Teaser für sich genommen so gut funktioniert, liegt vor allem daran, dass Autos im Film genauso gut Stars sein können wie Schauspieler oder Figuren. Nicht selten sind Autos im Film selbst auch Figuren. Der kurze Blick auf das Heck der ECTO-1 lässt Fanherzen höher schlagen, genau wie ein bestimmter DeLorean, ein Aston Martin oder ein Batmobil. Wenn Auto- und Filmleidenschaft zusammenkommen, dann wird das schnell zum Kult. Autos im Film, das ist ein ganz besonderes Thema, denn beide teilen sich auch eine gemeinsame Entwicklungsgeschichte. Das Auto im Film hat aber nicht nur repräsentative Zwecke oder ist ein Gimmick. Das Auto ist das Getriebe des Actionfilms, ein dramaturgischer Motor, nicht nur zur Überwindung von Strecken.

 

 

 

 

Zunächst aber sind Automobile jeglicher Couleur Fortbewegungsmittel zur Beförderung von Personen oder Fracht. Dazu gehören alle Arten von Automobilen, vom PKW über den LKW, den Bus bis zum Panzer. Im Gegensatz zu anderen Fortbewegungsmitteln im Film wie Ozeandampfer, U-Boote, Flugzeuge oder gar Raumschiffe sind Autos aber überaus greifbar, denn Autos kennt nicht nur jeder, fast jeder ist schon einmal mit einem gefahren. Ein Auto braucht im Film also keinerlei nähere Erklärung, die Funktionsweise dürfte jedem geläufig sein. So natürlich auch, dass Autofahren in bestimmten Situationen reichlich riskant sein kann.

 

Das Auto ist mittlerweile um die 130 Jahre alt, also nur unwesentlich älter als der Film. Fortbewegungsmittel nahmen für das Medium von Anfang an eine besondere Stellung ein. Man denke nur an DIE ANKUNFT EINES ZUGES AUF DEM BAHNHOF IN LA CIOTAT aus dem Jahr 1896, beim Anblick des einfahrenden Zuges verließen die Zuschauer reihenweise panisch das Lichtspielhaus. Kino, das hieß Bewegung und dieses Prinzip lag auch dem Auto inne, es war wie geschaffen für das Medium Film. Später wurde das Auto zum Stilmittel der Slapstick, die schwer zu kontrollierende Kraft wirkte erheiternd. Als das Auto Massenfortbewegungsmittel wurde, kam neben der Funktionalität die Stilistik hinzu. Das Auto wurde zum Statussymbol, auch im Film.

 

 

Das Auto – der Star des Films. Minimalistisches Posterdesign von Jesús Prudencio

 

 

Warum das Auto im Film so vergöttert wurde, lag daran, dass es auch im echten Leben ein Traum des Erwachsenwerden war, und es war kein unerreichbarer. Ein Auto bedeutete Freiheit und Unabhängigkeit, meist Ziele, nach denen Filmfiguren strebten und somit wurde das Auto auch zum Begierdeobjekt des Zuschauers. Es war nicht nur Freiheit, es war Grenzenlosigkeit, das Spüren von physikalischen Kräften wie Beschleunigung, Geschwindigkeit oder Masse. Das alles wurde vom Film genutzt, um Thrill zu erzeugen. Wer saß schon mal auf einem Pferd oder hat ein U-Boot von innen gesehen? Aber mit Autos war das anders, es war fühlbarer.

 

Die Faktoren Geschwindigkeit und Thrill ebneten den Weg für ganze Subgenre des Actionsfilms, aber darüber hinaus war das Auto in allen zeitgenössischen Genres beheimatet. Pferde standen für die Vergangenheit, Raumschiffe für die Zukunft, das Auto war ein Symbol der Gegenwart. So häufig wie Autos im echten Leben vorkamen, sah man sie auch auf der Leinwand. Bevor wir in die Geschichte diverser Subgenres rund um das Thema Auto eintauchen, betrachten wir einige Funktionsweisen des Autos im Film. Jeder hat so seinen Lieblingsbolliden im Kopf, wenn es um Kultautos im Film geht. Doch spiegeln die meist nur den Coolnessfaktor, ihre dramaturgische Bedeutung ist wesentlich vielfältiger.

 

Der Genre-TÜV

 

Die meisten Autos im Film bleiben anonym und werden einfach nur benutzt. Manchmal aber ist ein Auto im Film stark an die Hauptfigur oder die Hauptfiguren gekoppelt. Es ist nicht ausschließlich funktionaler Natur, das Auto übernimmt auch soziale Zwecke. Oft ist das Auto ein Abbild seines Halters oder Fahrers, welches viel über ihn verrät. Das Polizeiauto gehört zum Cop, denn es ist in seiner Funktionalität das wichtigste Werkzeug jener Berufsgattung neben der Dienstwaffe. Darüber hinaus ist es auch so etwas wie ein zweites Zuhause des Cops, nicht nur während einer Beschattung, wie oft hat ein Polizist schon darin übernachten müssen und wie oft wurde es mit Hot Dog Resten und Schnapsflaschen zugemüllt? Und Schrammen haben oft beide.

 

 

Das Auto als Spiegel seiner Figuren: Der Träumer (INSIDE LLEWYN DAVIS), der Snob (THE WOLF OF WALL STREET) & der Tüftler (THE FAST & THE FURIOUS)

 

 

Auf der anderen Seite haben wir Autobesitzer, denen das Auto die wichtigste Sache ihres Lebens darstellt und dementsprechend umsorgt wird. Immer schwingt hier die Anspannung mit, bloß keinen Kratzer in den Lack zu bekommen. Meist sind solche Autos auch ein Spiegel ihrer Besitzer, die ebenso ramponiert erscheinen, wenn das Fahrzeug ein paar Dellen bekommt. Dann wird das Auto zu einer Art Tschechows Waffe, liegt dem Protagonisten am Anfang des Films viel an seiner Karre, kann man davon ausgehen, dass die am Ende nicht mehr fabrikneu aussehen wird. Ist zudem Liebe für das Auto im Spiel, wird das Ganze zum fühlbaren Drama.

 

In Filmautos liegen viele verschiedene dramaturgische Funktionsweisen. Schauen wir uns einige Beispiele an. Ein Auto ist oft ein Ort der sozialen Zusammenkunft, meist in den Subgenres Roadmovie. Ohne das Auto ist das dramaturgische Ziel oft nicht zu erreichen. Darüber hinaus zwing es die Figuren, beieinander zu sein. Aussteigen ist vor allem bei voller Fahrt keine Option. Ein Streit im Auto ist oft spannend, weil es vom Verkehr draußen ablenkt. Jeder Autofahrer weiß das und deshalb wirken solche Szenen oft nervenzerreißend. In Road Movies ist das Auto demzufolge oft der Star, sei es in BONNIE & CLYDE, THELMA & LOUISE, in FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS oder auch der gelbe VW T2 Bus aus LITTLE MISS SUNSHINE. Hier verbindet das Auto die Figuren.

 

 

Das Auto als Ort der Zusammenkunft: LITTLE MISS SUNSHINE, THELMA & LOUISE, DIE SCHRILLEN VIER AUF ACHSE

 

 

Eine solche Verbindung liegt auch bei der ECTO-1 aus GHOSTBUSTERS vor, es verbindet die Figuren und gibt ihnen eine Symbolik. Die Geisterjäger mit ihren komischen Anzügen und Gerätschaften weiß am Anfang des Films niemand ernst zu nehmen. Aber wenn dann die ECTO-1 durch die New Yorker Straßen fährt, ändert sich die Wahrnehmung, die Geisterjäger werden zu Stars, auch wegen ihres Gefährtes. In einigen Filmen sind Autos deshalb Symbole für eine gewisse Sache, ohne dass sie außergewöhnliche Funktionen erfüllen müssen. Die ECTO-1 oder das Bluesmobil aus BLUES BROTHERS sind solche Fahrzeug, die eher symbolische Power haben.

 

 

Das Auto als Kultobjekt: ECTO-1 aus GHOSTBUSTERS, das Bluesmobil aus BLUES BROTHERS, General Lee aus THE DUKES OF HAZARD

 

 

Aber meist assoziiert man eine Figur mit dem dazugehörigen Fahrzeug. Hier kommt der Tuningfaktor hinzu, denn solche Fahrzeuge werden von den Figuren oft in ihrer Funktionsweise modifiziert. Das führt oft dazu, dass sie zum Spiegel der Figuren werden, wie das Batmobil. Es gehört zur Gruppe der Superheldenautos mit speziellen Fähigkeiten. Im Superheldenbereich sind Autos übrigens gar nicht so präsent, das Batmobil steht hier in Sachen Originalität und Stil locker an der Spitze. Echte Superheldenbolliden sind zudem der Turtle Van der TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES oder die Black Beauty aus GREEN HORNET.

 

 

Das Batmobil als Designlangzeitstudie: BATMAN HÄLT DIE WELT IN ATEM (1967), BATMAN (1989) & BATMAN BEGINS (2005)

 

 

Bei Superheldenautos geht Funktionalität noch vor Stilistik, anders sieht das aus bei den Gefährten von James Bond. Der Fuhrpark des Geheimagenten hat zwar auch diverse eingebaute Gadgets, aber hier gilt eindeutig Style over Substance. Über die Jahrzehnte verbindet man Bond mit dem Aston Martin in verschiedenen Ausführungen, doch Bond fuhr jenes Gefährt “nur” in 12 Filmen.

 

 

Das Auto als Partner und Stilikone in Bondfilmen

 

 

Der Aston Martin aber wurde auch zu einem Symbol für James Bond und umgekehrt. Jeder Autohersteller der Welt würde gern sein Luxusprodukt für einen James Bond Film zur Verfügung stellen, ebenso haben die FAST & THE FUROIUS Filme eher den Anspruch, reale Automarken im Film zu spiegeln als Superheldenumbauten. Hinzu kommt der Dekandenzfaktor, denn heil bleiben die meisten Autos in diesen Filmen eher selten. Im Kino darf man ausleben, was Autofans oft weh tut, die Verschrottung von Luxus.

 

Soziale Faktoren, Funktionalität, Symbolik und Stil, manchmal gibt es das vereint in einem Auto und es ist nicht verwunderlich, dass in den Ranglisten der beliebtesten Filmautos der DeLorean aus ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT auf dem ersten Platz steht. Er ist es allein deshalb, weil er eine fliegende Zeitmaschine ist. Der damals futuristische Original DeLorean war ein wirtschaftlicher Flop, aber der Einsatz in Robert Zemeckis Kultfilm machte auch aus ihm wohl den Star unter den Filmautos.

 

 

Der DeLorean aus ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT (1985) – das wohl beliebteste Filmauto aller Zeiten

 

 

Aber ein Auto im Film macht noch keinen Autofilm. In vielen Fällen ist das Auto zwar dramaturgisch unverzichtbar, nicht selten erkennt man das bereits im Filmtitel (CORVETTE SUMMER, TAXI DRIVER, PINK CADILLAC, GRAN TORINO), aber es entstanden innerhalb der Filmgeschichte auch eine Reihe von Subgenres, die ausschließlich über das Auto funktionierten.

 

Alles für den Sieg

 

Wieder reichten sich Geschichte und Filmgeschichte die Hand, je weiter sich das Automobil hin zum Massenfortbewegungsmittel entwickelte, so mehr konnte man daraus Filmstoffe schöpfen. Am Anfang war das Auto etwas futuristisches, gar angsteinflößendes. Die Angst schwand mit dem täglichen Gebrauch und als in den 50er Jahren das Auto für fast jedermann zu haben war, suchte man den Nervenkitzel in der Spezifikation. Und jene lag in erster Linie im Motorsport.

 

 

GRAND PRIX (1966) von John Frankenheimer

 

 

Autorennen im sportlichen Sinne gab es bereits recht früh, professionalisiert wurde das Ganze aber erst ab den 50er Jahren, wo auch die Formel 1 erstmalig ausgetragen wurde. Ein weiterer Faktor war das Fernsehen, welches diese Sportart in alle Welt übertrug und mit dafür sorgte, dass Motorsport so viele Fans fand. Automobilsport, insbesondere Formelsport, war und ist eine nervenaufreibende Angelegenheit, es geht um kernige Akteure scheinbar ohne Angst und mit hoher Risikobereitschaft, um schnelle Bolliden und harte Kämpfe sowie verdiente oder glückliche Siege. Für den Film, der sich generell der Bewegung der Dinge verschrieben hatte, war das ein phantastischer Stofflieferant.

 

So kam es in den 60er Jahren zu den ersten großen Automobilsportfilmen, allen voran John Frankenheimers Film GRAND PRIX aus dem Jahr 1966. Im Mittelpunkt des Films standen die Fahrer, Teams und die Rennen an sich, Studioaufnahmen wurden mit realem Material der Rennstrecken gemischt, inszenatorisch musste die Rasanz eingefangen werden, um überhaupt ein Verkaufsargument für einen Rennfahrerfilm zu haben. Wer brauchte schon Kino, wenn er ein echtes Rennen sehen konnte?

 

Aus diesem Grund musste der Film mehr liefern als die Tribüne und das revolutionierte nicht nur das Subgenre, sondern den Actionfilm an sich. Bis in die 60er Jahre wurden Autoaufnahmen recht statisch inszeniert, Fahrtaufnahmen oft durch die Technik der Rückprojektion realisiert. Landschaftsaufnahmen in Bewegung wurden hinter einem stehenden Auto, in dem die Schauspieler saßen, einfach abgespielt. Das Ergebnis hat heute einen gewissen Charme, man erkennt den faulen Zauber, aber die Täuschung funktionierte. Doch in der technischen Entwicklung des Films waren es Herausforderungen, die das Medium weiterbrachten.

 

INDIANOPOLIS (WINNING, 1969) von James Goldstone

LE MANS (1971) von Lee H. Katzin

 

Wenige Jahre nach GRAND PRIX erschien 1971 der Film LE MANS mit Steve McQueen auf dem Höhepunkt der Formel 1 Euphorie und der ewigen Rivalität zwischen Ford und Ferrari. LE MANS gilt bis heute als einer der bekanntesten Rennsportfilme überhaupt, vor allem wegen der atemberaubenden Kameraarbeit. Gedreht wurde zum Teil während des echten Rennens, aber für die Rasanz im fertigen Film war neben der Kamera vor allem der Schnitt verantwortlich. Die Aufnahmen von Autofahrten waren selten spektakulär an sich, sie waren vor allem riskant, ungemein aufwändig, zum Teil lebensgefährlich und es bedurfte der Arbeit von Stuntprofis und versierten Kameramännern. Aber erst der Schnitt machte daraus dann ein Spektakel.

 

 

TAGE DES DONNERS (1990) von Tony Scott

 

 

Die Hochzeit des Rennfahrerfilms lag in den späten 60er und 70er Jahren und sie löste andere Subgenres aus. Rennfahrer im Film blieben aber bis heute beliebt, auch wenn sie seltener wurden. 1990 inszenierte Tony Scott den Film TAGE DES DONNERS mit Tom Cruise und Nicole Kidman um ein Rennen des US-amerikanischen Motorsportverbandes NASCAR. Das Thema passte perfekt zur neuen stilistischen Ausprägung der MTV-Ära mit schnellen Schnitten, das Genre schien davon extrem zu profitieren und TAGE DES DONNERS begründete auch die Ästhetik der späteren Actionfilme aus dem Hause Bruckheimer.

 

Nachdem DRIVEN (2001) mit Sylvester Stallone an der Kinokasse floppte, galten Rennfahrerfilme lediglich ihrer rasanten Optik wegen als überholt. Die weltweite Übertragung der Formel 1 aus schier atemberaubenden Kamerapositionen erfüllte seinerzeit schon längst das, was Actionfilme nur vollmundig versprachen. Was Filmen wie TAGE DES DONNERS oder DRIVEN fehlte, war die emotionale Darstellung des Rennfahrers, die meist an zweiter Stelle stand. Dabei waren Rivalitäten im Rennsport oft an der Tagesordnung und eine klasse Vorlage für die Figuren. Die blieben aber in den späteren Rennfahrerfilmen oft klischeeüberladen.

 

 

Chris Hemsworth als James Hunt und Daniel Brühl als Niki Lauda in RUSH (2013) von Ron Howard

 

 

Nach den großen Erfolgen von Steve McQueen in den 60er und 70er Jahren gelang das erst wieder dem Rennfahrerfilm RUSH aus dem Jahr 2013, neben den Adrenalinkicks der Autorennen auch deren Protagonisten spannend in Szene zu setzen. RUSH handelt von der Rivalität zwischen James Hunt und Niki Lauda in den 70er Jahren und bündelt alle Elemente, die Rasanz, die Emotionalität und den Nervenkitzel, die diese Subsparte des Actionfilms so erfolgreich gemacht haben.

 

Auf dem Highway ist die Hölle los

 

Andere Subgenres um Autos und Fahrer entstanden zum Teil parallel zum Rennfahrerfilm. Autorennsport war überaus beliebt, so dass nicht wenige auf die Idee kamen, selbst einmal ein Autorennen auszutragen. Doch nicht jeder wurde Rennfahrer mit Sponsor. So gab es diverse illegale Autorennen rund um den Globus, die Filme inspirierten. Eines dieser Rennen war das Cannonball Baker Sea-To-Shining-Sea Memorial Trophy Dash im Jahr 1971, welches ein kurioses Mikrogenre nach sich zog.

 

 

DIE VERRÜCKTESTE RALLYE DER WELT (1976) von Charles Bail

 

 

Der Begriff Cannonball geht auf den Motorradrennfahrer Erwin George Baker zurück, der im Jahr 1933 die Strecke zwischen New York und Los Angeles in 53 Stunden bestritt und damit jahrzehntelang Rekordhalter war. Sein Spitzname war Cannonball und ihm zu Ehren fand 1971 das erste Cannonball Rennen in den USA statt.

 

Nach diversen Zeitungsberichten rochen Filmproduzenten Lunte und im Jahr 1976 entstanden gleich zwei Produktionen, die sich mit diesem illegalen wie haarsträubenden transkontinentalen Rennen befassten.

 

 

1976 kamen sowohl DIE VERRÜCKTESTE RALLEY DER WELT mit Raúl Juliá und Gary Busy als auch CANNONBALL mit David Carradine in der Hauptrolle in die Kinos, beide waren sie überaus erfolgreich und zogen noch weitere Cannonball Filme nach sich.

 

CANNONBALL (1976) von Paul Bartel

THE CANNONBALL RUN (1981) von Hal Needham

 

1981 erschien AUF DEM HIGHWAY IST DIE HÖLLE LOS (THE CANNONBALL RUN) mit Burt Reynolds und Roger Moore, der zum klamaukigen Kultfilm wurde und wiederum zwei Fortsetzungen spediert bekam. Auch wenn die CANNONBALL Filme ein weiteres Subgenre anstieß, blieb es bei diesen 5 Streifen, gerüchteweise soll aber Doug Liman ein Remake von CANNONBALL inszenieren.

 

Mr. Cool McQueen

 

Während das Auto im Actionfilm eine eigene Rolle einnahm und unverzichtbar wurde, entstand auch ein eigenes Subgenre um die Königsdisziplin der Sparte, die Verfolgungsjagd mittels Auto – car chase movies. Das Subgenre entstand erst nach dem Erfolg von John Frankenheimers GRAND PRIX, als die Filmtechnik die träge Rückprojektion hinter sich ließ und auf echte Autoaction setzte.

 

 

BULLITT (1968) von Peter Yates

 

 

Dafür bedurfte es natürlich Männer vom Fach und glücklicherweise hatten die Filmstudios mit Steve McQueen einen autoaffinen wie zugkräftigen Schauspieler, der selbst begeisterter Motorsportfan und Rennfahrer war und den es nach Adrenalinkicks und Reifenabhub nur so dürstete.

 

In BULLITT von 1968 spielt Steve McQueen einen Lieutenant des San Francisco Police Departements, dessen Auftrag es ist, einen Kronzeugen zu beschützen. Unvergessenes Highlight der Filmgeschichte bleibt die Verfolgungsjagd zwischen McQueen in einem 68er Ford Mustang und seinem Widersacher in einem Dodge Charger R/T in und um San Francisco. Die zehnminütige Actionsequenz wurde innerhalb von drei Wochen gedreht und geriet zur Blaupause des car chase movies.

 

Danach kam es zu einem ganzen Fuhrpark an Actionfilmen, die sich in Rasanz und Waghalsigkeit gegenseitig zu übertrumpfen versuchten. 1971 erschien THE FRENCH CONNECTION mit Gene Hackman und Roy Scheider. Auch die Verfolgungsjagd in THE FRENCH CONNECTION schrieb Filmgeschichte. Ebenfalls 1971 sorgte die Autoverfolgung in VANISHING POINT (FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO) für Furore. Es schien, als müssten immer heiklere Autostunts und Tonnen an Blech herhalten, um den Zuschauer zu beeindrucken. Das gelang recht gut, denn zwar waren car chase movies gefährlich und riskant, aber günstig zu produzieren.

 

THE FRENCH CONNECTION (1971) von William Friedkin

VANISHING POINT (1971) von Richard C. Sarafian

 

Die Liste an car chase movies ist überaus lang, obgleich in ihrer Hochzeit in den 70er Jahren nur einige Filme ausschließlich Autoverfolgungsjagden thematisierten. Autoverfolgungen wurden zum Element des gesamten Actionfilms. In BLUES BROTHERS (1980) wurden noch sensationelle 108 Autos geschrottet, in TRANSFORMERS 3 aus dem Jahr 2011 waren es bereits 532.

 

 

BLUES BROTHERS (1980) von John Landis

 

 

Die besten Verfolgungen und Crashs kann man in BULLIT, THE FRENCH CONNECTION oder RONIN bestaunen. Nicht immer muss alles zu Schrott gehen. Ein weiterer Zweig der car action dreht sich um das Stehlen und Hehlen von Knallgasverpufftreiblingen. In DIE BLECHPIRATEN (GONE IN 60 SECONDS) von 1974 geht es um das Stehlen von 48 Luxusautos, trotzdem gibt es in dem Klassiker, welcher im Jahr 2001 mit Nicolas Cage ein Remake erfuhr, auch um eine überaus imposante 40-minütige Autoverfolgung.

 

Nicht ganz so spektakulär kamen dann Filme wie NO MANS LAND (1987) oder ROOKIE – DER ANFÄNGER, beide mit Charlie Sheen daher, die auch Autodiebstahl thematisierten, aber eher unwuchtig sind. Obgleich Autofahren viel mit Thrill zu tun hat, gibt es nur wenige echte Thriller in diesem Segment, das meiste sind reine Actionfilme. Lediglich BRAKE und THE CALL stechen hervor, welche die Figuren in beklemende Autosituationen bringen.

 

Auch wenn wir bislang ausschließlich vierrädrige Gefährte untersucht haben, darf man zwei Subgenre hier nicht außen vor lassen, und zwar den Truckerfilm und den Bikerfilm, bei denen Action eher zweitrangig ist. Bei Truckern geht es um das Erreichen eines Zieles, zudem ist der Truckerfahrer eine noch spezifischere Figur mit vielen Eigenheiten. Auch Biker definieren sich über ein bestimmtes Lebensgefühl, Rennsportfilme um Motorräder dagegen sind reichlich selten.

 

Europcar

 

Autorennen und Autoverfolgungsjagden assoziiert man für gewöhnlich mit dem US-amerikanischen Film, aber auch in Europa verehrte man das Auto und liebte die Geschwindigkeit. TAXI aus dem Jahr 1998 nach einem Drehbuch von Luc Besson begründete eine ganze Reihe von europäischen Actionfilmproduktionen, die wiederum amerikanische Produktionen inspirierten.

 

 

TAXI (1998) von Gérard Pirès

 

 

Die TAXI Reihe umfasst mittlerweile fünf Filme plus das US-Remake NEW YORK TAXI und der Erfolg ebnete den Weg für die TRANSPORTER Reihe, die ebenfalls von Luc Besson produziert wurde, sowie für die FAST & FURIOUS Filme, die ab 2001 zum Heiligen Gral der Auto- und Tuningfanatiker wurde.

 

Die TRANSPORTER Filme mit Jason Statham in der Hauptrolle der ersten drei Teile verbanden amerikanische car action mit asiatischer Martial Arts, 2015 erschien ein vierter Teil THE TRANSPORTER REFUELED ohne Statham, aber nach gleichem Muster. Ein ehemaliger Elitesoldat gründet sein eigenes Fuhrunternehmen, um Personen oder Gegenstände sicher von A nach B zu befördern. Natürlich führt dieses Vorhaben zu jeder Menge Action und Autoverfolgungen.

 

Mit Ausnahme der Serie ALARM FÜR COBRA 11 gibt es aus deutschen Landen kaum wirklich gelungene car action, obwohl das Auto ja angeblich des Deutschen liebstes Ding sei. Dafür hat der deutsche Film andere Autokuriositäten im Gepäck wie Filme um die Kultautos Manta oder Trabant.

 

Immerhin gibt es in den Manta Produktionen MANTA – DER FILM und MANTA MANTA, beides Konkurrenzstreifen des Jahres 1991 gelungene Actionszenen und Autorennen, dafür driftet der Trabi Film GO TRABI GO, ebenfalls von 1991, dezent ins Schrullige ab.

 

Dennoch standen auch für GO TRABI GO stolze 13 Trabis für unterschiedliche Erfordernisse zur Verfügung. Doch zusammen mit dem Kultfilm DER SUPERSTAU endet leider auch die Ära des deutschen Autoactionfilms. Fairerweise muss man sagen, dass es auch im deutschen Film coole Karren gibt wie den Ford Granada aus ABSOLUTE GIGANTEN, der eine eigene Figur darstellt.

 

 

ABSOLUTE GIGANTEN (1999) von Sebastian Schipper

 

 

Zugegeben, Komödien rund um das Thema Auto haben es erzählerisch leicht, denn im Umgang mit einem Kfz oder dem Auto selbst haften viele Mutmaßungen und Klischees an, die im Film noch multipliziert werden. So gibt es Dinge rund um Autos, die rein gar nichts mit der Realität zu tun haben, Autos, die nicht anspringen, Autos, die wie wild explodieren oder deren Fahrverhalten wider gegen jede Physik. Was für Komödien super funktioniert, ist im ernstgemeinten Kontext oft unfreiwillig komisch, dass eigentlich fast alles rund ums Auto reichlich komödiantisch ist.

 

In der car comedy dreht sich vieles um extrem Überspitzung und wahnwitzige Slapstick. Es liegt an der Physis des Geräts, das Auto war schon zu Stummfilmzeiten neben dem Klavier und der Kugelbombe ein Garant für Lacher. Vor allem in den 70er Jahren waren Komödien rund um das Auto ein Renner, man denke nur an die HERBIE Filme oder die Reynolds Trucker Klassiker. Diese Sparte allerdings ist selten geworden, von Ausnahmen wie EY MANN WO IST MEIN AUTO? mal abgesehen.

 

 

Fast & Furious & Future

Denn die Hauptzielgruppe mag es eher cool und unironisch, was wohl den großen Erfolg der FAST & FURIOUS Reihe erklärt. Die ist eher ein wirrer Genremix zwischen car chase movies, Gangsterfilm, Heist-, Undercover- oder Polizeifilm und sogar Agentenfilm, doch das Genre ist nur Staffage, nie ging es mehr um Autos wie in den FAST & FURIOUS Filmen zwischen 2001 und heute.

 

 

THE FAST & THE FURIOUS (2001) von Rob Cohen

 

 

Die Reihe umfasst stolze acht Filme, zwei weitere sind bereits in Planung, trotz des tragischen Autounfalltodes von Hauptdarsteller Paul Walker. Eine bittere Ironie. Zugegeben, so richtig konnte ich mit diesen Filmen bislang nichts anfangen und ich hab noch nicht mal alle Teile gesehen. Die Coolness kommt einfach zu hart für mich. Ich bin nicht einmal ein großer Autofan, was Technik und Marken betrifft, aber ich liebe Autofahren. Trotzdem haben mich die alten Streifen wie BULLIT immer mehr begeistert als die FAST & FURIOUS Filme, deren Autoaction zweifelsohne bombastisch ist.

 

Nichts desto Trotz sind die FAST & FURIOUS Filme riesige Zuschauermagneten weltweit mit über 5 Milliarden Dollar Einspielergebnis. Das liegt zum Großteil auch an den Autos, die immer Traumprojektionen für die Masse bleiben werden. Weil das Auto einen so wichtigen Teil der technischen Evolution darstellt, der heute aber immer noch an den Status gekoppelt ist, sind Autos im Film so omnipräsent. Deshalb reißen sich die Hersteller ja auch um die Platzierung ihrer Marken in Filmen. Autos bestimmen im Film wie Mode oder Musik einen ganz bestimmten Lifestyle.

 

 

Designstudien der Autozukunft in I, ROBOT (2004) von Alex Proyas, THE FIFTH ELEMENT (1997) von Luc Besson und TRON: LEGACY (2011) von Joseph Kosinski

 

Das führte sogar soweit, dass innerhalb des Science-Fiction Films oft die Frage nach zukünftigen Automarken gestellt und zumindest optisch beantwortet wurde. Toyota und Audi haben für die Filme MINORITY REPORT und I, ROBOT Konzepte angefertigt, die ziemlich elegant daherkommen. Fliegende Polizeiwagen in BLADE RUNNER oder THE FIFTH ELEMENT sind ebenso cool wie manch futuristisches Gefährt der Roger Moore Bond Ära.

 

Tod durch Nockenwelle

Die Frage nach der Zukunft des Automobils hat man schon früh gestellt und damit weitere Subgenre generiert. Ebenfalls in den 70er Jahren entstand das Kleinstgenre postapokalyptischer Endzeitfilme mit Fokus auf das Automobil. Sie entstanden parallel zu den Cannonball Filmen, wurden aber auch von der Exploitationwelle beeinflusst.

 

Den Auftakt machte DEATH RACE 2000, zu deutsch FRANKENSTEINS TODESRENNEN aus dem Jahr 1975, dem viele Exploitation Werke folgten und aus DEATH RACE sogar eine eigene obskure Filmreihe formten.

 

 

In DEATH RACE 2000 geht es um ein transkontinentales Straßenrennen ähnlich wie in CANNONBALL, allerdings mit getunter Brutalität und jeder Menge C-Movie Einspritzung. DEATH RACE 2000 wurde ein Hit und zog ein paar krude Nachfolger wie DEATHSPORT nach sich, bis der Film 2008 mit Jason Statham ein Remake erfuhr und direct-to-disc noch immer produziert wird.

 

DEATH RACE 2000 (1975) von Paul Bartel

DEATH RACE (2008) von Paul W. S. Anderson

 

1980 betrat dann MAD MAX die Bühne und Regisseur George Miller inszenierte grandiose Autoaction in einer postapokayptischen Kulisse, welche noch übersteigerter in MAD MAX: THE ROAD WARRIOR, THE THUNDER DOME und natürlich in seinem Meisterwerk MAD MAX: FURY ROAD präsentiert wurden. Allein FURY ROAD schaffte es 2015, in Sachen Autoaction neue Maßstäbe zu setzen.

 

 

MAD MAX: FURY ROAD (2014) von George Miller

 

 

Vom Endzeitfilm war es gedanklich kein großer Sprung hin zu anderen Science-Fiction Themen wie künstliche Intelligenz (KNIGHT RIDER) oder Zeitreisen (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT). Spielzeugautos wurden zu TRANSFORMERS, es gab futuristische Autorennen in SPEED RACER oder echte Monstertrucks. Apropos Monster, auch im Horrorfilm hat das Auto seine Reifenspuren hinterlassen.

 

Auf dem Höhepunkt der car chase movies entstand 1971 auch Steven Spielbergs Spielfilmdebüt DUEL um die Verfolgung eines arglosen Mannes durch einen schwarzen Tanklaster. Wie in BULLIT wollte Spielberg echte car action drehen, das Ergebnis ist auch heute noch spektakulär anzuschauen, ein echter Klassiker des damit begründeten killer car Subgenres.

 

 

DUEL (1971) von Steven Spielberg

 

Killercars waren reichlich krude, CHRISTINE von John Carpenter, nach einer Geschichte von Stephen King, war da noch der intelligenteste Stoff, der Rest war eher Exploitation á la DEATH RACE. Jenes Subgenre lebt immer noch, Tarantino spiegelte es in seiner 70er Jahre Grindhouse Verbeugung DEATH PROOF, dieses Look & Feel wussten auch JOY RIDE oder DRIVE ANGRY zu erzeugen. Selbst Filme wie BLOOD CAR oder CREEP VAN wissen zu unterhalten und das hat einen besonderen Grund.

 

CHRISTINE (1981) von John Carpenter

DEATH PROOF (2007) von Quentin Tarantino

 

Wie in allen Subgenres rund um das Auto sind Stunts und Fahraufnahmen größtenteils noch handgemacht und das Auto wurde bis heute auch noch nicht wirklich von CGI verdrängt. Wohl auch deshalb, weil die Inszenierung von car action einfach Handarbeit ist, wovon viele Filmgewerke leben. Autos werden heute von Agenturen verliehen, bzw. von speziellen Autoausstattern. Das Casting ist enorm wichtig, sobald das Auto eine tragendere Rolle im Film einnimmt. Darüber hinaus muss man ein solches Wunschmodel des Autors oder Regisseurs erstmal finden, bestenfalls gleich zwei Stück, für einen fulminanten car action film besser gleich 20.

 

 

Autodreharbeiten sind stressige Angelegenheiten – MISSION IMPOSSIBLE – ROGUE NATION (2015) von Christopher McQuarrie

 

 

Doch dann gehen die Probleme weiter. Spiegelt die Frontscheibe, muss der Polfilter drauf. Das ewige Umbauen für Aufnahmen während der Fahrt, Tonmenschen auf der Rücksitzbank, Straßensperrungen, schon beim Dreh sind Autoangelegenheiten nervlich strapaziös. Aber zum Glück überträgt sich diese Akribie und der Thrill dann im besten Fall auf die Leinwand. Und da Autos nach wie vor allgegenwärtig sind, diverser umweltfreundlicher Diskussionen zum Trotze, wird wohl auch im Film das Auto noch einige Kilometer leisten müssen. Gut für Film- un Autofans!

 

 

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In der Reihe DIE KLEINE GENREFIBEL habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre, Subgenre, Mikro- und Nanogenre des Genrefilms vorzustellen. Eine Aufgabe, die mich bis weit nach mein Lebensende beschäftigen wird. Ich lege den Fokus auf Dramaturgie und Buch, werde mich aber auch mit der Inszenierung sowie den jeweils besten Vertretern befassen.

 

Lesen Sie in der nächsten Folge:

 

 

 

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de