Der Traumfalter Jahresrückblick 2025
Wie eine winzige Boye im unendlichen Strudel des Weltweitnetzes treibt die Traumfalter Filmwerkstatt durch die Mondzyklen und empfängt allerlei Funksignale, sammelt fleißig Daten, Fakten und Gefühle aus Filmen und Serien und bastelt daraus tagein tagaus den großen Jahresrückblick, der in den scheidenden Dezembertagen endlich gesendet wird. Zwischen den Retrospektiven kann es schon mal vorkommen, dass die Traumfalter Filmwerkstatt von Piraten gekapert wird und hier Matratzen oder Spannbettlaken feilgeboten werden. Dann muss wieder jemand den Code reparieren. Der Blog sei alt und der Quelltext mittlerweile total verwohnt, sagen die. Aber das interessiert mich nicht, i’ll be special and i’ll be rare, i’ll be something beyond compare, i’ll be noticed because i’ll wear a smile and a ribbon in my hair. Was haben wir nicht schon alles erlebt hier? Streamingangst, Hatespeech, Genrebeben, Pandemiewahnsinn, Premiumleihfilm, Streiks, Fusionen, Künstliche Intelligenzien. Und nun? Jetzt kommts alles noch schlimmer.
Das Kino schrieb im Jahre 2025 schlechte Zahlen, international gingen die Gewinne um 17% gegenüber dem Vorjahr zurück, in den USA sogar um 25% und auch in Deutschland gab es einen Besucherrückgang um 28%. Was ist da los? Die Auswirkungen des Streiks in Hollywood 2023 waren in diesem Jahr deutlich spürbar. In den USA tobt ein Kulturkampf und Filme wie Stars werden zunehmend politisiert. Nolan und Villeneuve binden seit anderthalb Jahren dutzende A-Lister für DIE ODYSSEE und DUNE 3. Und am Jahresende droht ein Streamingsender nun ganz Hollywood aufzufressen. Aber es gibt auch gute Nachrichten. So viel Mut und Kreativität in Mainstreammarken wie Genrenischen gab es selten zuvor, so viele fantastische Serienhighlights und so viele neue junge Talente, dieses Jahr hatte so einige Glanzlichter und genau die schauen wir uns nun genauer an im großen Traumfalter Jahresrückblick 2025.
Zollywood, qu’est-ce que c’est?
Fangen wir mit den Bilanzen an. Der erfolgreichste Film 2025 ist NE ZAH 2 aus der Volksrepublik China mit einem weltweiten Einspielergebnis von 2,18 Mrd. US-Dollar. Damit ist NE ZHA 2 nicht nur der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten, sondern auch der erste Nicht-US-Film, der die Milliardengrenze übersprang. Die 1 mit neun Nullen schafften auch ZOOMANIA und LILO & STITCH, mit dem japanischen DEMON SLAYER – INFINITY CASTLE befinden sich stolze vier Animationsfilme in der globalen Top 10. Die restlichen Plätze gehen an MINECRAFT, DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT, JURASSIC PARK: DIE WIEDERGEBURT, F1, SUPERMAN und MISSION IMPOSSIBLE: THE FINAL RECKONING. Diese Titel finden sich auch in den Top 10 der USA und Deutschland wieder, hierzulande geht Platz 1 allerdings an DAS KANU DES MANITU, welcher 5 Millionen Besucher in die Kinosäle lockte.

Globaler Box Office Platz 1 für NE ZHA 2 von Jiaozi (Yang Yu), Traumstart für ZOOMANIA 2 und 1,2 Mrd. US-Dollar Einspielergebnis und 5 Millionen Besucher für DAS KANU DES MANITU
Platz 1 der globalen Kinocharts geht nicht an eine Hollywood Produktion? Der orange Mann im Weißen Haus tobt! Schon länger ein Dorn im Auge des putzigen US-Präsidenten: US-amerikanische Filmstudios, die im Ausland produzieren. Donald Trump sieht das nationale Filmgeschäft durch andere Länder benachteiligt und will auf alle im Ausland produzierten Filme 100% Zölle erheben. Schuld ist selbstverständlich dieses ominöse Ausland selbst, welches durch seine finanziellen Anreize gezielt die US-Filmbranche unterwandern will. Is klar. Wann und ob diese Zölle überhaupt kommen, steht noch in den Sternen. Bis dahin begnügt sich der US-Präsident damit, die Paramount Skydance Corporation zu nötigen, einen neuen RUSH HOUR Film mit Chris Tucker und Jackie Chan zu produzieren. Was wird wohl noch passieren? Schalten Sie auch nächstes Jahr ein, wenn es wieder heißt: Tier macht Sachen.

Trump kündigt Zölle auf US-Filmproduktionen an, die im Ausland produziert werden, die kurzzeitige Suspendierung von Jimmi Kimmel führte zu einem beispiellosen Boykott gegenüber Disney und Erdbeben in Hollywood: Streamingsender Netflix kauft Filmstudio Warner Bros.
Klingt alles mehr oder weniger lustig, aber im September dann hörte der Spaß plötzlich auf. Late Night Moderator Jimmi Kimmel äußerte sich unsanft zum Attentat auf den Politiker Charlie Kirk, es gab Druck von ganz oben, am 17. September stellte die ABC die Show JIMMI KIMMEL LIVE! vorrübergehend ein. Die ABC, ein US-Fernseh- und Hörfunk-Network, gehört zur Walt Disney Company und die traf die volle Wucht des Gegenprotestes, zu Recht, immerhin lag hier eine eklatante Einschränkung der Meinungsfreiheit vor. Dutzende Stars solidarisierten sich mit Kimmel und riefen zu #BoycottDisney. Dem Ruf folgten nicht nur Filmschaffende, auch andere kündigten ihre Abos für Disney+, Hulu und ABC, der Marktwert von Disney fiel um rund 3,87 Mrd. US-Dollar. Der Protest wirkte, ab dem 23. September ging die Show auf ABC wieder weiter. Nur so geht’s. Auch ich habe mein Disney+ Abo gekündigt, als der Spuk vorbei war, hab ich mich aber unter einem anderen Namen wieder angemeldet, das kriegen die nie raus.

Skandale: Sydney Sweeney 2025 in aller Munde, wegen Jeans, Genen, Fanboy Trump und fragwürdiger Abendgarderobe, massiver Hass gegen Rachel Zegler und CGI-Zwerge in SNOW WHITE und kontroverse KI-Stimmbearbeitung für Oscar-Gewinner Adrian Brody in THE BRUTALIST.
Zum Jahresende dann der Mega-Schock: Streamingriese Netflix kauft Warner Bros. für 83 Milliarden US-Dollar. Warner ist eines der ältesten und wertvollsten Hollywoodstudios, doch zum Deal gehören nicht nur Filmmarken wie HARRY POTTER, LORD OF THE RINGS, CONJURING, MATRIX, MAD MAX und das gesamte DC-Filmuniversum, sondern auch die Streamingplattform HBO Max mit 130 Millionen Abonnenten. Das würde Netflix zum größten Streamingdealer aller Zeiten machen und deshalb muss auch das Kartellamt nochmal auf den Deal draufkucken. Auch Herr Trump ist not amused und sähe den Deal lieber mit Paramount Skydance. Angst haben auch die Filmfans. War das der letzte Todesstoß für das Kino und gleichzeitig für den Markt für physische Medien? Auch wenn der Abschluss, so er denn kommt, erst in einem Jahr erwartet wird, Verunsicherung an allen Fronten, echt Horrorshow.
Streaming Das Crazy
Da sind wir auch gleich beim ewigen Streitthema Streamingfilme unter Ausschluss der Kinoleinwände. Bereits 2021 begannen die Dreharbeiten für den neuen Film von Actionspezialist Gareth Evans (THE RAID, APOSTLE), der einen exklusiven Deal mit Netflix unterzeichnet hat. Doch wegen Produktionsschwierigkeiten konnte HAVOC mit Tom Hardy, Timothy Olyphant und Forest Whitaker erst 2024 fertiggestellt werden, im April 2025 erschien er schließlich auf der Streamingplattform. Der korrupte Cop Walker muss nach einem vermasselten Drogendeal den Sohn eines Politikers vor der gesamten Unterwelt beschützen. Das geht natürlich nicht ohne Shootouts, Blutfontänen und massive Knochenbrüche. Hier und da sieht man HAVOC die Produktionshölle an und anfangs kommt der Film auch schwer ohne CGI-Blut und Genreklischees aus, doch im Kern ist Evans Actionfeuerwerk eine Liebeserklärung an das Heroic Bloodshed Subgenre und eine Verbeugung vor diversen Hongkong Klassikern der 80er und 90er Jahre.

HAVOC von Gareth Evans (Netflix)
Im November 2025 erschien Guillermo del Toros Adaption FRANKENSTEIN auf Netflix, kurze Zeit aber auch im Kino. Fans hofften, dass del Toros Herzensprojekt wieder an frühere Meisterwerke wie CRIMSON PEAK und SHAPE OF WATER anknüpfen kann. Das ist größtenteils auch geglückt, FRANKENSTEIN ist eine bildgewaltige und opulent ausgestattete Gothic Mär mit alptraumhaften Sets und der dichten Atmosphäre alter Stummfilmklassiker. Hier stimmt das Verhältnis zwischen hochwertigen CGI und Handwerkskunst. Del Toros FRANKENSTEIN will werksgetreuer sein als Kenneth Branaghs Version aus dem Jahr 1994, leistet sich aber schon diverse Abweichungen. Branaghs Victor war vor allem eitel, Guillermo del Toro dagegen ist zu verliebt in seine Kreatur und schafft damit weniger Graustufen zwischen Gut und Böse. Da hasst Victor Frankenstein (Oscar Isaac) seine Schöpfung recht schnell und Elizabeth (Mia Goth) ist sogleich voller Zuneigung, trotz 150 Minuten Laufzeit wünscht man sich hier etwas mehr Ruhe in der Erzählung. Sei’s drum, der Rest ist wuchtig, morbide, herrlich pittoresk und im besten Sinne altmodisch.

FRANKENSTEIN von Guillermo del Toro (Netflix)
IM WESTEN NICHTS NEUES Regisseur Edward Berger kehrt nach seinem Kinoausflug KONKLAVE zu Netflix zurück und adaptiert BALLAD OF A SMALL PLAYER nach einem Roman von Lawrence Osborne mit Colin Farrell und Tilda Swinton, in dem sich Farrell in luxoriösen Casinos in Macau um Kopf und Kragen zockt. Die Chemie zwischen Farrell und Swinton stimmt, aber der Mysteryplot und die Schlusspointe zünden leider nicht wirklich. Apropos zünden, in A HOUSE OF DYNAMITE steuert eine Atomrakete auf die USA zu, bis zum Einschlag vergehen nur knapp 20 Minuten. Actionspezialistin Katheryn Bigelow inszeniert diese letzten Minuten zuerst im White House Situation Room, das ist durchaus spannend. Doch dann schildert Bigelow diese Zeitspanne noch aus zwei anderen Blickwinkeln, spätestens beim pathetischen dritten Segment um den US-Präsidenten ist spannungstechnisch die Luft raus.

Rian Johnson schließt mit WAKE UP DEAD MAN: A KNIVES OUT MYSTERY die Benoit Blanc Trilogie, besser als Teil 2, schlechter als Teil 1, TRAIN DREAMS von Clint Bentley & A HOUSE OF DYNAMITE von Kathryn Bigelow (alle Netflix)
Streaming Erfolge gibts in großen und kleinen Tüten. Mit 325 Millionen Views war in diesem Jahr nichts erfolgreicher als KPOP DEMON HUNTERS auf Netflix. Während das Korean Pop Dämonenjäger Musical einen Rekord nach dem anderen aufstellt, können Knetanimationsfans aufatmen. Nach Streitigkeiten mit DreamWorks Animation sah es nicht so aus, als würde Nick Park nochmal einen WALLACE & GROMIT Film drehen. Aber 2022 gab es ein neues Drehbuch und die BBC sowie Netflix koproduzierten Aardman Animations zweiten abendfüllenden WALLACE & GROMIT Film. Doch im März 2023 dann der Schock – die Knetmassefabrik für die Aardman Figuren machte dicht. Die aufgekauften Reste aber reichten noch für WALLACE & GROMIT – VERGELTUNG MIT FLÜGELN, zum Glück, denn Nick Parks neustes Stop-Motion Animationsabenteuer ist im besten Sinne altmodisch, gleichsam rasant und modern, die Querverweise auf Filmklassiker sind irrwitzig und inzwischen wurde auch wieder ein neuer Knetflieferant gefunden.

WALLACE & GROMIT: VERGELTUNG MIT FLÜGELN von Nick Park (Netflix), KPOP DEMON HUNTERS von Maggie Kang und Chris Appelhans (Netflix) & PREDATOR: KILLER OF KILLERS von Dan Trachtenberg (Disney+)
Auf AppleTV erschien im September der neue Film von Paul Greengras (FLUG 93) und sorgte für Aufsehen, denn THE LOST BUS mit Matthew McConaughey in der Hauptrolle ist ein Höllenritt eines Katastrophenfilmes nach wahren Begebenheiten. Während der verheerendsten Waldbrände in Kalifornien will Busfahrer Kevin eine vom Feuer eingeschlossene Grundschulklasse zum sicheren Treffpunkt außerhalb der Gefahrenzone fahren. Diese etwas andere Klassenfahrt aber führt direkt in die Feuerhölle, Bus 963 muss dem Feuer wieder und wieder ausweichen, Greengras spielt die gesamte Katatrophenklaviatur, natürlich mit Handkamera und erstklassiger Pyrotechnik. McConaughey und Co-Star America Ferrera performen realistische Alltagshelden und es kommt sogar ein bisschen SPEED Atmosphäre auf. Spannend bis zur letzten Minute und definitiv ein Streaming Highlight des Jahres.

THE LOST BUS von Paul Greengras (AppleTV)
Leider waren solche Highlights 2025 eher selten, obgleich der Output an Streamingfilmen zugenommen hat. Überzeugen konnte in diesem Jahr noch THE GORGE von Scott Derrickson (DR. STANGE, BLACK PHONE) mit Miles Teller und Anya Taylor-Joy, welche eine Schlucht voller Monster bewachen sollen. Amazon Prime Exclusives sind 2025 vor allem langweilige Actionkomödien, von denen mir noch DEEP COVER am besten gefallen hat. Hier helfen drei Improvisationsschauspieler der Polizei bei Undercovereinsätzen, was für teils absurde Situationskomik sorgt. Brucy Dallas Howard ist ohnehin klasse, aber vor allem Orlando Bloom hat großen Spaß an seiner Rolle. Dazu gibt’s noch Sean Bean, Paddy Considine und Ian McShane, alle scheinen Fun zu haben, ich hatte den jedenfalls.

THE GORGE von Scott Derrickson (AppleTV), DEEP COVER von Tom Kingsley (Amazon Prime) & STAR TREK: SECTION 31 von Olatunde Osunsanmi (Paramount+)
Große Namen und doch Gurken, das gabs vor allem auf AppleTV. Guy Ritchie haut echt jedes Jahr einen passablen Film raus, doch der Indiana Jones Verschnitt FOUNTAIN OF YOUTH in diesem Jahr ist ziemlicher Vollschrott, da helfen auch John Krasinski und Natalie Portman nicht. Und leider kann ich auch am neuen Film von Spike Lee kein gutes Haar lassen, so sehr ich Lee verehre, aber HIGHEST 2 LOWEST ist einfach schwach. Denzel Washington hat hier keinerlei Charisma, er spielt, als wäre es ihm egal, Jeffrey Wright ist super, hat aber wenig Screentime. Der permanente Soundtrack nervt bereits nach wenigen Szenen, alles wirkt irgendwie unfertig, verkitscht, weder Drama noch Thriller, Spike, bitte lass diese halbgaren Remakes und finde zu alter Form zurück.
Calibrate Your Enthusiasm
Während Streaming Movies in diesem Jahr ein wenig schwächeln, drehen Serien 2025 so richtig auf und es gibt die ein oder andere Überraschung. Beginnen wir mit ALIEN: EARTH von Noah Hawley (FARGO Serie), die erste Serie im ALIEN-Universum, zwei Jahre vor dem Original von 1979 angesiedelt. Ein Forschungsschiff der Firma Weyland-Yutani stürzt auf die Erde, an Bord ein ganzer Zoo an außerirdischen Lebensformen, darunter auch uns Xenomorph. Eine neue Generation Androiden der Konkurrenzfirma Prodigy soll die wertvolle wie gefährliche Fracht bergen und erforschen. Doch in den synthetischen Erwachsenenkörpern stecken Kinderseelen und alsbald passiert…nun ja, nicht das, was man erwartet. ALIEN: EARTH schafft es, sich vom Erwartungsballast an das Franchise zu lösen und ihm neue Impulse zu verleihen. Unfassbar, was sich ALIEN: EARTH alles traut, die Peter Pan Anleihen, der Xenomorph als Hündchen, das Auge, das Schaf, ich war wirklich überzeugt, die Fangemeinde wird es hassen. Doch die anfängliche Skepsis in den Filmforen und Gazetten wandelte sich von Episode zu Episode in Begeisterung, Staffel 2 kann also gar nicht früh genug kommen.

ALIEN: EARTH von Noah Hawley (Disney+)
Auch die Pixar Animation Studios veröffentlichten 2025 ihre erste originale Serie auf Disney+. In WIN OR LOSE dreht sich alles um acht Charaktere vor, während und nach einem entscheidenden Softball-Meisterschaftsspiels. Das klingt etwas altbacken, aber WIN OR LOSE erzählt die Geschichte um Versagensängste, Selbstzweifel und Erfolgsdruck aus verschiedenen Perspektiven. Dieses multi-viewpoint narrative ist 2025 ja omnipräsent und nervt mich zum Teil, denn ich will eine Geschichte erleben und nicht puzzeln, aber WIN OR LOSE schafft noch am besten, aus dieser Erzählweise Spannung und vor allem Spaß herauszukitzeln. Das liegt wie immer auch an der Pixar Erfolgsformel, das Innere der Figuren sichtbar zu machen und Empathie auf den Zuschauer zu übertragen. WIN OR LOSE reiht sich in die Reihe der besten Pixar Produktionen wie ALLES STEHT KOPF ein und ist ein Highlight des Serienjahres.

Pixars WIN OR LOSE von Carrie Hobson und Michael Yates (Disnex+)
Auf der Suche nach der besten Serie des Jahres 2025 war ich dreimal versucht, den Award an eine zweite Serienstaffel zu verleihen. Was war da los? Zum Jahresbeginn erschien die zweite Staffel von SEVERANCE (Serie des Jahres 2022) und setzt in der surrealen Work-Life-Balance-Dystopie um Arbeits-Innies und Freizeit-Outies in allen Aspekten noch einen drauf, komplexer, verschrobener und mit einem sensationellen Finale. THE LAST OF US Staffel 2 führt die Geschichte um die beklemmende Endzeitpilzpandemie fort, mit allen bitteren Konsequenzen, die man schon aus dem Spiel kennt, ich aber bin eher Team Serie, ich finde dort vieles besser gelöst, vor allem Ellie und Abby, dessen Blickwinkelgeschichte wir leider erst in Staffel 3 sehen werden. Und da war da noch Staffel 2 von ANDOR, der besten STAR WARS Serie da draußen. Statt geplanter 5 Staffeln wurde nun die Vorgeschichte zu ROGUE ONE in 12 Folgen filtriert, die beste Entscheidung, denn trotz Zeitsprüngen ist ANDOR 2 dichter und noch spannender als Staffel 1.

Grandiose 2. Staffeln 2025: SEVERANCE (AppleTV), THE LAST OF US (WOW / Sky) & ANDOR (Disney+)
Staffel 2 von SEVERANCE und ANDOR, beide wären sie dem Award Beste Serie des Jahres gerecht geworden, aber ich bin froh, dass es kurz vor Jahresende noch eine neue Serie an die Spitze geschafft hat. Auf dem Papier klang PLURIBUS extrem vielversprechend: AppleTV produziert die neue Serie von Vince Gillian (BREAKING BAD, BETTER CALL SAUL), ein Science-Fiction Stoff, besetzt mit der großartigen Rhea Seehorn, keinerlei Hinweise auf Plot und Story im Vorfeld. Perfekte Ausgangslage. Astronomen entdecken fremde RNA-Sequenz, infizieren sich damit, dann andere und schwupps wird aus der gesamten Menschheit ein kollektives Bewusstsein, jeder ist nun jeder. Wirklich jeder? Nein, denn Autorin Carol ist eine von wenigen Menschen, die nicht zwangskollektiviert wurden, warum auch immer. Nun ist das Kollektiv aber gar nicht böse, sondern eher unerträglich freundlich. Das führt zu moralischen Dilemmata sowohl von Carol als auch vom Zuschauer und das ist der clevere Hook der Serie, Genre auf dem Kopf, philosophischer Mindfuck, emotional packend und stellenweise irrwitzig. Wohin das führt weiß wohl nur Vince Gillian und das ist auch gut so.

Serie des Jahres 2025: PLURIBUS von Vince Gillian (AppleTV)
Eine weitere Serie war 2025 in aller Munde und löste über die Grenzen Großbritanniens hinaus eine Debatte über Misogynie und den schädlichen Einfluss sozialer Medien aus. In ADOLESCENCE geht es um ein unfassbares Verbrechen, der 13-jährige Jamie soll seine Mitschülerin getötet haben. In nur vier Episoden erzählt ADOLESCENCE in Echtzeitfragmenten die Festnahme, die polizeiliche Untersuchung sowie Gespräche mit einer Psychologin, beklemmender kann eine Inszenierung kaum sein. Dazu liefert Newcomer Owen Cooper eine grandiose Vorstellung als Jamie ab, aber auch Stephen Graham und Erin Doherty sind schauspielerische Glanzlichter. ADOLESCENCE ist fordernd und geht tief unter die Haut, dafür gab es 6 Emmys und 143 Millionen Abrufe auf Netflix. Diese Wirkung lässt sich nur schwer steigern und folglich war ADOLESCENCE von Anfang an als abgeschlossene Miniserie geplant.

ADOLESCENCE von Philip Barantini (Netflix)
Crime und True Crime gabs 2025 reichlich, vor allem Serienkillerfans kamen auf ihre Kosten, denn gleich drei mörderische Serien buhlten um die Gunst des Zuschauers. Nach Jeffrey Dahmer und den Menendez Brüdern nahmen sich Ian Brennen und Ryan Murphy (AMERICAN HORROR STORY) nun der Geschichte von Ed Gein an. Die ersten beiden Staffeln waren erstklassige True Crime Serien, aber MONSTER: DIE GESCHICHTE VON ED GEIN überspannt den Bogen und zelebriert förmlich Geins Taten, interessiert sich wenig für die Opfer und dichtet hier und da reißerisches hinzu. Die popkulturellen Reaktionen auf Gein wirken wie ein AHS-Anhängsel, die nicht überlieferte Piepsstimme von Charlie Hunnam wirkt unfreiwillig komisch. Viel besser macht das die Peacock Original Serie DEVIL IN DISGUISE: JOHN WAYNE GACY, die sich stark auf die Opfer konzentriert und Gacy dabei fast gänzlich ausspart. Michael Cernus als Gacy darf dafür in den Verhören schauspielerisch auftrumpfen und liefert eine schier unheimliche Vorstellung ab.

MONSTER: DIE GESCHICHTE VON ED GEIN von Ryan Murphy und Ian Brennan (Netflix), ES – WELCOME TO DERRY von Andrés Muschietti (WOW / Sky) & STRANGER THINGS 5 von den Matt und Ross Duffer (Netflix)
Die Retro-Waschmaschine dreht sich auch 2025 noch kräftig und mischt wild alles durcheinander, das ist gut so, das verwirrt den Algorithmus. ES (2017) von Andy Muschietti hat sich viel Atmosphäre von STRANGER THINGS geliehen, nun kam es 2025 mit ES – WELCOME TO DERYY zu einem Serien Prequel. Dieses spielt im Jahr 1962 und da ES alle 27 Jahre erscheint, ist die Vorgeschichte auch plausibel und interessant. Anfangs bremst sich die Horrorserie handlungstechnisch immer wieder selbst aus, vor allem um den Militärplot. Die neuen Kids in Derry aber sind klasse und sobald der Horror im den Clown Pennywise losbricht, wird das Ganze zu dem Spaß, der auch in den Kinofilmen innewohnte. ES – WILLKOMMEN IN DERRY steigert sich von Folge zu Folge bis zum sensationellen Finale, zwei weitere Prequelstaffeln in den Jahren 1935 und 1908 sind bereits in Planung.
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STRANGER THINGS selbst hingegen beendet die Seriensaga 2025 endgültig, obgleich sie selbst bereits ein Anachronismus ist und das Finale gefühlt um Jahre zu spät kommt. Aber dafür gibt’s ja YouTube Recaps. Atmosphärisch packte es mich bereits wieder nach wenigen Minuten, es ist schön, Hawkins, das Upside Down und die alten Figuren wiederzusehen. Naja fast alle. Handlungstechnisch darf man leider wenig erwarten, es ist ein großes Zusammenkneten aller Enden und dafür zieht das Serienfinale auch echt alle inszenatorischen Register. Doch nun bin ich echt froh, dass dieses Kapitel endgültig vorbei ist. Moment, die letzte Folge läuft erst am 01. Januar 2026? Das zieht sich also noch ins nächste Jahr? Heiliger Demogorgon!
Stars, Comebacks, Breakthroughs & Goodbyes
Da bleiben wir lieber hier und schauen auf herausragende schauspielerische Performances 2025. Von den Oscargewinnern fand ich nur Zoë Saldaña in EMILIA PEREZ umwerfen, Adrian Brody in THE BRUTALIST und Mikey Madison in ANORA „nur“ sehr gut. Richtig freidrehen durfte 2025 auch Bill Skarsgård, nicht nur maskiert in NOSFERATU – DER UNTOTE und als perfider Clown in ES – WILLKOMMEN IN DERRY, sondern auch mal ohne Schminke im spannenden Thriller LOCKED. Sean Penn greift mit seiner Rolle als Col. Lockjaw in ONE BATTLE AFTER ANOTHER nach seinem dritten Oscar, Michael B. Jordan brilliert in einer brachialen Doppelrolle in BLOOD & SINNERS und auch Jennifer Lawrence geht mit DIE MY LOVE wieder in schauspielerische Extreme.

Herausragende Performances 2025: Zoë Saldaña in EMILIA PEREZ, Sean Penn in ONE BATTLE AFTER ANOTHER, Vanessa Kirby in NIGHT ALWAYS COMES, Michael Cernus in DEVIL IN DISGUISE: JOHN WAYNE GACY, Stephen Graham in ADOLESCENCE, Sally Hawkins in BRING HER BACK, Michael B. Jordan in BLOOD & SINNERS & Jennifer Lawrence in DIE MY LOVE
Der Schauspieler des Jahres 2025 ist vielleicht keine Überraschung. Oder doch? José Pedro Balmaceda Pascal war bereits in BUFFY zu sehen, bevor er mit GAME OF THRONES zum Serienstar wurde. Danach eroberte Pascal die Kinoleinwände und in diesem Jahr ist er quasi in jedem anderthalbten Film zu sehen. Manche sagen, Pascal sei überpräsent, aber das ist nicht die Frage, sondern wie gut ist Pascal im überpräsent sein? Hauptrollen als Superheld in FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS und Love Interest in WAS IST LIEBE WERT – MATERIALISTS spielt er routiniert, aber stilvoll, kleinere Rollen in kantigen Filmen wie EDDINGTON oder FREAKY TALES lassen den gebürtigen Chilenen aber erst richtig aufblühen und dann wäre da ja noch THE LAST OF US Staffel 2. Es ist das Jahr für Pedro Pascal, der darüber hinaus auch noch überall mit unverschämter Liebenswürdigkeit auffällt. Pedro Pascal ist ein lebendiges Meme, eine Ikone LGBTQ+-Ikone, sein Humor, sein soziales Engagement, alles an Pedro Pascal ist großartig.

Schauspieler des Jahres 2025: Pedro Pascal für THE LAST OF US S2, FREAKY TALES, FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS, EDDINGTON & WAS IST LIEBE WERT – MATERIALISTS
Dafür geriet die Wahl zur Schauspielerin des Jahres 2025 zu einem Wettrennen mit überraschender Wendung. Eigentlich fiel meine Wahl auf Vanessa Kirby, die in diesem Jahr in FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS, EDEN und NIGHT ALWAYS COMES brillierte. Aber dann kann Elle Fanning. Die kleine Schwester von Dakota Fanning legte im Jahr 2025 eine atemberaubende Verwandlung hin. Zu Jahresbeginn in A COMPLETE UNKNOWN schien alles noch beim Alten, Fanning spielt Bob Dylans Freundin Sylvie, hingebungsvoll, aber zurückhaltend, ein Schema, nach dem sie oft besetzt wird. Aber Elle Fanning hat sich 2025 davon befreit, zum einen mit einer grandiosen Doppelrolle in PREDATOR – BADLANDS, einmal quirlig witzig, einmal so richtig schön Badass und dann natürlich in SENTIMENTAL VALUE. Elle Fanning begeisterte 2025 auch mit einer Rolle in Hideo Kojimas Game DEATH STRANDING 2, aber mehr noch mit ihrem befreiten Lächeln in Interviewmarathon zum Jahrsende. Fanning hat sich neu erfunden und dafür gibt’s den Award.

Schauspielerin des Jahres 2025: Elle Fanning für A COMPLETE UNKNOWN, PREDATOR: BADLANDS, SENTIMENTAL VALUE & DEATH STRANDING 2: ON THE BEACH
Der Durchstarter des Jahres 2025 ist ein talentierter junger Mann, geboren 2007, welcher in diesem Jahr vom People Magazin zum „Sexiest New Heartthrob“ gekürt wurde. Oha. Er spielte zudem drei Hauptrollen und alle drei Filme erklammen die Spitzenposition der US-Kinocharts. Der junge Mann heißt Mason Thames und einige kennen ihn vielleicht aus THE BLACK PHONE aus dem Jahr 2021. Auch in der Fortsetzung THE BLACK PHONE 2 ist er dabei, sichtlich gereift und kantig, aber auch als verpeilter Wikinger in der Realverfilmung von DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT und als Lover im Coming-of-Age Drama ALL DAS UNGESAGT ZWISCHEN UNS – REGRETTING YOU weiß Thames zu überzeugen. Mit THE SHITHEADS und DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 hat Mason Thames bereits zwei weitere potenzielle Hits unterzeichnet, das sieht nach einer vielversprechenden Karriere aus.

Durchstarter des Jahres 2025: Mason Thames für BLACK PHONE 2, DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT & ALL DAS UNGESAGT ZWISCHEN UNS – REGRETTING YOU
Noch mehr Durchstarter 2025: Kaitlyn Dever kann sich nach NO ONE WILL SAVE YOU von Angeboten kaum retten und brillierte in diesem Jahr in der Serie APPLE CIDAR VINEGARD. Doch nichts interessiert die Fangemeinde mehr als ihre Interpretation der Figur Abby in THE LAST OF US Staffel 2, was allerdings nur ein Vorgeschmack auf Staffel 3 ist. Auch Isabela Merced ist in THE LAST OF US 2 umwerfend, zudem spielt sie in SUPERMAN und PEACEMAKER eine überaus witziges Hawkgirl. Am meisten begeistert hat mich 2025 jedoch die aus dem Oscar-prämierten Film CODA bekannte Emilia Jones, die in der Serie TASK so gut wie alle anderen an die Wand spielt und auch in CHARLIE HARPER und THE RUNNING MAN überzeugt.

Durchstarter des Jahres 2025: Kaitlyn Dever für THE LAST OF US S2 & APPLE, CIDER, VINEGAR, Isabela Merced für THE LAST OF US S2 & SUPERMAN und Emilia Jones für TASK, THE RUNNING MAN & CHARLIE HARPER
Und ein paar aufsehenerregende Debüts gab es 2025 ja auch noch, allen voran der 16-jährige Owen Cooper in ADOLESCENCE, der sich beim Casting gegen hundert Mitbewerber durchsetzte und für seine Darstellung als unter Mordverdacht stehender Schüler als bisher jüngster Schauspieler einen Emmy gewann. Glückwunsch! Aber auch zwei andere Newcomer können auf eine große Karriere hoffen, zum einen Chase Infinity als kickboxende Revolutionärstochter in ONE BATTLE AFTER ANOTHER und natürlich Miles Caton, der als Bluesmusiker Preacher Boy in BLOOD & SINNERS internationale Bekanntheit erlangte.

Newcomer 2025: Owen Cooper in ADOLSCENCE, Chase Infinity für ONE BATTLE AFTER ANOTHER & Miles Caton in BLOOD & SINNERS
Im letzten Jahr gab es das große Comeback von Demi Moore in THE SUBSTANCE. Auch in diesem Jahr kehren längst verschollen geglaubte Mimen zurück auf die Leinwände, wenn auch nicht mit einer solchen Brachialperformance wie Moore im Vorjahr. Cameron Diaz war zuletzt 2014 im Kino zu sehen, dann konzentrierte sie sich auf ihre Karriere als Hausfrau. Doch 2025 ist sie BACK IN ACTION, ein Agentenquark mit Jamie Foxx, nun ja sicher kein Meilenstein des Actionfilms, aber Cameron Diaz ist noch immer bezaubernd. Berührend fand ich zudem den Rücktritt vom Rücktritt des Daniel Day Lewis, der 2017 in den Ruhestand ging, für ANEMONE 2025 aber wieder vor die Kamera trat, immerhin führte sein Sohn Regie und damit geht das schon in Ordnung denke ich.

Comeback 2025: Cameron Diaz in BACK IN ACTION, Daniel-Day Lewis in ANEMONE & Pamela Anderson in DIE NACKTE KANONE
Am 14. Dezember 2025 wurde Regisseur Rob Reiner und seine Ehefrau in ihrem Haus erstochen aufgefunden, eine schreckliche Familientragödie. Rob Reiner verdanken wir Filmmeisterwerke wie STAND BY ME, DIE BRAUT DES PRINZEN, MISERY oder HARRY & SALLY. Das Problem ist nun, das Rest in Peace Panel war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig. Was soll ich jetzt machen, einen davon wieder rausschmeißen? Oder einen wiederbeleben? Hat jemand nachgekuckt, ob der Kier wirklich tot ist? Es tut mir leid, aber da kann ich nix tun, ich bin nur der Chronist. Sprecht euch nächstes Jahr bitte besser ab. Bis dahin ehren wir die Gegangenen, Filme tragen sie in die Ewigkeit, bis wir uns dereinst wiedersehen, im Himmelreich, im Nirwana, in Walhalla oder in Bitterfeld.

Rest in Peace: David Lynch (TWIN PEAKS), Michelle Trachtenberg (BUFFY), Val Kilmer (HEAT, BATMAN FOREVER), Lalo Schifrin (MISSION: IMPOSSIBLE Theme), Michael Madsen (RESERVOIR DOGS), Robert Redford (DER CLOU), Terrence Stamp (SUPERMAN, STAR WARS), Graham Greene (DER MIT DEM WOLF TANZT), Diane Keaton (ANNIE HALL), Harold Faltermeyer (Musik TOP GUN, Axel F.), Gene Hackman (THE FRENCH CONNECTION), Udo Kier (ANDY WARHOLS DRACULA)
Willkommen in Fucking Narnia!
Trotz aller großen und kleinen Schwierigkeiten, das Kinojahr 2025 hat fulminante Glanzlichter, Meisterstreiche, Endabrechnungen und geheime Geheimtipps. Und genau damit fangen wir auch an. THE ASSESSMENT ist ein Regiedebüt, ein hochemotionales und spannendes Science-Fiction-Kammerspiel und im Kino leider völlig untergegangen. In einer dystopischen Zukunft bewerben sich Mia (Elizabeth Olsen) und Aaryan (Himesh Patel) um Elternschaft und erwarten Virginia (Alicia Vikander), welche den Fall begutachten soll. Anfangs besteht diese Begutachtung „nur“ aus intimen und unangenehmen Fragen, dann aber beobachtet Virginia das Paar auch beim Sex. Doch das ist nur der Beginn einer perfiden Psychotortur, denn Virginia will wirklich ganz genau wissen, ob Mia und Aaryan als zukünftige Eltern taugen. THE ASSESSMENT besticht nicht nur durch cleveren Mindfuck und überraschende Twists, der Film ist überaus stylisch, bittersüß und zynisch, vor allem aber perfekt besetzt mit Olsen, Patel und Vikander.

THE ASSESSMENT von Fleur Fortuné (Capelight Pictures / Central Film Verleih GmbH)
Darren Aronofsky ist wieder da, nach den eher schwer verdaulichen Filmbocken MOTHER! Und THE WHALE findet der New Yorker Filmemacher mit CAUGHT STEALING wieder zum Vibe seines Klassikers REQUIEM FOR A DREAM zurück. Hank (Austin Butler) ist ein herzensguter Bub, er liebt Baseball, seine Freundin Yvonne (Zoë Kravitz) und Alkohol, doch als sein Freund und Nachbar Russ (Matt Smith) für ein paar Tage verschwindet und Hank auf seine Katze aufpassen muss, tauchen russische Gangster auf und schlagen Hank krankenhausreif. Der fragt sich nun: was hat Russ verschwiegen und was ist das für ein Schlüssel im Katzenklo? CAUGHT STEALING ist nicht nur ein rasanter Actionthriller mit absurder Komik, bitteren Konsequenzen und eine Achterbahnfahrt ins Chaos, sondern auch einer der besten New York Filme seit DO THE RIGHT THING. Die Chemie zwischen Butler und Kravitz ist schlicht elektrisierend, Matt Smiths Irokese ist zum Schreien, genauso wie Liev Schreiber und Vincent D‘Onofrio als jüdisches Killerpaar.

CAUGHT STEALING von Darren Aronofsky (Sony Pictures Entertainment)
Neben Aronofsky legten noch andere gefeierte Filmemacher neue Werke vor. Wie jetzt, schon wieder ein neuer Film von Yorgos Lanthimos? Nach POOR THINGS und KINDS OF KINDNESS schob der große Grieche gleich noch BUGONIA hinterher, ebenfalls mit Emma Stone und Jesse Plemons. Geht das jetzt immer so weiter? Wenn‘s so gut ist wie der Sci-Fi-Verschwörungsthriller BUGONIA, können das Lanthimos, Stone und Plemons gern jedes Jahr machen. ASTEROID CITY von Wes Anderson hatte mich 2023 wenig begeistert, DER PHOENIZISCHE MEISTERSTREICH in diesem Jahr aber funktioniert fabelhaft und hat für einen Wes Anderson Film ziemlichen Drive. Neben Benicio del Toro bestechen vor allem Mia Threapleton (Töchterlein von Kate Winslet) und Michael Cera als norwegischer Entomologe Bjørn. Dutzende andere Stars ploppen wie gewohnt in Minirollen auf, Anderson ist erneut stilsicher, aber weit witziger als vermutet und viel weniger verkopft als in seinen letzten Filmen. Super!

BUGONIA von Yorgos Lanthimos, DER PHOENIZISCHE MEISTERSTREICH von Wes Anderson (beide Universal Pictures International Germany GmbH) & EDDINGTON von Ari Aster (Leonine Distribution GmbH)
Der Film des Jahres 2025 ist vieles: Actionkracher und Arthouse Drama in einem, eine pechschwarze absurde Komödie, epischstes Hollywoodkino in VistaVision, radikal politisch, brutal bekloppt, grotesk, nervtötend, brillant. ONE BATTLE AFTER ANOTHER von Paul Thomas Anderson ist wie ein Meteoriteneinschlag mitten in die Fresse. Altrevoluzzer Pat Calhoun (Leonardo DiCaprio) und seine Tochter Willa (Chase Infinity) werden von Colonel Steven J. Lockjaw (Sean Penn) gejagt, der glaubt, dass er der Vater des schwarzen Mädchens ist. Lockjaw will beide mit seiner paramilitärischen Polizeitruppe ausschalten, denn dieses Geheimnis könnte seine Aufnahme in einen rechtsextremen Geheimbund torpedieren. Bald schon mischen ein linksradikales Untergrundnetzwerk, Migrationshelfer, Karatelehrer und Faschisten mit, aber wie gesagt, eine Schlacht nach der anderen bitte. Paul Thomas Anderson Filmographie ist bereits eine Sammlung der besten Filme aller Zeiten, mit ONE BATTLE AFTER ANOTHER aber setzt er in allen Belangen noch einen drauf, persönlicher, politischer, verschroben und doch visionär. Ein polarisierendes Meisterwerk!

Film des Jahres 2025: ONE BATTLE AFTER ANOTHER von Paul Thomas Anderson (Warner Bros.)
Blockbusterkino gab es 2025 auch, nur eben ein paar Blocks kürzer. TOP GUN: MAVERICK konnte 2022 1,5 Mrd. US-Dollar umsetzen, damit empfahl sich Regisseur Joseph Kosinski für Größeres und inszenierte in diesem Jahr F1 für AppleTV, Warner Bros. brachte das Formel-1-Spektakel in die internationalen Kinos. Zwar erwirtschaftete der Rennsportfilm „nur“ 626 Mio. US-Dollar, in Sachen Action und Adrenalinrausch aber steht F1 TOP GUN MAVERICK in nichts nach. Storytechnisch und dramaturgisch ist das Spektakel recht konventionell bis konservativ: alter Rennfahrerhaudegen kehrt in Rennstall zurück, es gibt gleich Zoff mit dem Teamkollegen und Flirts mit der Chefingenieurin, aber sobald es auf die Rennstrecke geht, feuert der Film aus allen Kanonen. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton fungierte als Produzent, F1 bemüht sich auch um Realismus, zumindest während der rasanten Rennen im IMAX-Format. Und der Sound! Neben Brad Pitt und Damson Idris begeistern vor allem Kerry Condon und Javier Bardem in Nebenrollen. Wer Archetypen und Machoattitüde verträgt, bekommt ein furioses Actionfest geboten.

F1 DER FILM von Joseph Kosinski (Warner Bros. / AppleTV)
SLITHER und SUPER hießen die ersten kleinen Filme von James Gunn. Nun ist er zusammen mit Peter Safran Chef der DC-Studios und der Neustart des DC-Universums heißt schlicht SUPERMAN. Für Warner Bros. ist der Neuanfang heikel, nach allen Querelen und Flops musste es endlich mal funktionieren. Für die Fans war es auch schwierig, Henry Cavill als Superman war äußerst beliebt, aber Gunn entschied sich mit Davin Corenswet für ein frisches Gesicht. Dass SUPERMAN ohne erneute Vorgeschichte gleich in seine erste Niederlage geworfen wird, finde ich erfrischend und notwendig. Auch der Twist um die Botschaft seiner Eltern ist clever, bringt es doch endlich frischen Wind in die Figur. Leider macht James Gunn daraus nicht viel und die Zweifel an und in Superman sind am Ende bereits wieder beigelegt. Aber James, ich bitte dich: die Interviewszene, dafür wäre man von der Filmhochschule geflogen, Taschenuniversen sind lahmes Writing und Lex Luther führt sich auf wie ein 6-jähriger, dem Superman auf sein Matchboxauto getreten ist, das kann auch Nicolas Hoult nicht retten. Trotzdem mag ich den Look und Vibe des Films, mag die Justice Gang, die Affenbots, Louis Lane. Aber in MAN OF TOMORROW 2027 muss einiges besser werden, Mr. Gunn.

SUPERMAN von James Gunn (Warner Bros.)
Licht und Schatten auch im Marvel Filmuniversum. CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD ist der 35. Spielfilm des MCU und fügt leider wenig Nennenswertes oder gar Neues hinzu, obgleich Harrison Ford als US-Präsident, der zum wütenden Red Hulk wird, eine ironische Parallele zur Realität bot. THUNDERBOLTS und FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS aber machen mehr richtig als falsch. THUNDERBOLTS bzw. Marketinggag THE NEW AVENGERS ist ein Superheldenspaß mit durchaus ernsthaftem Unterbau, die Chemie zwischen den Antihelden stimmt und Florence Pugh führt das fantastisch an. Überzeugt hat mich der Bösewicht Sentry / Void aber nicht, das erinnerte mich alles zu sehr an THE UMBRELLA ACADEMY. FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS bietet ebenfalls eine sympathische Superheldentruppe, tolles 60s Retrodesign und mit dem Silver Surfer und Galactus auch ein cool inszeniertes Widersacher-Doppel, aber auch hier fehlt Mut für wirklich Neues. Mal sehen, ob das 2026 AVENGERS: DOOMSDAY gelingt.

CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD von Julius Onah, THUNDERBOLTS von Jake Schreier & FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS von Matt Shakman (Disney)
Dass das geht, beweist PREDATOR: BADLANDS in vielerlei Hinsicht. Irgendwie ist es ein bisschen wie mit ALIEN: EARTH, es gab erstaunlicherweise grünes Licht für wirklich riskante Neuerfindungen. Dek wird als junger Krieger seines Stammes verstoßen und flieht auf einen unwirtlichen Planeten. Die dort lebende mythische Bestie könnte sein Rückfahrtticket werden, nur muss man die erst mal erlegen. Hilfe bekommt der junge Yauti von einer halben Androidin namens Thai von der Weyland-Yutani-Corporation. Beide gehen ein Zweckbündnis ein, doch da draußen gibt es noch eine weniger freundliche Androidin gleichen Models, die bald Jagd auf die beiden Außenseiter macht. PREDATOR: BADLANDS riskiert viel und gewinnt, wird zu Recht gefeiert, vor allem Elle Fanning rockt. Ich glaube auch nicht, dass wir jetzt nur noch vermenschlichte Predatoren mit Familienfehden serviert bekommen, denn 2025 gab es ja auch noch den Animationsfilm PREDATOR: KILLER OF KILLERS, ebenfalls von Regisseur Dan Trachtenberg und der geht wieder in eine ganz andere Richtung. Es bleibt spannend im Predator-Alien-Franchise.

PREDATOR: BADLANDS von Dan Trachtenberg (Disney)
AVATAR: FIRE AND ASH macht aus James Camerons Sci-Fi-Fantasy Potpourri zum Jahresende eine Trilogie und bringt wieder mal die Einspielergebnisse und Bilanzen durcheinander. Wie AVATAR: THE WAY OF THE WATER startet FIRE AND ASH spät im Dezember und kann sich sogar noch die Spitzenposition der erfolgreichsten Filme 2025 schnappen, aber nicht mit mir, irgendwann is schließlich Redaktionsschluss. Der Film selbst hebt sich kaum vom Vorgänger ab, das kann man positiv wie negativ sehen. AVATAR: FIRE AND ASH ist weniger Filmwerk als Jahrmarktstradition oder Achterbahn, audiovisuell überwältigend, wenn man das Design der Na’vi mag. Für mich funktioniert das nur, wenn eine menschliche Figur danebensteht, schon allein wegen der Größenverhältnisse, ohne ist es nur ein Animationsfilm mit kleinkarierter Story in ewiger Wiederholung. Diesmal sind es ganze 197 Minuten Action über und unter Wasser, nur die walähnlichen Tulkune und die neue Widersacherin Varang versprühen etwas magische Fremdheit.

AVATAR: FIRE AND ASH von James Cameron (Walt Disney), MISSION: IMPOSSIBLE – THE FINAL RECKONING von Christopher McQuarrie (Paramount Pictures) & JURASSIC WORLD: REBIRTH von Gareth Edwards (Universal Pictures)
Noch mehr Franchise Wahnsinn 2025, JURASSIC WORLD: DIE WIEDERGEBURT macht international 867 Mio. US-Dollar Cash, das Franchise lebt, aber warum eigentlich? Auch der neue Regisseur Gareth Edwards (ROGUE ONE) weiß der Sauriersaga keinerlei neue Impulse zu verleihen, Mahershala Ali und Scarlett Johansson sind verschenkt, nur weil ich die Dinos so mag, bin ich nicht komplett eingeschlafen. Kein Ende für JURASSIC Irgendwas, dafür aber für MISSION: IMPOSSIBLE, denn die Saga um Geheimagent Ethan Hunt geht mit Teil 8 namens THE FINAL RECKONING ins wirkliche Finale. Es ist in der Tat schwierig, den Film unabhängig vom Vorgänger DEAD RECKONING zu bewerten, Stand Alone macht er wirklich keine gute Figur. Aber zusammen mit Teil 7 und besser noch allen sechs Teilen davor ist der Abschied von Cruise, Ving Rhames, Simon Pegg und dem ganzen Geheimagentenirrwitz dann doch anrührend, fand ich zumindest. Aber wir alle wissen, wo Urheberrechte sind, da gibt’s auch Reboots, alte Agentenweisheit.
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Das soll alles an Kinohighlights 2025 gewesen sein, fehlt da nicht was? Ja sicherlich, für ein spezielles Genre war das Jahr nämlich doch überaus erfolgreich, doch Geduld. Eine lobende Erwähnung gibt’s für das größtenteils gelungene Reboot von DIE NACKTE KANONE, Liam Neeson tritt in große Fettnäpfchen und natürlich in die großen Fußstapfen von Leslie Nielsen, aber es funktioniert, naja nicht jeder Gag, aber der mit den Kaffeebechern. Auch Pamela Anderson ist hinreißend. TRON: ARES ist indes gefloppt wie ein Floppydisclaufwerk, Jared Leto ist weiterhin Kassengift, schade, so übel ist der Film gar nicht. Es gab 2025 schöne Kinokontraste, EIN MINECRAFT FILM auf der einen Seite, DIE MY LOVE von Lynne Ramsay auf der anderen, ich fand beide fantastisch.
Ziegelsteine, Freejazz & Imker auf Speed
Gibt es Erfolgsgeschichten im deutschen Film, vielleicht sogar im Deutschen Genrefilm? Die gibt es in der Tat. Im Januar startete SEPTEMBER 5 von Tim Fehlbaum, nach HELL und TIDES der dritte Spielfilm des schweizerischen Regisseurs und Drehbuchautors. SEPTEMBER 5 schildert die schockierenden Ereignisse während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München, bei denen Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft als Geiseln genommen und ermordet wurden. Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht einer Gruppe Sportjournalisten erzählt, verdichtet zu einem beklemmenden Kammerspiel, fantastisch besetzt mit Leonie Benesch, Ben Chaplin und Peter Saarsgaard. Dafür gabs bereits zu Jahresbeginn eine Oscar Nominierung für das beste Drehbuch und zum Jahresende eine Nominierung als bester Film im Bereich Drama bei den Golden Globes. Alle sagen, SEPTEMBER 5 sei ein Drama, dabei ist er ein höllisch spannender Journalismus-Thriller und deshalb erhält er auch den German Genre Award 2025.

German Genre Award 2025: SEPTEMBER 5 von Tim Fehlbaum (Constantin Film Vertriebs GmbH)
Erfolgreich geht’s auch weiter mit BRICK von Philip Koch (PICCO, TRIBES OF EUROPE) für Netflix mit Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee. In 44 Länder stand der Mysterythriller auf Platz 1 der Netflixcharts und zog mit 61,7 Millionen Views sogar in die Top 10 der erfolgreichsten nicht-englischsprachigen Filme auf der Streamingplattform ein. In BRICK befinden sich das Paar Tim und Olivia in einer Beziehungskrise und machen Schluss, aber verlassen kann hier keiner niemanden, denn die Haustür ist plötzlich mit schwarzen Ziegeln zugemauert. Das ganze Haus scheint von einer Mauer umgeben zu sein, es gibt kein Entrinnen, außer vielleicht durch den Fußboden. Mit diesem Mysteryplot fesselt BRICK in den ersten Minuten natürlich, aber leider geht’s dann schnell bergab, denn BRICK ist in Sachen Figuren und Story reichlich überkonstruiert, wirft unzählige Klischeepuzzleteile in die Luft und hofft, dass sie sich selbst zusammensetzen. Die finale Auflösung bricht dem ambitionierten Sci-Fi-Thriller dann endgültig das Genick, schade. Glückwunsch zum Erfolg, das nächste Mal aber bitte ein besseres Drehbuch.

BRICK von Philip Koch (Netflix)
Man muss Netflix durchaus dankbar sein, weiterhin in deutsche Genrestoffe zu investieren. Der Actionthriller EXTERRITORIAL von Christian Zübert war mit 91,7 Millionen Views sogar noch erfolgreicher als BRICK und zudem überaus sehenswert. Die Rat Pack Filmproduktion produzierte die Miniserie CASSANDRA mit der großartigen Lawina Wilson als 70er Jahre Smarthome Roboter, das fand ich ganz erfrischend, hätte es als Film aber auch getan. Dann gab es noch DELICIOUS von Komplizen Film, der irgendwo zwischen WHITE LOTUS, TRIANGEL OF SADNESS und PARASITE mäandriert, diese großen Vorbilder natürlich zu keinem Zeitpunkt erreicht und übel verrissen wurde. Fand ich gar nicht so schlecht, wie es verschrien wurde und mag auch das plakative Ende.

EXTERRITORIAL von Christian Zübert, CASSANDRA von Benjamin Gutsche & DELICIOUS von Nele Mueller-Stöfen (Netflix)
Während deutsche Genreware im Streaming zu laufen scheint, tut sie sich an der Kinokasse schwer, ist ja auch irgendwie klar. Filme wie SCHWARZE SCHAFE landen 2025 nicht mal in der Top 100, zugegeben, die Fortsetzung des 2006er No Budget Kultfilms ist schon eher ein Geheimtipp, aber eben auch ein großer Spaß mit Jella Haase, Jule Böwe, Milan Peschel und Yasin El Harrouk. Man kann schon froh sein, dass die erste deutsche Amazon MGM Studios Produktion DER TIGER von Dennis Gansel wenigsten für kurze Zeit auf der Kinoleinwand zu sehen war, bevor er Anfang nächsten Jahres direkt zu Prime wandert, denn Gansels Kriegsfilm ist handwerklich erstklassig, beklemmend und packend erzählt.

SCHWARZE SCHAFE von Oliver Rihs, KEIN TIER SO WILD von Burhan Qurbani (Port au Prince Pictures) & TIGER von Dennis Gansel (24 Bilder Film GmbH / Amazon MGM Studios Produktion)
So gar kein Kinoerfolg 2025? Stimmt ja gar nicht, Bully Herbigs DAS KANU DES MANITU holte immerhin 5 Millionen Besucher ab, zwar weniger als die Hälfte des Vorgängers DER SCHUH DES MANITU, aber es war gar nicht so klar, ob die späte Fortsetzung des Westernklamauks überhaupt noch jemand sehen wollte. Ich finde leider, dem Kanu des Manitu fehlt die Anarchie des Originals, alles ist ein bisschen seichter, aber immer noch sympathisch. Mit MOMO kam im Oktober eine Neuauflage der Geschichte von Michael Ende in die Kinos. Die wurde bereits 1986 mit Radost Bokel verfilmt, für viele bis heute eine düstere Kindheitserinnerung. Die Neuverfilmung ist nicht ganz so gruselig, mit Alexa Goodal wurde eine großartige neue Momo gefunden, der Film schaut super aus, wirkt hier und da ein wenig gehetzt, aber im Gegensatz zu manch harscher Kritik finde ich, MOMO hat durchaus Herz.

MOMO von Christian Ditter (Constantin Film Vertriebs GmbH)
Fantastisches deutsches Kino auch abseits der Genrepfade. Mindestens genauso spannend wie SEPTEMBER 5 fand ich KÖLN 75, in der deutschen Koproduktion geht es um die Suche nach einem Klavier. Nicht irgendein Klavier, ein funktionierender Bösendorfer 290 Imperial Konzertflügel, auf dem soll im Köln des Jahres 1975 der gefeierte Jazzpianist Keith Jarrett ein Solokonzert geben. Ein Ersatzklavier ist auch Schrott, der Gig scheint zu platzen. Nun liegt alles an der 18-jährigen Organisatorin Verda Brandes. Der Nervenkitzel um dieses Stück verfilmte Musikgeschichte ist einmalig, ob man nun ein Faible für Jazz hat oder nicht. Mala Emde als junge Vera Brandes begeistert genauso wie der Rest des Casts, ein grandioser Film über ein legendäres Musikereignis, ohne auch nur eine Sekunde davon zu zeigen. Perfekt, um sich danach das Album THE KÖLN CONCERT reinzuziehen.

KÖLN 75 von Ido Fluk (Alamode)
Sein letzter Kinospielfilm erschien im Jahr 2016, seitdem war Tom Tykwer mit der Serie BABYLON BERLIN beschäftigt, doch nun meldet sich der LOLA RENNT Regisseur mit DAS LICHT wieder auf der Leinwand zurück. Die Engels sind eine dysfunktionale Familie im gegenwärtigen Berlin, die immer weiter auseinanderdriftet, bis die neue Haushälterin Farrah, eine syrische Immigrantin, in ihr Leben tritt und alles verändert. DAS LICHT wirkt wie ein Befreiungsschlag vom historischen BERLIN BABYLON Korsett, schafft es, Berlin wie in LOLA RENNT als Protagonist zu etablieren, in dem es immer regnet, wirft 160 Minuten Witz, Trauer, Kitsch, Klischee, Pomp, Musicaleinlagen, Flashmobs und Animationssequenzen wild durcheinander, schießt auch mal übers Ziel hinaus, gewinnt aber trotzdem, dank der großartigen Schauspieler Nicolette Krebitz, Lars Eidinger, Tala Al-Deen und des restlichen Casts.

DAS LICHT von Tom Tykwer (X Verleih), IN DIE SONNE SCHAUEN von Mascha Schilinski (Neue Visionen) & HELDIN von Petra Volpe (Tobis Film)
Der deutsche Oscar Kandidat 2026 heißt IN DIE SONNE SCHAUEN und erzählt von vier Frauen auf einem altmärkischen Bauernhof zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Gegenwart. Das klingt erstmal wenig sexy und nach typisch deutschem Drama, geht aber fast in die Folkhorror Richtung und ist in jedem Fall sehenswert, auch wenn nicht alle Zeitebenen gleichsam funktionieren und sich gegenseitig ein wenig kannibalisieren. Aber besonders der Part in den 1910er Jahren ist visuell einzigartig und beklemmend.
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Vielleicht wird aber auch HELDIN von der Academy als Bester Internationaler Film nominiert, eingereicht hat ihn die Schweiz, aber Deutschland koproduziert. HELDIN ist Echtzeithorror im Krankenhaus und ein schonungsloses Bild des Pflegenotstands, vor allem aber ein hochspannender und berührender Film mit einer gewohnt hinreißenden Leonie Benesch in der Hauptrolle.
Rucke Di Gu, Filmblut ist im Schuh!
Ein Blick über den internationalen Genretellerrand. Zusammen mit IN DIE SONNE SCHAUEN erhielt die spanisch-französische Koproduktion SIRĀT den Preis der Jury in Cannes, geht für Spanien ins Oscarrennen und spaltet Kritik und Zuschauerschaft. Für mich ist das dystopische Roadmovie um einen Vater, der zusammen mit seinem Sohn seine verschollene Tochter auf einem Rave in der marokkanischen Wüste sucht, einer der unangenehmsten Filme der letzten Zeit. Irgendwo zwischen LOHN DER ANGST, Alejandro Jodorowsky und MAD MAX, aber eigentlich mit nichts vergleichbar, berauschend wie schockierend, ein halluzinogener Trip, SIRĀT von Óliver Laxe zieht einen audiovisuell und erzählerisch sofort in den Bann und lässt einen auch nach dem Abspann lang nicht los. Ein regelrechtes Feelbad Movie, aber eben auch einer der besten Filme des Jahres.

SIRĀT von Oliver Laxe (Pandora Film Verleih)
In französisch-kanadischer Koproduktion lässt Enfant Terrible David Cronenberg seinen bizarren Ideen freien Lauf und präsentiert mit THE SHROUDS eine höchst interessante Prämisse. Der Unternehmer Karsh erfindet ein spezielles Leichentuch, ausgestattet mit allerlei Kameras und Röntgensensoren, mit dem er den Verwesungsprozess seiner kürzlich verstorbenen und beerdigten Ehefrau miterleben kann, live, in Farbe und natürlich 8K Auflösung. Vincent Cassel und Diane Krüger spielen eindringlich, doch die Story verliert sich irgendwann in Belanglosigkeiten, wollen wir mal nicht hoffen, dass THE SHROUDS, wie angekündigt, Cronenbergs letzter Film sein soll. Ebenso genial wie kryptisch ist die Story von UNA BALLENA (A WHALE) aus Spanien und Italien, in dem eine junge Frau eine symbiotische Verbindung zu einem übernatürlichen Wal eingeht und für das Wesen als Auftagskillerin fungiert.

UNA BALLENA (A WHALE) von Pablo Hernando (PANDORA FILM Verleih), THE SHROUDS von David Cronenberg & HER WILL BE DONE von Julia Kowalski (Polyfilm)
Ein erfolgreiches Jahr für Animationsfilme, auch abseits des Mainstreams. FLOW ist eine Koproduktion aus Lettland, Belgien und Frankreich und erzählt die Odyssee einer Katze durch eine Welt nach einer Naturkatastrophe, kommt ohne Dialoge aus, dafür gabs 2025 den Oscar für den besten Animationsfilm. Mit MEMOIREN EINER SCHNECKE meldet sich der Australier Adam Elliot (MARY & MAX) zurück, erneut ist das Stop-Motion Abenteuer urkomisch wie tieftraurig zugleich, sieht umwerfend aus Elliot konnte eine Riege von erstklassigen wie frischen Synchronsprechern engagieren, darunter Cody-Smit McPhee, Sarah Snook und Eric Bana.

FLOW von Gints Zilbalodis (MFA+ Filmdistribution), MEMOIREN EINER SCHNECKE von Adam Elliot (Capelight Pictures) & CHAINSAW MAN – THE MOVIE: REZE ARC von Tatsuya Yoshihara (Sony Pictures Entertainment)
Wenn auch überall Filmfedern gelassen werden mussten, ein Genre trumpft 2025 mächtig auf und das ist der Horrorfilm. Nicht nur in Sachen Kreativität, sondern auch kommerziell. CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL schließt die Saga mit einem weltweiten Einspielergebnis von knapp 500 Mio. US-Dollar, die Zahlen sind trotz Oktoberstart und Franchisebonus ziemlich imposant. Noch beeindruckender aber war die US-Bilanz von Ryan Cooglers Epos BLOOD & SINNERS, kein Franchise, keine Fortsetzung, keine Adaption, Black Cinema, Period Piece, Bluesmusik, Splattereffekte, das machte in den Staaten beeindruckende 279 Mio. US-Dollar und international 367 Millionen. Ein grandioser Erfolg für den BLACK PANTHER Regisseur und ein Fest für Horrorfilmfans, BLOOD & SINNERS als FROM DUSK TILL DAWN Kopie zu bezeichnen, wird dem Epos in keiner Weise gerecht. Allein die irre Plansequenz, in der Jahrzehnte afroamerikanischer Musikkultur ineinander verschmelzen, ist eine cinematographische Meisterleistung.

BLOOD & SINNERS von Ryan Coogler (Warner Bros.)
Neben BLOOD & SINNERS war noch ein Horrorfilm 2025 in aller Munde: WEAPONS – DIE STUNDE DES VERSCHWINDENS von Zach Gregger (BARBARIANS). Die Prämisse ist schlicht und wirkungsvoll. In einer Kleinstadt verschwinden über Nacht 17 Schulkinder, alle rennen sie um 02:17 Uhr aus ihren Häusern in die Dunkelheit, unauffindbar. Zurück bleiben traumatisierte Figuren, eine Lehrerin, ein Vater, ein Cop, ein Mitschüler, jeder von ihnen macht sich auf die Suche nach der Ursache des Verschwindens, erzählt wird das episodisch und nichtlinear. Die Auflösung ist haarsträubend, aber wird nicht jedem gefallen. Zach Gregger mäandriert wie schon in BARBARIANS lieber ewig um den heißen Brei herum, beim zweiten Sichten hat mich der Film dann aber doch gepackt, vor allem, weil das Finale so drüber ist, ähnlich wie letztes Jahr THE SUBSTANCE.

WEAPONS von Zach Cregger (Warner Bros.)
Im Jahr 2002 war Danny Boyles 28 DAYS LATER einer der einflussreichsten zeitgenössischen Horrorfilme, etablierte Zombies als Runner und inspirierte damit Dutzende Nachzügler von DAWN OF THE DEAD bis WORLD WAR Z. Zum Glück dauerte es nur 23 Jahre für die Fortsetzung 28 YEARS LATER, Danny Boyle (Regie) und Alex Garland (Drehbuch) sind wieder dabei, aber kann die späte Fortsetzung dem Zombiesubgenre auch neue kreative Impulse verleihen? Nicht von Seiten der Story und der Figuren, das machte THE LAST OF US als Spiel und Serie besser. Als politischer Kommentar schon eher, COVID-19 und der EU-Austritt des UK sind deutliche Parallelen. Garland und Boyle haben immer noch ein gutes Gespür für inszenatorische Experimente, die 28 YEARS LATER weit über den Genredurchschnitt hieven. Die Hatz geht im Übrigen im Januar mit THE BONE TEMPLE bereits weiter.

28 YEARS LATER von Danny Boyle (Sony Pictures Entertainment)
BLOOD & SINNERS und WEAPONS sind radikal innovativ, spannend, voller Subtext und kommerziell erfolgreich, aber der Award Horrorfilm des Jahres geht an eine andere Überraschung. Danny und Michael Philipous Spielfilmdebut TALK TO ME war 2023 in aller Munde und wurde auch hier Horrorfilm des Jahres. Dass es ihr zweiter Spielfilm BRING HER BACK schaffen würde, TALK TO ME noch zu übertrumpfen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach dem Tod ihres Vaters ziehen die Stiefgeschwister Andy und Piper bei der Sozialarbeiterin Laura ein, die bereits den mutistischen Oliver als Pflegekind versorgt. Bald aber müssen Andy und Piper erfahren, dass sie in ihrem neuen Zuhause alles andere als sicher sind. Klingt erstmal schlicht, aber BRING HER BACK ist nicht nur scary as fuck, bitter und unangenehm, er ist auch einer der traurigsten Horrorfilme seit WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN.

Horrorfilm des Jahres 2025: BRING HER BACK von Danny und Michael Philippou (Sony Pictures Entertainment)
Nicht alles in Sachen Horror war neu und unverbraucht, auch klassischer Grusel um die Altvorderen der phantastischen Zunft hatte 2025 Hochkonjunktur. Neben FRANKENSTEIN und dem WOLF MAN kehrte in diesem Jahr auch DRACULA zurück, Luc Bessons Variation ist purer Trash, aber ich mag Caleb Laundry Jones, Zoë Bleu Sidel und die Musik von Danny Elfman. Aber Dracula spielte 2025 sowieso nur die zweite Teufelsgeige, denn in aller Munde war Robert Eggers Neuverfilmung NOSFERATU – DER UNTOTE. Eggers folgt dem Original lange Zeit akribisch, bringt dann aber auch eigene Elemente und Figuren ein, audiovisuell ist die Vampirhatz edel und verbeugt sich mehrfach vor dem Stummfilmoriginal. Lily-Rose Depp und Nicolas Hoult geben alles, wirken aber in der überernsten Inszenierung manchmal unfreiwillig komisch, das schlimmste allerdings, NOSFERATU ist zu keinem Zeitpunkt gruselig, was aber eher an Robert Eggers Regie liegt als an der fantastischen Darstellung des Untoten von Bill Skarsgård.

NOSFERATU – DER UNTOTE von Robert Eggers (Universal Pictures), DRACULA – DIE AUFERSTEHUNG von Luc Besson (LEONINE Distribution GmbH) & WOLF MAN von Leigh Whannell (Universal Pictures)
Aber es geht noch klassischer, denn mit THE UGLY STEPSISTER kann man allen nervigen Fans von DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL zu Weihnachten gehörig das Fest versauen. THE UGLY STEPSISTER erzählt die bekannte Aschenputtel Geschichte aus Sicht der hässlichen Stiefschwester und macht aus dem Grimm‘schen Märchen einen zünftigen Body Horrorfilm. Die europäische Koproduktion traut sich so einiges, das furiose Finale erinnert zudem dezent an THE SUBSTANCE vom Vorjahr. Schönheit ist Schmerz und um beim großen Ball eine Chance beim Prinzen zu haben, unterzieht sich die titelgebende Heldin manch sadistischer Operation und anderer makaberer Maßnahmen. Ein großer Spaß für alle Märchen- und Splatterfans gleichermaßen.

THE UGLY STEPSISTER von Emilie Blichfeldt (Capelight Pictures)
Blutig, Gore und Gekröse gabs 2025 auch anderswo, von Geschmacklosigkeiten wie ein neuer TERRIFIER blieb der Jahrgang 2025 aber verschont. Dafür kehrt Toxi in THE TOXIC AVENGER zurück, gleichzeitig fünfter Teil wie Neuauflage des TROMA Klassikers. Das ist durchaus witzig inszeniert, aber weit weg von angebllich „ob der Gewalteinlagen nicht veröffentlichbar“. Einen ekeligen Plot verspricht und hält TOGETHER, dort trinken das Pärchen Millie und Tim verseuchtes Höhlenwasser und fangen danach an, zusammenzukleben, gar zusammenzuwachsen. Die Misere können beide anfangs noch mit Messern und Sägen aufhalten, aber bald nimmt der Body Horror Überhand und das junge Paar wird im wahrsten Sinne des Wortes unzertrennlich.

THE TOXIC AVENGER von Macon Blair (Capelight Pictures), TOGETHER von Michael Shanks (Leonine Distribution GmbH) & FINAL DESTINATION 6: BLOODLINES von Zach Lipovsky und Adam B. Stein (Warner Bros.)
Der mittlerweile sechste Teil der Reihe FINAL DESTINATION namens BLOODLINES spülte 2025 315 Mio. US-Dollar in die Kassen. Gar nicht übel, Teil 5 war von 2011 und nur halb so rentabel. Die Formel um kreative Verkettung tödlicher Ereignisse funktioniert noch immer und ist supersaftig. Es ist zudem der letzte Film von Horrorfilmikone Tony Todd, der im November 2024 verstarb. Regisseur Osgood Perkins experimentiert fleißig weiter, zum einen mit der blutig-witzigen Stephen King Adaption THE MONKEY, zum anderen mit dem weitaus düsteren und surrealen KEEPER, haben mir beide besser gefallen als LONGLEGS im letzten Jahr.
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Ein paar lobende Erwähnungen zum Schluss. GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS von Ben Leonberg ist ein packender Haunted House Horrorfilm komplett aus der Sicht eines Hundes, damit wurde Retriever Indy zum internationalen Festivalstar. Über 400 Drehtage in drei Jahren hatte es bedurft, das Ergebnis ist ein spannendes und emotionales Regiedebüt. Dann haben mich in diesem Jahr auch zwei Science-Fiction-Horrorfilme gepackt, einmal die Fortsetzung M3GAN 2.0, die heftige Terminator Vibes versprüht, sowie der clevere Genremix COMPANION – DIE PERFEKTE BEGLEITUNG mit Jack Squad und der wundervollen Sophie Thatcher.
Rewind And Repeat
Damit hätten wir das Jahr 2025 einmal von allen Seiten abgeleckt, gelocht, vernietet, eingetütet und im grobkörnigen Sande des Filmwahns verbuddelt. Was gibt es für Tendenzen, abgesehen von Zollankündigungen und Filmstudioübernahmen? Der neuste Scheiß in Sachen Storytelling: Blickwinkelgeschichten, sogenannte rewind and repeat pattern gabs mit WIN OR LOSE, WEAPONS, EXIT 8 und A HOUSE OF DYNAMITE, das ist nicht immer clever oder spannend. Horrorfilme machen ordentlich Gewinn und gehen kreative Wagnisse ein, genau wie die vermeintlich angestaubten Filmfranchise um ALIEN oder PREDATOR. Mainstreamblockbuster müssen sich mit den mittleren Plätzen zufriedengeben, das große Geld wurde 2025 mit Animationsfilmen gemacht.

Redaktionsschluss verpasst: THERAPIE FÜR WIKINGER von Anders Thomas Jensen, ANACONDA von Tom Gormican (beide seit 25.12.2025 im Kino) & HAMNET von Chloé Zhao (ab 22. Januar 2026 im Kino)
Das kommende Jahr 2026 wird bessere Zahlen schreiben (müssen!). SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY, SUPER MARIO GALAXY MOVIE, STAR WARS: THE MANDALORIAN & GROGU, TOY STORY 5, THE ODYSSEE, AVENGERS: DOOMSDAY und DUNE 3 kommen und versprechen ein Blockbusterjahr, aber da sind auch THE BRIDE von Maggie Gyllenhaal, NO OTHER CHOICE von Park Chan-Wook und die vielen unbekannten Perlen, die da noch aufploppen werden. Ich werde das alles verfolgen, vertilgen, vertüten und euch auch im nächsten Jahresausklang mit allerlei Kunde versorgen. Und wenn hier bis dahin mal wieder was stehen sollte von Matratzen oder Spannbettlaken, äh nicht kaufen. Bis dahin bleibt fein frech, eure Traumfalter Filmwerkstatt.













