Die kleine Genrefibel Teil 40: Der Western

In der kleinen Genrefibel habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre und Subgenre der Filmwelt vorzustellen, ein Vorhaben, welches mich wohl bis nach mein Lebensende beschäftigen wird. Nun sind wir inzwischen bei Teil 40 angelangt, eine schöne Zahl, wie ich finde, und endlich ist mal Zeit für ein wirklich handfestes Genre. Denn was fällt einem ein, wenn man spontan nach einem Filmgenre gefragt wird? Richtig, der Western! Der Western ist ein richtiges Genreurgestein, und das hat triftige Gründe. Kaum eine andere Filmsparte ist so festgelegt in ihren Merkmalen, so klar definiert und doch so unendlich mannigfaltig.

 

 

 

 

 

Wie es sich für ein zünftiges Genre gehört, war der Western stilprägend für verschiedene Jahrzehnte, wurde bereits mehrmals für tot erklärt, ein echter Untoter im Genrestreichelzoo, ein klappriger Gaul vor staubiger Kulisse, ein einsamer Wolf in karger Prärie. Was ist das Geheimnis des Westerns, welch seltsam Mixtur hält ihn immer noch jung?

 

Sattelt die Pferde, Eierdiebe und reitet mit uns durch die filmische Geschichte des Wilden Westen!

 

 

Frontier Land

 

Im Gegensatz zu anderen Genres ist der Western in seinem äußeren wie inneren Aufbau klar definiert. Geht es bei Horrorfilmen im Kern um Ängste und Überlebenstrieb, im Bereich Science-Fiction um Wissenschaft und Gesellschaft einer möglichst besseren Zukunft und im Bereich Fantasy um Flucht in andere Welten, scheint sich der Western in seiner Machart viel kleinkarierter abzustecken, denn neben dramaturgischen Leitmotiven definiert er sich auch über Ort und Zeit.

 

Beim Western steht der US-amerikanische Mythos der Eroberung des Wilden Westens im neunzehnten Jahrhundert im Mittelpunkt. Das ist in etwa so, als würde man sagen, Horrorfilme thematisieren unheimliche Ereignisse in Baden-Baden des Jahres 1961. Was durch diese zeitliche und örtliche Fixierung extrem eng klingt, ist jedoch eine Filmsparte von schier unglaublichen Ausmaßen. Wie kann das sein, wenn Ort und Zeit de facto immer gleich bleiben?

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Der Western geht in seiner Definition aber noch weiter, und diese dramaturgischen Punkte wiederum sind sehr breit und allgemein gehalten. Im Grunde behandelt der Western den urtümlichsten Kampf zwischen Gut und Böse. Dazu bedient er sich stereotyper Figuren wie den guten Sheriff oder Cowboy und dem Halunken, Dieb oder Mörder als Gegenpart. Was definiert den Western noch?

 

 

 

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Das ist zum einen die Sehnsucht nach der Eroberung, nach Grenzerfahrungen und Entdeckertrieb. Das ist aber auch der Wille und die Anstrengung nach einer Erneuerung des Gesellschaft, vorrangig durch Mittel der Gewalt und der Gegengewalt. Diese Motive ergeben sich automatisch aus dem geschichtlichen Hintergrund seiner Fixierung auf Ort und Zeit.

 

Die Zeitspanne klassischer Western reicht von der Eroberung und Landnahme des amerikanischen Westens durch Siedler aus dem Osten, der Errichtung einer zivilisierten Gesellschaft, welche durch die Industrialisierung abgeschlossen wurde. Dieses Vorhaben aber war einseitig geprägt, denn wo neue Errungenschaften Einzug hielten, musste zuerst Altes verschwinden. Kampf und Krieg sind tragende Säulen des Westerns, Krieg gegen Ureinwohner, Bürgerkriege, Mensch gegen Natur, Recht gegen Unrecht, Gegenwehr und Rache.

 

Neben Ort, Zeit und Figuren gibt es noch weitere erzählerische und stilistische Elemente, die den Western als Genre abstecken. Konflikte werden mit Fäusten oder Schusswaffen ausgetragen, nicht selten enden Auseinandersetzungen in dramatischen Höhenpunkten wie dem Duell im Morgengrauen oder dem Shootout zur Mittagsstunde. Die Weite der Steppe und Prärie, Pferde, Westernstädte, der Salon, Kleidung, für den Western stehen diese Elemente im Vordergrund und wenn man einen echten Western drehen möchte, kommt man nicht um sie herum.

 

Panorama Einstellung in HOW THE WEST WAS WON (1962)

Für ein Genre bedeuten solche Definitionen aber immer auch Einschränkungen, streng genommen müssten immer die gleichen Filme resultieren, nimmt man die dramaturgischen Eckpfeiler des Genres ernst und bedient sie immer wieder aufs Neue. Der Western aber hat sich sehr wohl verändert, durch seine unveränderlichen Elemente hat er vielmehr eine Entwicklung nach innen genommen.

 

War das klassische Bild des frühen Westerns die verklärte Totale der Landschaft in weitwinkligen Panoramaaufnahmen, bedienten sich Spätwestern, insbesondere Eurowestern, der mikroskopischen Nahaufnahme von Gesichtern und Augen, als wollte die Kamera in jene stereotypen Figuren eindringen, um das vermeintlich Gute und Böse neu auszuloten.

 

Der berühmte “Italian Shot” in SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD (1968)

So ist die Bezeichnung Eurowestern, die eigentlich konträr zur Definition des Western als uramerikanisches Sujet steht, auch ein Begriff für die universelle Wirksamkeit dieser Filmsparte. So eng Ort und Zeit im Western gefasst sind, so global verständlich waren die Motivationen der Figuren, die sich in diesem Genre tummelten.

 

Western nach amerikanischen Vorbild entstanden überall auf der Welt, sie bedienten sich jener archetypischen Eigenschaften, befreiten sich aber von einem möglichen moralischen Zwang und hinterfragten Motive von außen. So heroisch und freiheitlich sich der Western auch gab, er fußt auf einer eher dunklen Epoche amerikanischer Geschichte.

 

 

Wildwest Romantik

 

Als der Film erfunden wurde, war der Wilde Westen im Grunde genommen bereits Geschichte. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren weite Teile des amerikanischen Westens durch Einwanderer besiedelt worden, die Zivilisation verdrängte die Ureinwohner, die Eisenbahn wurde zum Symbol des Fortschritts und der Einnahme des einst rauen Landes. Der Wilde Westen in der Literatur und im Film war eine verklärte Sicht dieser Entwicklung. Die teilweise barbarische Landnahme wurde in Büchern und Groschenromane reichlich romantisiert. Die ersten Filmwestern bezeichnete man dementsprechend auch als “naive Phase” des Genres, in ihr entstanden sämtliche Klischees, die zu äußeren, tragenden Säulen des Westernfilms wurden.

 

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Der erste Western der Filmgeschichte erblickte im Jahr 1898 das Licht der Leinwand – CRIPPLE CREEK BAR ROOM der Edison Manufacturing Company hatte eine Länge von einer Minute und thematisierte auch gleich eine dieser Säulen des Westerns, die zünftige Schlägerei in einer Bar. Doch im Allgemeinen wird DER GROSSE EISENBAHNRAUB aus dem Jahr 1903 als erster Western der Filmgeschichte genannt.

 

Auch er wurde durch die Darstellung eines Überfalls und einer Verfolgungsjagd für das Genre stilprägend. In der Stummfilmzeit profitierten gerade Western von der Visualität des neuen Mediums und die Filme waren vor allem von einer ästhetische Darstellung der Weite des Landes geprägt. Figurentechnisch waren sie allesamt schlicht und naiv in ihrer Psychologie. Es gab Prügeleien, Reitszenen, Schießereien und Slapstick, doch vorrangig profitierte der Western von der Wirkung der Landschaft auf der Leinwand.

 

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Der verklärten Romantik war es verschuldet, dass der Western in seiner nächsten Phase auf ausschließlich heroische Motiven aufbaute. Die zwanziger und dreißiger Jahre waren vor allem die Zeit der großen Silent Western, die sich inhaltlich mit der Eroberung des Wilden Westens beschäftigten.

 

Prägend hierfür war der Film THE COVERED WAGON, der die Geschichte der Besiedlung des heutigen Oregon erzählte. Solche Treckfilme bezogen ihren Reiz fast ausschließlich im Bild, weite Landschaften, die Urgewalt der Natur und der Mensch, der sich sie zu eigen machte. Der weiße Mensch wohlgemerkt, denn die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas, der Indianer, wurde dem Publikum als ein Akt der Fortschrittlichkeit und der Installation der Zivilisation verkauft. So entstand auch der Begriff “Wilder Westen”, der eben von Wilden bevölkert wurde, als der weiße Mensch auftauchte und das Land unter seine Fittiche nahm.

 

 

Outlaws

 

Diese zweite Phase des Westerns wird auch als epische Phase, die großen Western der dreißiger und vierziger Jahre auch als Epic Western bezeichnet. Einer ihrer großen Pioniere war der Regisseur John Ford (1894 – 1973), der den amerikanischen Western berühmt gemacht hatte. Ford machte den jungen Schauspieler Marion Robert Morrison zum Star des Genres, der sich fortan den Künstlernamen John Wayne gab. John Fords drehte seinen ersten Western bereits 1917 (THE TORNADO), ein 20-Minüter, im gleichen Jahr folgte sein Westernspielfilmdebüt STRAIGHT SHOOTING. Bis in die fünfziger Jahre war Ford verantwortlich für wegweisende Filme des Genres wie THE IRON HORSE, STAGECOACH, RIO GRANDE, THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE oder THE SEARCHERS (DER SCHWARZE FALKE).

 

THE SEARCHERS (DER SCHWARZE FALKE) von John Ford (1956)

Waren die frühen Western günstige B-Movies, wurde das Genre unter Ford opulent, episch und vor allem auch finanziell erfolgreich. Inhaltlich wandelten sie sich von der naiven Darstellung des unentdeckten Landes zu einer differenzierteren Darstellung der Figuren und ihrer Handlungen. Moralische Aspekte hielten Einzug in das Genre und Figuren wurden stärker psychologisch auseinander genommen. Waren frühe Western eher schlichte Geschichten über Abenteuer- und Entdeckungsdrang, wurden nun menschlichen Charakterzüge gebrochen und hinterfragt, allerdings nur zu einem gewissen Teil. Eine wirklich realistische Behandlung der Folgen der Westbesiedlung fand weiterhin so gut wie nicht statt.

 

 

Das lag zum Teil auch daran, dass durch die Romantisierung des Wilden Westens eine Grenzwelt zur Fiktion entstand. Der Typus des Westernhelden ist im Grunde genommen ein Produkt der Phantasie, die parallel zur amerikanischen Geschichte entstand. Siedler, Trapper und Infanteristen mag es gegeben haben, der Westernheld hingegen entstammt eher der Trivialliteratur und ist auch im Film eher ein Kunstprodukt. Er ist in seiner Anlage dem Ritter nachempfunden, der ebenfalls bewaffnet und zu Ross ein Outlaw seines Zeitalters war.

Westernlegenden: John Wayne, James Steward, Gregory Peck, Robert Mitchum, Henry Fonda, Gary Cooper, Lee Van Cleef, Charles Bronson, Franco Nero, Clint Eastwood, Terence Hill, Kevin Costner

 

Beide Figuren waren romantisiert und der Realität entrückt, waren getrieben von der Erfahrungssuche, Ruhm und Ehre, einem großen Gerechtigkeitssinn, auch mit den Mitteln der Gewalt. Westernhelden wurden zu Ikonen, obwohl es nur wenig Belege für vergleichbare reale Vorbilder gab.

 

Es war nicht ein Stück amerikanische Geschichte, welche den Western global verständlich und beliebt machte. Es waren die archetypischen Eigenschaften der Protagonisten und Antagonisten, die auch andere Genre beeinflussten. Denn im Film traf man genreübergreifend auf die Konfrontation zwischen Gut und Böse.

 

Für viele dieser Figurenzeichnungen war der Western ein beliebtes Motiv, denn er definierte diese Grenze klar und einfach. Möglicherweise ist das der Grund, warum der Western selbst im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neu erfunden wurde, ohne seine Grundzüge zu verlieren. Der Western bot Möglichkeiten, andere Genres zu beeinflussen, Verbindungen einzugehen, aber nicht nur das. Genretechnisch hat sich der Western im Blick auf immer mikroskopischere Figurenanlagen von außen nach innen verändert.

 

Western-Regisseure: John Ford, Howard Hawks, Fred Zinnemann, Arthur Penn, Sergio Leone, Sam Peckinpah

 

Das begann bereits in den fünfziger Jahren, die gleichzeitig Höhe- als auch Wendepunkt des Westerns waren. Von der allgemeinen verklärten Wildwestromantik der frühen Western auf eine Konzentration der Figuren in schlichtem Gut und Böse erreichte der Western irgendwann einen Punkt, an dem er sich seiner moralischen Blindheit stellen musste.

 

Einer der letzten Filme des epischen Westerns, DER SCHWARZE FALKE, thematisierte bereits die Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner und reflektierte darüber hinaus auch Heimatlosigkeit und ewige Zerrissenheit der einst heroischen Figuren.

 

DER SCHWARZE FALKE mit John Wayne gilt als einer der besten Western der Filmgeschichte, dennoch markiert er auch einen Wendepunkt, inhaltlich wie auch in seiner moralischen Akzeptanz. Je realistischer der Western geschichtliche Aspekte schilderte, desto mehr warf er Fragen auf. Wie heldenhaft war die Besiedlung des Westens? Wie stark hatte der weiße Mann dieses Urland durch die Zivilisation verändert? Fragen, denen sich Amerikaner nur ungern stellten. Vielleicht war das der Grund, warum der Western in seiner Hochzeit der Selbstreflektion an Publikumsinteresse nachließ. Denn bereits ab den sechziger Jahren sprach man vom sogenannten Spätwestern, der nahezu nahtlos an den klassischen Western der Jahrzehnte zuvor anknüpfte.

 

 

Anti-Western

 

Ab den fünfziger Jahren dominierten andere Genres im Kino, es gab einen Science-Fiction Boom, ausgelöst durch die Entwicklung der Atombombe, der Eroberung des Weltalls und dessen Besiedlung, was im Grunde zwar auch ein Westernmotiv war, aber nicht so schmerzlich an eventuelles Unrecht der Westbesiedlung erinnerte. Der Western steckte in einer Krise, denn er wiederholte stetig amerikanischen Heroismus und stereotype Figurenanlagen, die von der Gesellschaft mehr und mehr kritisch hinterfragt wurden.

 

Höhepunkt des klassischen Westerns: HIGH NOON (12 UHR MITTAGS) von Fred Zinnemann (1952)

Diese Selbstreflektion geschah etwa zur Zeit des Vietnamkrieges, welcher für Amerika eine traumatische Erfahrung war. In dieser Zeit veränderte sich auch der Western, aus dem naiven, heroische geprägten Genre wurde eine zynische, düstere Allegorie der eigenen Landesgeschichte. Der Spätwestern wurde nicht nur aufgrund seiner Produktionszeit namensgebend, sondern auch, weil die idealisierten Motive des Genres mehr und mehr einem kritischen Bild wichen.

 

Diese Entwicklung machte ab den sechziger Jahren aber nicht nur der Western, auch in anderen Sparten wurden die Figuren zunehmend pessimistischer, perspektivloser und zynischer. Zeitlich verschob sich des Genre in Richtung Industrialisierung, welche eine Trennlinie darstellte, die den Wilden Westen von nun an charakterisierte. Plötzlich bevölkerten alte und desillusionierte Helden die Leinwand, sie trafen wie beim Copfilm stärker den Nerv der Zeit beim Publikum.

 

Themen wie Rassismus und Politik veränderten den Western, die einst klare Trennung zwischen Gut und Böse weichte auf und wurde zusehends unschärfer. Das Bild des Westernhelden, der gute Sheriff oder Marshall, verkörpert von John Wayne, wich dem des Antihelden zwischen Recht und Unrecht, symbolisiert durch beispielsweise Clint Eastwood.

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An diesem interessanten Punkt in der Entwicklung des Westerns kann man auch gut die Entwicklung von Subgenres erkennen, die den Western als solches in neue Richtungen trieben. Denn man konnte ihn nun von mehreren Seiten kategorisieren. Der Spätwestern wurde gleichzeitig zu einer Art Antiwestern, der sämtliche positiven Eigenschaften negierte und daraus seinen Reiz bezog. Statt Neubesiedlung gab es nun Heimatlosigkeit, statt Ankunft in der Zivilisation war es nun Freiheitsverlust, aus Helden wurden Antihelden, aus vermeintlichem Glück wurde bitterer Pessimismus.

 

Diese Selbstreflektion war eine Ausprägung, die dem amerikanischen Freiheitsgedanken nicht unbedingt entsprach. Obwohl mit THE WILD BUNCH, PAT GARRET JAGT BILLY THE KID, ZWEI BANDITEN (BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID) oder LITTLE BIG MAN wegweisende amerikanische Western erschienen, wurde der Spätwestern vor allem durch Werke außerhalb der USA definiert. Das moralische Dilemma war ihnen fremd, im Gegenteil, daraus bezogen sie erst ihre Faszination.

 

 

Für einen Teller voll Bohnen

 

So entstanden vor allem in Europa Western, die das Bild des Wilden Westens realistischer prägten als ihre amerikanische Filme, obgleich sie natürlich auch auf Figuren beruhten, die es so in der Geschichte nicht wirklich gab. Der Eurowestern veränderte den Western nachhaltig, denn er entmystifizierte ihn, stellte ihn bloß, war weniger an Aspekten amerikanischer Geschichte interessiert, was ihn seltsamerweise aber authentischer machte als den klassischen Western. Der Begriff Eurowestern ist aber nicht sehr markant, weil vor allem in Italien Spätwestern populär wurden, spricht man eher vom Italo- oder Spagettiwestern, obwohl auch in Spanien und Deutschland reihenweise Wildwest-Geschichten gedreht wurden.

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In einer Zeit, als der klassische Western bereits totgesagt wurde, entstand durch den Italowestern ein völlig neuer Typus des Genres. Er unterschied sich zum Teil grundlegend von amerikanischen Produktionen. Ernsthaftigkeit wich purer Unterhaltung und Selbstironie, bis hin zur reinen Komödie. Gleichzeitig stiegen graphische Gewalt und moralische Verkommenheit. War der amerikanische Westernheld von selbstlosen Handeln getrieben, zählten für Italowesternhelden häufig nur Geld, schneller Ruhm, Habgier oder Rache.

 

Der Spätwestern war also vorrangig ein Antiwestern, der wiederum durch eine andere Sichtweise von außen zum größten Teil durch den Italowestern repräsentiert wurde. Diese Entwicklung wiederum veränderte auch den amerikanischen Western.

 

ONCE UPON A TIME IN THE WEST (SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, 1968)

Der berühmteste Regisseur des Italowesterns war Sergio Leone, zu seinen bekanntesten Werken zählen ZWEI GLORREICHE HALUNKEN und SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD. Wie John Ford den Schauspieler John Wayne zum Westernhelden machte, schuf Leone mit Clint Eastwood den Typus des Antihelden. Leone bezog sich weniger auf den amerikanischen Wild West Mythos, er mischte in seine Western Elemente von Samuraifilmen und thematisierte eher Revolutionsgeschichten an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Das hatte vor allem einfache, produktionelle Gründe, denn nicht selten wurde in Spanien gedreht und Landsleute , die als Statisten auftraten, konnten dem Publikum leicht als Mexikaner verkauft werden.

 

Wenngleich auch Italowestern über zahlreiche Klischees um Figuren und Hintergründe verfügten, ihre rohe, unpatriotische Anlage ermöglichte ein differenzierteres Bild des Wilden Westens als der amerikanische Western.

 

Der Italowestern konzentrierte sich auf die Motive seiner Antihelden, ein Ausdruck dafür waren extreme Closup-Einstellungen, Augen, unrasierte Wangen und trockene Lippen, in denen sich ein Grashalm drehte. Der amerikanische Western lebte eher von der Weite, vom Panorama. Natürlich gab es die auch in europäischen Western, diese Supertotalen der Prärie, in denen eine Wüstenrose einsam durch die karge Landschaft rollte. Doch wurden solche Bilder in Italowestern sehr häufig mit nahen Einstellungen auf Gesicht und Revolver unterbrochen. Die sogenannte italienische Einstellung ist die Nahaufnahme der Augen währen des Duells. In diesem Zusammenhang definiert sich die “amerikanische” Einstellungsgröße am Halfter des Revolvers. Doch nicht nur bildästhetische Komponenten waren stilprägend für den Italowestern.

 

SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD lebt ebenso von der Musik des Komponisten Ennio Morricone. Musik hat im Italowestern eine tragende dramaturgische Rolle. Sie fördert die Spannung, beispielsweise während eines Duells, sie ist musikalisch weit entfernt zur Filmmusik amerikanischer Produktionen, und das nicht nur durch ihren dramaturgischen Einsatz, sondern auch in der Wahl der Instrumentierung. Italowestern waren bestimmt von bizarren Klängen, von Pfiffen und Peitschenschlägen, E-Gitarren, Synthesizern und der berühmten Mundharmonika. Und im Fall von SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD wurde das auch im Titel signalisiert.

 

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Frühe amerikanische Western taten sich zudem schwer mit Humor. Vereinzelt gab es Western Comedy (MCLINTOCK mit John Wayne), der klassische Western galt aber als ironiebefreit und ernst. Auch hier änderte sich das Bild durch den Italowestern, der komödiantische Züge auch in seinen vermeintlich düstersten Werken aufnahm. Der Italowestern sah sich vorrangig als Unterhaltungsware, das spiegelte sowohl Gewalt als auch Humor. Manchmal allerdings war das auch eine Folge des Zufalls.

 

 

Wir spielen Cowboy und Indianer

 

Die frühen Filme mit Bud Spencer und Terence Hill waren brutale und ernste Western ohne Klamauk. Berühmt wurden beide aber durch ihr komödiantisches Zusammenspiel, weswegen spätere Werke der beiden stärker darauf zugeschnitten wurden. In Deutschland ging man sogar noch weiter, durch gewitzte Synchronisation wurden teilweise aus völlig ernst gemeinten Szenen plötzlich richtige Brüller. Da Spencer und Hill in dieser Façon aber plötzlich zu Megastars wurden, veränderte sich auch der Output. Dennoch war selbst der witzigste Spencer/Hill Spagettiwestern ungleich düsterer und brutaler als amerikanische Pendants.

 

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Man muss sich nur Filme wie MEIN NAME IST NOBODY anschauen, sowohl im Original als auch in deutscher Synchronisation. War das Original oft trocken und ernst, entwickelt die Synchro eine völlig andere Dynamik des Geschehens und der Figuren. Das ist noch nicht einmal negativ gegenüber allgemeiner Synchronisationsskepsis gemeint, denn sie waren teilweise überhaupt erst verantwortlich für den immensen Erfolg jener Werke im Ausland. In kaum einem Land waren Bud Spencer und Terence Hill so beliebt wie in Deutschland.

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So war es auch nicht verwunderlich, dass auch in Deutschland in den sechziger Jahren Western gedreht und exportiert wurden. Dabei griff der Produzent Horst Wendlandt vorrangig auf Romane des Schriftstellers Karl May zurück, die er mit internationaler Besetzung verfilmte.

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Im Gegensatz zum amerikanischen Western stand hier das Verhältnis zwischen Cowboys (als Vertreter der Eindringlinge) und Indianer (als Vertreter der Ureinwohner) im Mittelpunkt, wie auch der eher pazifistisch-romantisierte Ansatz von Karl May. Amerikanische Western sparten bis in die siebziger Jahre die Thematisierung von Indianern eher aus, vielleicht ist sogar DER MIT DEM WOLF TANZT aus dem Jahr 1990 der erste wirklich bedeutende Film in dieser Richtung. In westdeutschen Filmproduktionen waren sie stärker vertreten, wenn auch das dramaturgische Umfeld über alle Klischees des amerikanischen Westerns verfügte.

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Noch einen Schritt weiter gingen DEFA-Produktionen der späten 60er und frühen 70er Jahre, sie konzentrierten sich oft auf die Ureinwohner Amerikas und stellten sie nicht als unzivilisierte Wilde dar.

 

Die Darstellung von Indianern war im DEFA-Film historisch ungleich korrekter als bei allen anderen Westernproduktionen. Doch den Begriff Western vermied man in der DDR, man sprach vornehmlich von Indianerfilmen. Während in westdeutschen Karl May Filmen Indianer eher vereinfacht dargestellt wurden, die Sichtweise stark auf den weißen Protagonisten lag, fokussierten DEFA-Filme die Sichtweise der Ureinwohner.

 

 

Und ewig rollt die Wüstenrose

 

Western aus der ehemaligen BRD und DDR waren Facetten des Genres, die sich dramaturgisch und stilistisch stärker am Italowestern orientierten als amerikanische Filme. Doch auch in Amerika veränderte sich das Genre ab den späten 70er Jahren. Eine letzte Subgenrewelle vor einer erneuten Totsagung der Filmsparte war der Acid-Western, der wiederum Elemente des Italo- oder Eurowestern aufgriff, sie zum Teil mit surrealistischen Zügen ausstaffierte und den Westernmythos in einen Alptraum verkehrte.

 

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Typische Vertreter jenes Subgenres waren EL TOPO von Alejandro Jodorowski aus dem Jahr 1970 und GREASERS PALACE von 1973. Der Acid-Western wird häufig mit dem Neo Western verwechselt, obwohl sie sich in ihrer Anlage gegenseitig definieren und dessen Höhepunkt DEAD MAN von Jim Jarmush gleichzeitg Neo- wie Acid Western war.

 

 

EL TOPO von Alejandro Jodorowski (1970)

 

 

Ende der siebziger Jahre war es erneut soweit und der Western war ein totes Genre, sowohl in Amerika als auch in Europa. Die großen Subgenrewellen ebbten ab, die Django-Filmreihe, Filme mit Bud Spencer und Terrence Hill, west- und ostdeutsche Filme um Cowboys und Indianer, sie alle hatten in den frühen siebziger Jahren ihren Höhepunkt, doch dann veränderte das sogenannte New Hollywood unter anderen Filmschaffenden die Kinolandschaft. In den 80er Jahren gelang es nur einer Handvoll Western, an der Kinokasse Dollar zu machen.

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SILVERADO und PALE RIDER waren Achtungserfolge, konnten aber keine neue Westerneuphorie entfachen, zu klassisch waren sie gestrickt, wenngleich sie auch reflektierender waren als frühere Werke. Als 1990 mit DER MIT DEM WOLF TANZT ein Western erschien, der sich nicht nur kritisch mit der Besiedlung des Westens und der Behandlung der Ureinwohner beschäftigte, sondern auch mit 424 Millionen Dollar Einspielergebnis und sieben OSCARS alle anderen Western in den Schatten stellte, schien das ureigene Genre endgültig am Boden zu liegen. Doch der Western war anpassungsfähig und erfand sich neu.

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Der Neo-Western war keine zeitliche Weiterentwicklung des Spätwesterns, er löste sich von der örtlichen und zeitlichen Fixierung des Genres und behielt nur Charakterisierung und Motivation der Figuren für sich. Ein Neo-Western konnte Schauplatz und Zeit verlegen, in Gegenwart und Zukunft. Bei letzterem sprach mal eventuell gar nicht mehr von einem Western, obwohl Motive in Filmen wie MAD MAX exakt die gleichen waren.

 

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Sogenannte Endzeit-Western verfügten über die gleichen Figuren mit all ihren Zielen, ihren positiven wie negativen Eigenschaften und Brüchen, nur stellte man sie in eine andere Kulisse. Und es funktionierte, denn die dramaturgischen Eigenschaften von Western wirkten auch über das Genre hinaus. Der Kampf um Freiheit und Familie, um das eigene Land oder Haus, die Suche nach Rohstoffen, die Urbarmachung fremder Landstriche, all das konnte man auch in anderen Genres erzählen. Aus diesem Grund ist der Western so kompatibel mit anderen Filmsparten wie dem Horrorfilm, Science-Fiction- oder Fantasystoffen.

 

 

Billy The Kid versus Dracula

 

Für den Western war das recht einfach, denn man brauchte beispielsweise nur das Setting zu ändern. MAD MAX ist ein klassischer Western, nur in einer Endzeitkulisse. STAR WARS verfügt über Figuren wie den verträumten Farmerburschen oder den gesetzlosen Revolverhelden, es ist in Zügen ein reiner Fantasywestern. Im Bereich Science-Fiction geht es auch um die Erforschung und Kultivierung neuer Gebiete, das sogenannte unentdeckte Land.

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Die Suche nach anderen Sternensystemen und Planeten, die der Mensch besiedeln kann, das ist ein typisches Westernsujet. Auch gab es Crossover mit dem Horrorfilm, wenn auch selten, denn Horror-Western lebten stärker von der Kulisse des Wilden Westens, in die Horrorgeschichten implantiert wurden. Da konnte es schon mal vorkommen, dass Abraham Lincoln selbst gegen Vampire antrat, Billy The Kid auf Dracula traf und Jesse James Frankenstein zum Duell bat. Weil das zuweilen groteske Züge annahm, bezeichnet man das Subgenre auch gern als Weird Western.

 

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Doch man muss gar nicht so weit gehen und Filmgenre suchen, die kompatibel zu gängiger Westerndramatik waren. Der Western selbst lieferte im Neo-Western genug Stoff, um das inhaltlich wie stilistisch erneut zu spiegeln. Der Neo-Western ändert Ort und Zeit, behält aber alle anderen Aspekte des Genres und macht somit Filme wie NO COUNTRY FOR OLD MAN, DEAR WENDY, THE ROVER oder RED HILL, so unterschiedlich sie sein mögen, am Ende auch zu waschechten Western.

 

Natürlich gab es Western klassischer Machart auch nach 1990, als DER MIT DEM WOLF TANZT eine Art Wendepunkt für das Genre markierte. Hier wurden vorrangig bekannte Westernhelden aus Geschichte und Trivialliteratur wie Wild Bill Hickok, Billy the Kid, Wyatt Earp, Butch Cassidy, Jesse James oder Doc Holliday filmisch portraitiert. Western wollten jüngere Zielgruppen ansprechen (YOUNG GUNS), auch Frauenwestern gab es (BAD GIRLS). Aber der Western entwickelte sich in eine Richtung, die eher retrospektiven Charakter hatte. Der Neo-Western durch seine Verlegung in andere Zeit und anderes Setting ist der Beleg dafür.

 

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Denn obgleich der Western schon immer ein Urgenre war, ab dem Millenium wurde er durch filmische Zitate und das Aufgreifen von dramaturgischen Leitmotiven zu einer tragenden Säule des neuen Genrefilms, sozusagen in retrospektiver Art und Weise. Für den heutigen Genrefilm, wie ihn Filmemacher jüngeren Semesters zelebrieren und zitieren, ist er ein immer wieder funktionierender Sandkasten filmischer Leidenschaft.

 

 

Weil die dramaturgischen Elemente so tragfähig und bestimmend und Elemente so kompatibel für den Genrefilm sind. Subgenrebezeichnungen für den Western wie der Acid-Western wurden sogar erst nachträglich vorgenommen, der Italowestern hat als Spielart des Urgenres im Neo-Western wiederum ganz neue, heute vollkommen allgemeingültige Aspekte hinzugefügt, dass er selbst fast als eigenständiges Genre wahrgenommen wird.

 

Helge Schneider in TEXAS (1993)

Auch hat die Unveränderlichkeit tragender dramaturgischer Säulen dazu geführt, dass der Western ein beliebter Spielplatz der Persiflage wurde. Waren in den Hochzeiten des Genres Komödien eher selten und auch in der Ära von Bud Spencer und Terrence Hill nur eine Facette, ist die Westernparodie heute ein beinahe eigenständiges Subgenre. Bemerkenswert deshalb, weil eine Westernparodie nur dann funktioniert, wenn sie auch gleichzeitig ein echter Western ist.

 

Filme wie DER SCHUH DES MANITU oder auch Helge Schneiders TEXAS sind in erster Linie echte Western, in zweiter Instanz erst Komödien oder Persiflagen. Die Persiflage funktioniert nur über exakte Genrekenntnis. Daran sieht man, genau wie bei allen möglichen Crossovern, die der Western eingegangen ist, dass kaum ein anderes Genre über ein so fundamentales Gerüst verfügt, obwohl oder gerade weil er so fest definiert scheint. Nur wenn man diese Elemente ernst nimmt, funktionieren sie auch in anderen Subgenres.

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Deshalb wird es auch immer wieder Western geben, ob nun in modernisierter Form oder ganz klassisch. Ob es neue Western-Hochzeiten geben wird, ist nicht sicher. Schon oft wurde das Genre totgesagt, schon oft hat es sich wieder aus dem Staub aufgerafft.

 

So lange Kinder weiterhin Cowboy und Indianer spielen, solange wird auch die Begeisterung für den Wilden Westen anhalten.

 

 

Und es stimmt, man mag es nicht für möglich halten, aber die Neuverfilmung des Winnetou Mythos aus dem Hause Rat Pack tritt diesen Beweis an. Mit drei neuen Filmen ließ man die Legende aufwändig und clever neu auferstehen, mit Wotan Wilke Möhring als Karl May und Alter Ego Old Shatterhand und Nik Xhelilaj als Winnetou. Die Geschichten basieren auf Elementen der alten Filme wie Schatz im Silbersee, die Kulissen sind großartig, die Nebenrollen prominten (Jürgen Vogel, Gojko Mitić, Mario Adorf, Georg Friedrich, Milan Peschel), doch am besten, die Westeratmosphäre stimmt, es ist staubig, rau und abenteuerlich, wie zur guten alten Zeit.

 

 

Nik Xhelilaj als Winnetou und Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand in WINNETOU – DER MYTHOS LEBT (2016), Rat Pack Filmproduktion für RTL

 

 

So verhilft WINNETOU – DER MYTHOS LEBT dem in Deutschland beliebten und gelebten Genre einen dritten oder mittlerweile vierten Frühling. Eins ist  sicher, egal ob im Hier und Jetzt, im Weltall, in ernster oder komödiantischer Form, der Western und seine Strukturen werden weiterhin präsent sein in jedweder Filmsparte.

 

 

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In der Reihe DIE KLEINE GENREFIBEL habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre, Subgenre, Mikro- und Nanogenre des Genrefilms vorzustellen. Eine Aufgabe, die mich bis weit nach mein Lebensende beschäftigen wird. Ich lege den Fokus auf Dramaturgie und Buch, werde mich aber auch mit der Inszenierung sowie den jeweils besten Vertretern befassen.

 

Lesen Sie in der nächsten Folge:

 

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3 Comments

  1. Antworten

    […] die italienischen Sandalenfilme um Herkules fanden bereits Mitte der Sechziger ein Ende, als der Spagettiwestern die Bühne betrat. Zwar gab es 1983 und 1985 noch zwei italienische Herkules-Verfilmungen mit […]

  2. Antworten

    […] wurden, wurden Ritterfilme düsterer und dreckiger. Aber der Ritter im Film eignete sich wie der Wildwestheld oder der Vampir auch perfekt zur Persiflage. Und somit besuchte der ehrenwerte Ritter neben […]

  3. Antworten

    […] aus Hollywood, schuf damit aber neue Ausprägungen durch eine eigenen Filmsprache und Stilistik. Der Spaghettiwestern zum Beispiel färbte das eher heroische US-Westernmodel in dunklere Tönen, auch der Zombie- und Kannibalenfilm hatte durch italienische B-Movie Produktionen ein eigenes […]

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Christian Hempel | Autor, Dramaturg und Stoffentwickler | Gesslerstraße 4 | 10829 Berlin | +49 172 357 69 25 | info@traumfalter-filmwerkstatt.de